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Achondrite - Fotos und Klassifikation
Vesta Meteorite (HED-Gruppe):
Howardite, Eucrite, Diogenite, Olivin-Diogenite
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Achondrite sind eine sehr heterogene Klasse von Steinmeteoriten, die keine Chondren aufweisen. Sie stammen von differenzierten Körpern auf denen es durch Schmelzprozesse zu einer Trennung von Kern und Mantel gekommen ist.
Den Übergang zwischen den undifferenzierten Chondriten und den differenzierten Achondriten stellen die Primitiven Achondrite (PAC) dar. Sie stammen von kleineren Asteroiden, die recht schnell erstarrt sind.
Die differenzierten Achondrite stammen von mittelgroßen bis großen Asteroiden (wie z.B. Vesta), anderen Planeten (Mars und eventuell Merkur) oder dem Erdmond. Die Meteorite der HED-Gruppe (Howardite, Eucrite, Diogenite, Olivin-Diogenite) stammen von einem differenzierten, größeren Mutterkörper, nach spektroskopischen Untersuchungen sehr wahrscheinlich vom Asteroiden 4 Vesta. Das Kristallisationsalter aller HED-Meteorite liegt zwischen 4,43 und 4,55 Milliarden Jahren. Vesta ist mit 560 x 544 x 448 km Abmessung der drittgrößte Körper im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Er weist eine basaltische Kruste, einen ultramafischen Mantel und einen Eisen-Nickel-Kern auf, wie man aus seiner Dichte schlussfolgern kann. Die geologische Aktivität auf Vesta, verursacht durch die beim Zerfall von 26Al freiwerdende Wärme, war nur von kurzer Dauer und endete vor etwa 4,4 Mrd. Jahren. Der Asteroid weist nach Aufnahmen des Hubble Space Teleskops einen gewaltigen Impakt-Krater von etwa 450 km Durchmesser auf. Die Tiefe beträgt 8 km, die Wälle ragen zusätzlich 8 - 14 km auf und in seiner Mitte liegt ein Zentralkegel von 13 km Höhe. Bei diesem Einschlag wurden auch Gesteine aus tieferen Regionen freigelegt.
Eine Gruppe von kleinen Asteroiden von maximal 10 km Durchmesser und mit spektralen Ähnlichkeiten zu Vesta, die sogenannten Vestoiden, wurden vermutlich bei dem großen Impakt aus dem Körper herausgeschlagen. Die HED-Meteorite können direkt von der Vesta oder auch von den Vestoiden stammen. Nach einer anderen Theorie sind Vesta und die Vestoiden die Reste eines zerstörten größeren, planetaren, differenzierten Körpers, der der Ursprung der HED-Meteorite, Mesosiderite und vielleicht auch IIAB-Eisenmeteorite ist. Für eine enge Beziehung der HED-Meteorite mit den Mesosideriten gibt es verschiedene Indizien: die ähnliche Sauerstoffisotopen-Verhältnisse, überlappende Fe/Mn-Verhältnisse in Olivinen und Pyroxenen, ähnliche Zusammensetzungen von Ca-Plagioklas sowie Eucrit- und Diogenit-Klasten in Mesosideriten und umgekehrt.
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Vesta Meteorite (HED-Gruppe): Howardite, Eucrite, Diogenite, Olivin-Diogenite
Howardite
Howardite sind immer brekziiert und enthalten Klasten von Eucrit und Diogenit. Sie repräsentieren die durch Impakte erzeugte regolithische Oberfläche von Vesta. Diese Gruppe wurde nach dem Meteoritenforscher Edward Howard benannt.
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Meteorit NWA 2698 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Howardit.
Es handelt sich um eine Brekzie mit Klasten verschiedener Herkunft, wobei die Klasten z.T. auch aus brekziiertem Material bestehen. Einige Klasten enthalten etwas Metall. Die Pyroxene in den eucritischen Komponenten weisen Zusammensetzungen im Bereich Fs47,2-0 Wo7-18 auf. Schockstadium S3-5, Verwitterungsgrad W2. Pairing: NWA 1929.
Fund 2004. Nordwest-Afrika. TKW 400 g (offiziell 134 g).
Größe 35 x 26 mm, Gewicht 4,52 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
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Meteorit NWA 3117 (Teilscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Howardit.
Eine Impakt-Brekzie mit fein- bis mittelkörnigen Klasten von Diogenit (mit Orthopyroxen) und Eucrit (Kumulat-Basalt mit Pyroxen und Anorthit). Alle Klasten sind stark geschockt (Schockstadium 3 bis 6). Das Material stammt wahrscheinlich vom Asteroiden 4 Vesta.
Fund 2003. Marokko. TKW 234 g.
Größe 20 x 20 mm. Gewicht 3,9 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
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Meteorit NWA 2696 (Teilscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Howardit.
Fund 2004. Nordwest-Afrika. TKW 6,5 kg.
Größe 21 x 20 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
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Meteorit NWA 5959 (Teilscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Howardit.
Der Meteorit enthält Eucrit-Fragmente mit verschiedenen Lithologien sowie Pyroxen-Bruchstücke in einer sehr feinkörnigen Matrix. Bei den Pyroxenen handelt es sich um Enstatit (Fs21.1-34.8 W03.8-3.9), Ferrosilit (Fs60.2 Wo1.7) mit entmischten Pigeonit-Lamellen (Fs26.2 Wo42.1) sowie um Ca-armen Pigeonit.
Fund 2009. Nordwest-Afrika. TKW 1750 g.
Größe 63 x 31 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
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Meteorit NWA 6000 (Teilscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Howardit.
Fund August 2008. Nordwest-Afrika. TKW 308 g.
Größe 16 x 15 mm, Gewicht 1,423 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
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Eucrite
Eucrite enthalten viel Anorthit und Pyroxen (Pigeonit bis Augit) und stellen die asteroidale Kruste von 4 Vesta mit basaltischer Zusammensetzung dar. Sie sind meistens brekziiert. Es lassen sich generell monomikte und polymikte Eucrite unterscheiden, wobei erstere noch weiter unterteilt werden:
1. Monomikte Eucrite (unbrekziiert und brekziiert)
A. Gabbroisch, kumulat
B. Basaltisch
Hauptgruppe / Nuevo Laredo Trend
Stannern Trend
Residual
2. Polymikte Eucrite (brekziiert).
Kumulate Eucrite sind das Produkt gravitativer Trennung bereits kristallisierten Materials von der Schmelze in Magmenkammern. Nicht-kumulate basaltische Eucrite stammen von der obersten, aus einem Magma-Ozean erstarrten Kruste.
Polymikte Eucrite sind Brekzien mit über 90 % eucritischen Klasten. Sie sind das Produkt von Impakten, die tieferes, diogenitisches Material mit eucritischem vermischt haben.
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Meteorit NWA 5018 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter unbrekziierter Eucrit, gabbroisches Kumulat.
NWA 5018 ist ein unbrekziierter kumulater Eucrit mit basaltischer Zusammensetzung, das terrestrische Analogon ist ein Gabbro. Er weist eine grobkörnige Textur aus bräunlichem Pyroxen (Augit mit Entmischungslamellen von Ca-armen Pyroxen und umgekehrt, Fs27-64.1, Wo1.2-44.5) und weißem Anorthit (An78.5-91.1) auf. Untergeordnet sind Ilmenit, Al-Ti-reicher Chromit und Troilit vorhanden. Schockstadium niedrig, Verwitterungsgrad niedrig.
Fund 2007. Nordwest-Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 254 g.
Größe 55 x 44 mm, Gewicht 12,6 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
unten:
Ausschnitt aus der Vollscheibe. Bildbreite 22 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
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Meteorit NWA 3368 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter brekziierter Eucrit, basaltisch, Hauptgruppe / Nuevo Laredo Trend.
Bei dem Meteoriten handelt es sich um eine nicht-kumulate, monomikte Eucrit-Brekzie mit hellen und dunklen Klasten von Millimeter- bis Zentimetergröße in einer feinkörnigen Matrix. Hauptminerale sind Pyroxen (Wo6 En36 Fs59 und Wo40 En30 Fs30) und Anorthit (An90 Ab 10 Or0.4), untergeordnet sind Ilmenit, Chromit, Troilit und Eisen vorhanden.
Fund 2005. Nordwest-Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 1600 g.
Größe 95 x 60 mm, Gewicht 37 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
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Meteorit Camel Donga (Individuum).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter brekziierter Eucrit, basaltisch, Hauptgruppe / Nuevo Laredo Trend.
Das Material besteht hauptsächlich aus Pyroxen (Fs49 Wo16) und Plagioklas (Anorthit, An85). Das Gestein ist durch fraktionale Kristallisation aus einem Magma entstanden. Das Kristallisationsalter liegt bei 4,507 Milliarden Jahren. Ein recht ungewöhnlich hoher Gehalt von metallischem Eisen von 2 % ist wahrscheinlich auf Reduktionsprozesse bei einer thermischen Metamorphose zurückzuführen. Sie wurde wahrscheinlich durch einen größeren Impakt etwa 10 - 15 Millionen Jahre nach der Mantel-Differenziation verursacht.
Das abgebildete Individuum zeigt eine schöne schwarze Schmelzkruste mit flow lines.
Fund ab 1984. Camel Donga, Nullarbor-Ebene, Western Australia, Australien. TKW mindestens 25 kg.
Größe 26 x 17 x 16 mm, Gewicht 8,44 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
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Meteorit NWA 3152 (Teilscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter Eucrit, basaltisch, Hauptgruppe / Nuevo Laredo Trend.
Bei NWA 3152 handelt es sich um einen stark metamorphen (Typ 7), equilibrierten, basaltischen Eucrit mit feinkörniger Textur. Er besteht aus Plagioklas (Anorthit, An91.0-93.1 Or0.4), Ferrosilit (Fs57.7 Wo4.3) mit Entmischungslamellen von Augit (Fs26.9 Wo42.8), etwas Tridymit, akzessorischem Ilmenit und Ti-haltigem Chromit.
Fund 2005. Marokko. TKW 1496 g.
Größe 23 x 16 mm, Gewicht 3,5 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
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Meteorit Stannern (Fragment mit Kruste).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter Eucrit, basaltisch, Stannern Trend.
Bei dem namensgebenden Meteoriten des Stannern-Trends handelt es sich um eine monomikte Brekzie mit mittlerem Metamorphosegrad (Typ 4). Nach der Eruption der Schmelze und Auskristallisation hat es also keine sehr starke Überdeckung gegeben. Stannern (wie die andere Vertreter des Stannern Trends) ist angereichert an inkompatiblen Elementen und weist eine hohes MgO/FeO-Verhältnis auf. Das Gestein besteht aus 33 Vol-% Anorthit (An84), 11 % Ferrosilit (Fs55), 49 % Pigeonit (Fs55En35Wo10), sowie etwas Quarz, Ilmenit, Troilit und Chromit. Die Entstehung des Materials wird durch partielles Aufschmelzen tiefer eucritischer Kruste erklärt, und nachfolgende Assimilation dieser Schmelze durch einen aufsteigenden Magmaplume mit Hauptgruppen-Zusammensetzung.
Das Kristallisationsalter von Stannern liegt bei 4,434 Milliarden Jahren und steht wahrscheinlich in Zusammenhang mit einem Impaktereignis. Ein weiteres Impaktereignis bei etwa 3,7 Milliarden Jahren ist festzustellen. Das CRE-Alter von Stannern beträgt etwa 35,1 Millionen Jahre.
Fall 22. Mai 1808. Stonarov (Stannern), Jihomoravsky, Tschechische Republik. TKW 52 kg.
Größe 14 x 7 mm, Gewicht 0,49 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
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Meteorit NWA 5582 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), brekziierter polymikter Eucrit.
Fund 2008. Marokko. TKW 411 g.
Größe 54 x 44 mm, Gewicht 7,7 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
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Meteorit NWA 5478 (Halbstein).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), brekziierter polymikter Eucrit.
Fund 2008. Nordwest-Afrika. TKW 30,3 g.
Größe 11 x 11 mm, Gewicht 0,542 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
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Diogenite
Diogenite sind kumulate Gesteine aus tieferen Regionen der Kruste von Vesta. Sie bestehen überwiegend aus grobkörnigem Mg-reichen Orthopyroxen (Enstatit). Polymikte Diogenite enthalten bis 10 % eucritische Klasten. Ihren Namen haben die Diogenite nach dem griechischen Philosophen Diogenes von Apollonia (geb. ca. 500 v.d.Z.) erhalten, der als erster eine außerirdische Herkunft der Meteorite vermutete.
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Meteorit Ibbenbüren (Fragment).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), brekziierter monomikter Diogenit.
Das Fragment besteht aus Pyroxen-Kristallen. Angaben zur Zusammensetzung des Pyroxens ließen sich bisher nicht finden.
Fall 17. Juni 1870. Ibbenbüren, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. TKW ca. 2 kg.
Größe 5,5 mm, Gewicht 0,035 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
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Meteorit Dhofar 700 (Teilscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter Diogenit.
Das Material weist eine equigranulare Textur auf und besteht überwiegend aus Orthopyroxen (Enstatit, En62-71 Wo 2.5-7.0). Untergeordnet sind Clinopyroxen (En55-66 Wo8-25), Forsterit (Fo63-68), Anorthit (An89-95), Chromit, Troilit und Fe-Ni-Metall vorhanden. Ein Teil des Materials (einschließlich diese Teilscheibe), weist Vesikel auf. Die Entstehung der Vesikel in einem kumulaten Gestein ist bisher ungeklärt.
Fund 15. November 2002. Dhofar, Oman (19°18.5' N, 54°33.1' E). TKW 2770 g (insges. 12 Steine).
Größe 27 x 19 mm, Gewicht 2,8 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
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Meteorit NWA 4473 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), brekziierter polymikter Diogenit.
Eine Brekzie aus polykristallinen Klasten, die im wesentlichen aus Orthopyroxen (Enstatit) bestehen. Nach chemischen Untersuchungen stammen die Klasten von mindestens drei verschiedenen Diogenit-Lithologien (Enstatit-Zusammensetzungen Fs17.2Wo1.0, Fs21.6Wo2.1 und Fs37.2Wo3.5). Das Material stammt wahrscheinlich vom Asteroiden 4 Vesta.
Fund 2006. Nordwest-Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 7020 g.
Größe 37 x 23 mm, Gewicht 5,4 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
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Olivin-Diogenite
Olivin-Diogenite bestehen überwiegend aus Olivin und Enstatit. Sie repräsentieren noch tiefere Lagen der Kruste oder Material aus dem Mantel von 4 Vesta. Das terrestrische Äquivalent sind Peridotite bzw. Harzburgite.
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Meteorit NWA 1877 (Fragment).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Olivin-Diogenit.
Bei dem Meteoriten handelt es sich um einen gelbgrünen, harzburgitischen Peridotit mit etwa gleichen Gehalten an Forsterit (Fa 27.8) und Enstatit (Orthopyroxen Fs 22.4-23.3 Wo 1.5) sowie etwas Mg- und Al-haltigem Chromit. Im Unterschied zu anderen Olivin-Diogeniten enthält er keinen Plagioklas. NWA 1877 repräsentiert wahrscheinlich ein primitives Mantelgestein und stammt aus größeren Tiefen des Mantels des Asteroiden 4 Vesta als andere bis dahin bekannte Olivin-Diogenite.
Fund 2003. Wahrscheinlich nahe Irtimi, Marokko. TKW 312 g.
Größe 15 mm, Gewicht 1.21 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
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Meteorit NWA 5480 (Endstück).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Olivin-Diogenit.
Das Material besteht aus 57 % Olivin (Forsterit, Fa30.2), 42 % Orthopyroxen (Enstatit, Fs24.8 Wo1.8), 1 % Chromit und Akzessorien. Wie bei NWA 1877 fehlt auch hier Plagioklas. Das mittel- bis grobkörnige Gestein wird als Olivin-Diogenit bezeichnet, das terrestrische Analogon ist ein Harzburgit. Olivin und Orthopyroxen sind sehr inhomogen und schlieren-artig verteilt, es wechseln braune Bereiche aus überwiegend Forsterit und grüne, überwiegend aus Enstatit bestehende. Das Material wurde im Vesta-Mantel offenbar aufgeheizt, bis es plastisch reagierte und miteinander vermischt wurde. NWA 5480 könnte ein residuales Material nach partiellem Schmelzen und Abtrennung eines Magmas repräsentieren.
Fund Juli 2008. Arg Shash, Mali. TKW 4912 g.
Größe 32 x 22 mm, Gewicht 10.52 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
unten:
Die Rückseite des Exemplars mit der Oberfläche des Meteoriten. Deutlich sind die Bereiche mit grünem Enstatit und braunem Olivin sowie einige kleine schwarze Chromit-Kristalle zu erkennen. Eine Schmelzkruste fehlt.
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HED-Gruppe, nicht klassifiziert
Hier wird ein polymikter, achondritischer Meteorit aufgeführt, der sich nach seinen Bestandteilen nicht in die Klassifikation der HED-Gruppe einordnen lässt. | |
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Meteorit NWA 5743 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), polymikt.
Bei dem Meteoriten handelt es sich um einen polymikten Achondriten mit Komponenten sehr verschiedener Lithologien, der wahrscheinlich von 4Vesta stammt. Er ist das Produkt eines Impaktes, der Material aus tieferen Bereichen des Asteroiden mit anderen Gesteinen vermischte. Der Meteorit enthält etwa 40 % Olivin-Diogenit-Komponente, 20 % Eucrit-Komponente sowie eine dunkle, metallreiche, lodranitische Komponente. Sehr ungewöhnlich ist das metallreiche Material in einem Meteoriten der HED-Gruppe. Es stammt wahrscheinlich von dem Impaktor.
Die Zusammensetzung des Meteoriten passt nicht zu der aktuellen Klassifikation der Vesta-Meteoriten.
Fund 2008. Nordwest-Afrika. TKW 216,4 g.
Größe 26 x 22 mm, Gewicht 3,7 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Beide Seiten der Scheibe.
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weiter zu
Literatur siehe Hauptseite Meteorite
Weitere verwendete Literatur:
Vesta http://de.wikipedia.org/wiki/Vesta_(Asteroid); http://hubblesite.org/newscenter/archive/releases/1997/27/text/; Irving et al. (2009) 40th Lunar and Planetary Science Conference, 2466
NWA 1877: Irving et al. (2005) Lunar and Planetary Science XXXVI, 2188
NWA 3368: Gardner et al. (2006) Lunar and Planetary Science XXXVII, 2389
NWA 4473: Bunch et al. (2007) 70th Annual Meteoritical Society Meeting, 5133
NWA 5480: Irving et al. (2009) 40th Lunar and Planetary Science Conference, 2466
Camel Donga: Cleverly, W.H. et al. (1986) Meteoritics 21, 263-269; Miura, Y. et al. (1998) Geochimica et Cosmochimica Acta 62, 2369-2387
Stannern: von Engelhardt, W. (1963): Der Eucrit von Stannern.- Beitr. Min. Petr. 9, 65-94
© Thomas Witzke / Stollentroll
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