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           Achondrite   -   Fotos und Klassifikation


   Primitive Achondrite: Acapulcoite, Lodranite, Winonaite, Metachondrite


ACHONDRITE

Primitive Achondrite
PAC-Gruppe

Differenzierte Asteroidale Achondrite

Vesta Meteorite
HED-Gruppe

Mars Meteorite
SNC-Gruppe

Lunare Meteorite
LUN-Gruppe
Achondrite sind eine sehr heterogene Klasse von Steinmeteoriten, die keine Chondren aufweisen. Sie stammen von differenzierten Körpern auf denen es durch Schmelzprozesse zu einer Trennung von Kern und Mantel gekommen ist.
Den Übergang zwischen den undifferenzierten Chondriten und den differenzierten Achondriten stellen die Primitiven Achondrite (PAC) dar: Acapulcoite, Lodranite, Winonaite und Metachondrite. Ihr Chemismus entspricht etwa dem der Chondrite, jedoch wurde die chondritische Textur durch teilweises Schmelzen oder Metamorphose komplett oder nahezu komplett überprägt. Primitive Achondrite stammen von kleineren Asteroiden, die recht schnell erstarrt sind, ohne dass eine vollständige Differentiation erfolgte.

Die differenzierten Achondrite stammen von mittelgroßen bis großen Asteroiden (wie z.B. Vesta), anderen Planeten (Mars und eventuell Merkur) oder dem Erdmond.
Etwa 7,8 % der Meteoritenfälle sind Achondrite.





      Primitive Achondrite: Acapulcoite, Lodranite, Winonaite, Metachondrite


Acapulcoite und Lodranite
Acapulcoite werden nach dem Fall 1976 bei Acapulco, Mexico und die Lodranite nach dem Fall von 1868 bei Lodran, Punjab, Pakistan benannt. Acapulcoite und Lodranite stammen wahrscheinlich von einem Körper, einem kleinen S-Typ Asteroiden. Die Meteorite repräsentieren eine extrem primitive, durch partielle Differentiation entstandene Gruppe. Sie bestehen aus feinkörnigem Olivin, Orthopyroxen, Plagioklas, Ni-Fe-Metall und Troilit. Reliktische Chondrulen können vorhanden sein. Lodranite sind etwas grobkörniger (0.5 - 1.0 mm) und bei höheren Temperaturen entstanden als Acapulcoite (0.2 - 0.4 mm Korngröße). Sie dürften deshalb aus tieferen Bereichen des Mutterkörpers stammen, wo sie stärker aufgeheizt wurden und langsamer abkühlten. Auf Grund ihren z.T. relativ hohen Metallgehaltes wurden Lodranite früher bei den Stein-Eisen-Meteoriten eingeordnet. Acapulcoite und Lodranite sind sehr selten.

Meteorit NWA 3305 (kleine Vollscheibe).
Primitiver Achondrit, Acapulcoit.


Bisher sind keine weiteren Daten zu dem Meteoriten verfügbar.

Fund 2005. Nordwest Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 82,1 g.

Größe 16 x 5 mm, Gewicht 0,18 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 2714 (Endstück).
Primitiver Achondrit, Lodranit.


Das Material weist eine polygonal-granulare Textur aus bis etwa 1 mm großen Körnern von Forsterit (Fa 8.1), Enstatit (Fs 8.6) und Albit (An 22.2) auf. Weiterhin sind Kamacit in Körnern und dünnen Adern und etwas Chromit vorhanden. Ursprünglich als Acapulcoit klassifiziert (Meteoritical Bulletin Database), 2007 auf Grund der Korngröße reklassifiziert als Lodranit. Schockstadium S1, Verwitterungsgrad W3/4.

Fund 2004. Nordwest Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 1656 g.

Größe 26 x 16 mm, Gewicht 3,9 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 4478 (Teilscheibe).
Primitiver Achondrit, Lodranit (brekziiert).


Es handelt sich um einen brekziierten Lodraniten, der aus bis mehrere Millimeter großen Mineralkörnern und polykristallinen Klasten in einer feinkörnigen Matrix besteht. Die Mineralkörner bestehen entweder aus Forsterit (Fa 10.6-10.9) oder Orthopyroxen (Enstatit) mit Clinopyroxen-Entmischungslamellen. Die polykristallinen Klasten enthalten Olivin, Ortho- und Clinopyroxen, Chromit, Kamacit, Pyrrhotin, Pentlandit und Troilit. Die Matrix wird aus den gleichen Phasen aufgebaut. NWA 4478 ist der erste bekannte brekziierte Lodranit. Er gilt als Beleg, dass auf dem Acapulcoit-Lodranit-Mutterkörper ein Regolith vorhanden ist.

Fund September 2006. Algerien. TKW 444 g (2 Steine).

Größe 19 x 17 mm, Gewicht 2,078 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 5981 (Vollscheibe).
Primitiver Achondrit, Lodranit (brekziiert).


Fund 2009. Nordwest-Afrika. TKW 243 g.

Größe 64 x 45 mm, Gewicht 12,3 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



Winonaite
Winonaite sind feinkörnige, überwiegend aus Pyroxen und untergeordnet aus Mg-reichem Olivin, Troilit und Ni-Fe-Metall bestehende Gesteine. Die Chemie und das Sauerstoffisotopenmuster setzen Winonaite in Beziehung zu Silikateinschlüssen in IAB Eisenmeteoriten. Wahrscheinlich stammen beide von einem Mutterkörper.
Einige primitive Winonaite enthalten reliktische Chondren und wurden als metamorpher Typ 5 oder 6 eingestuft. Winonaite werden deshalb auch als Metachondrite oder W-Chondrite bezeichnet.

Meteorit NWA 516 (Fragment).
Primitiver Achondrit, Winonait, primitiv.


Bei dem Meteoriten NWA 516 handelt es sich um einen primitiven Winonait, sehr ähnlich Pontlyfni. Die texturellen Eigenschaften primitiver Winonaite weisen darauf hin, dass es sich um stark metamorphe Chondrite handelt. Der Fayalit-Gehalt im Olivin von NWA 516 ist sehr niedrig, die Zusammensetzung liegt sehr dicht am Forsterit-Endglied (Fa1,1). Er ist damit niedriger als bei typischen Winonaiten. Zum Pyroxen-Chemismus liegen keine Daten vor. Schockstadium S2, Verwitterungsgrad W3.
Für den sehr ähnlichen Pontlyfni wurde ein Kristallisationsalter von 4,538 Milliarden Jahren festgestellt.

Fund 2000. Nordwest-Afrika. TKW 68 g.

Größe 3,5 x 3 mm, Gewicht 0,07 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Winona (Fragment).
Primitiver Achondrit, Winonait, typisch.


Der Meteorit wurde 1928 bei archäologischen Ausgrabungen im prähistorischen Elden Pueblo bei Winona gefunden. Die Siedlung wurde zwischen etwa 1070 und 1275 von dem als Sinagua bekannten indianischen Volk bewohnt. Der Meteorit fand sich im Boden unter einem Raum, begraben in einer Steinkiste. Der Fund weist darauf hin, dass der Meteorit als ein heiliges Objekt betrachtet wurde, wahrscheinlich nachdem sein Fall beobachtet wurde.
Der Winona Meteorit besteht überwiegend aus gleichkörnigem Enstatit (Fs6), Forsterit (Fa5), Albit (An10) und Troilit. Die chemische Zusammensetzung entspricht etwa der von Chondriten. Das Kristallisationsalter liegt bei 4,45 Milliarden Jahren.

Fund 1928. Elden Pueblo, Winona, Coconino County, Arizona, USA. TKW 24 kg.

Größe 4 mm, Gewicht 0,05 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 4024 (Endstück).
Primitiver Achondrit, Winonait.


Der Meteorit ähnelt verschiedenen Eisenmeteoriten mit Silikateinschlüssen, speziell besteht eine enge Beziehung zu IAB Meteoriten. Die Silikatphase besteht überwiegend aus einem Ca-armen Pyroxen (Fs 6,1), daneben sind Ca-reicher Pyroxen, Forsterit (Fa 4,2) und Plagioklas (An 11) vorhanden. Die Metallphase zeigt Widmannstättensche Figuren. Die Unterscheidung zwischen eisenreichen Winonaiten und silikatreichen Eisenmeteoriten ist problematisch und z.T. umstritten.
Untersuchungen von Wolfram-Isotopen ergaben ein Alter von 4,553 Milliarden Jahren, das wahrscheinlich das Ende der Metall-Silikat-Equilibrierung während der Abkühlung des Winonait-Mutterkörpers repräsentiert oder möglicherweise auch das Datum einer durch einen Impakt ausgelösten Re-Equilibrierung. Das Ereignis liegt damit rund 14 Millionen Jahre nach der CAI-Bildung.

Fund August 2005. Nordwest Afrika. TKW offiziell 38,1 g, vermutlich ca. 500 g.

Größe 20 x 9 mm, Gewicht 2,37 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 6187 (Teilscheibe).
Primitiver Achondrit, Winonait.




Fund 2009. Nordwest Afrika. TKW 20 g.

Größe 25 x 18 mm, Gewicht 2,204 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



CV-Metachondrite
Die chemische Zusammensetzung von CV-Metachondriten entspricht der von CV-Chondriten und unterscheidet sich von anderen kohligen oder gewöhnlichen Chondriten. Die Sauerstoff-Isotopen-Daten fallen ebenfalls in das CV-Feld. Das Hf/W-Verhältnis und W-Isotopendaten unterscheiden sich nicht von denen des CV-Chondriten Allende. Die Daten weisen auf einen relativ großen und mindestens teilweise in eine Metall+Silikat-Kernregion mit silikatreichem Mantel differenzierten CV-Mutterkörper hin, der von einem Chondren- und CAI-reichen Regolith bedeckt ist. Die tiefsten Regionen wurden wahrscheinlich innerhalb der ersten 10 Millionen Jahre des Sonnensystems metamorphisiert und/oder aufgeschmolzen unter Ausbildung primitiver achondritischer Lithologien.

Meteorit NWA 3133 (Teilscheibe).
Primitiver Achondrit (CV-Metachondrit), anomal, ungruppiert.


Der Meteorit weist eine equigranulare Textur aus etwa 0,28 mm großen, subidiomorphen bis xenomorphen Körnern auf. Chondren sind nicht vorhanden. Der Mineralbestand ist hoch equilibriert: Forsterit (Fa 22.2 - 22.6), Enstatit (Orthopyroxen Fs 18.6 Wo 2.8 - Fs 19.2 Wo 2.1), Diopsid (Clinopyroxen Fs 7.3 Wo44.6 - Fs 8.7 Wo 42.2), Anorthit (intermediärer Plagioklas An 50.1 Or2.5 - An 53.5 Or2.3), Merillit, Chromit, Ni-Fe-Metall (Ni = 17.4 - 20.2 wt.%) und Troilit.

Fund 2004. Marokko. TKW 4,19 kg.

Größe 10 x 9 mm, Gewicht 1,1 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



CR-Metachondrite

Meteorit NWA 4587 (Teilscheibe).
Primitiver Achondrit (CR-Metachondrit), ungruppiert.


NWA 4587 besteht im wesentlichen aus großen, braunen Pyroxen-Kristallen (Pigeonit mit feinen Entmischungslamellen von Clinopyroxen), untergeordnet sind Plagioklas und einige Akzessorien enthalten. Der Meteorit gehört zu einer Pairing-Gruppe (NWA 011, NWA 2400, NWA 2976), deren Sauerstoff-Isotopendaten auf der CR-Linie liegen. Auch auf dieser Linie liegen der etwas schwächer metamorphisierte NWA 3100 und eventuell Tafassasset. Es wird deshalb davon ausgegangen, dass der Mutterkörper zum CR-Clan gehört und groß genug gewesen ist, so dass es zu einer beträchtlichen Metamorphose und teilweisen Aufschmelzung gekommen ist. Nach spektroskopischen Untersuchungen könnte der Asteroid 1459 Magnya der Mutterkörper der NWA 011-Pairinggruppe sein. Der nur 30 km große Asteroid ist wahrscheinlich ein Rest eines größeren, differenzierten Körpers, der vor langer Zeit zerstört wurde.

Fund 2006. Algerien. TKW 530 g.

Größe 17 x 10 mm, Gewicht 1,468 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



H-Metachondrite

Meteorit NWA 2635 (Endstück).
Primitiver Achondrit (H-Metachondrit), ungruppiert.


Der Meteorit ist rekristallisiert und weist eine Textur aus polygonalen Körnern unter 0,5 mm Abmessung auf, nur einige Pyroxen-Kristalle sind etwas größer. Olivin und Orthopyroxen sind homogen (Fa18.9, Fs16.8Wo2.9) und belegen eine starke Equilibrierung. Außerdem sind Albit, Taenit (mit 18.9 % Ni) und Troilit vorhanden. Die Zusammensetzung entspricht etwa der von H-Chondriten. Reliktische Chondren sind nicht mehr erkennbar. Schockstadium S1, Verwitterungsgrad W2.

Fund Herbst 2004. Nordwest-Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 4,2 kg.

Größe 24 x 20 mm, Gewicht 4,73 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



Enstatit-Achondrite

Meteorit Zaklodzie (Teilscheibe).
Primitiver Achondrit (Enstatit-Achondrit), ungruppiert.


Der Meteorit weist eine Kumulat-Textur auf und enthält etwa 60 % Enstatit, 20 % Ni-Fe-Metall, 10 % Troilit, 10 % Albit und einige Akzessorien wie Oldhamit, Alabandin und Keilit. Die Akzessorien, speziell Keilit, weisen auf sehr reduzierende Bedingungen bei der Entstehung hin. Die chemische Zusammensetzung des Meteoriten ist ähnlich der von EL Enstatit-Chondriten, der Mutterkörper gehört deshalb vermutlich zu dieser Klasse von Asteroiden. Das Alter des Materials wurde mit etwa 4,562 Mrd. Jahren bestimmt (Al-Mg-Alter). Durch den Zerfall von 26Al wurde der Asteroid wahrscheinlich vor etwa 4,4 Mrd. Jahren weitgehend aufgeschmolzen. Bei der Abkühlung sind bei etwa 600 - 580ºC die Sulfide auskristallisiert. Durch eine Kollision gab es vor etwa 2,1 Mrd. Jahren vermutlich eine partielle Wieder-Aufschmelzung des Materials.

Fund September 1998. Zaklodzie, Zamosc, Polen. TKW 8,68 kg.

Größe 10 x 7 mm, Gewicht 0,63 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 4301 (Teilscheibe).
Primitiver Achondrit (Enstatit-Achondrit), ungruppiert.


Der Meteorit ist dem gerade beschriebenen Zaklodzie sehr ähnlich, wurde jedoch in 3000 km Entfernung von diesem gefunden, so dass es sich sicher nicht um den selben Fall handelt. Beide Meteorite dürften aber aus der gleichen Quelle stammen. NWA 4301 weist eine subequigranulare, magmatische Kumulat-Textur auf. Er enthält etwa 70 % Enstatit, 15 % Ni-Fe-Metall, 10 % Albit, 5 % Troilit und etwas Daubreelit als Einschlüsse in Enstatit.

Fund April 2006. Mauretanien oder Algerien. TKW 685 g.

Größe 15 x 14 mm, Gewicht 1,1 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Itqiy (Teilscheibe).
Primitiver Achondrit (Enstatit-Achondrit), ungruppiert.


Bei Itqiy handelt es sich nach neuen Untersuchungen um einen Primitiven Enstatit-Achondriten (in Meteoritical Bulletin Database als EH7-anomal klassifiziert), der sich deutlich von anderen Enstatit-reichen Meteoriten wie den Aubriten unterscheidet. Er ist nach Untersuchungen der Sulfid-Zusammensetzungen wahrscheinlich auch nicht aus EL- oder EH-Chondriten entstanden. Die Differenzen zu Zaklodzie legen weiterhin nahe, dass Itqiy nicht von dem selben Mutterkörper wie dieser stammt. Das Material kann als das Enstatit-Äquivalent zu den Lodraniten betrachtet werden.
Itqiy weist eine grobkörnige, equigranulare, homogene Textur aus überwiegend Enstatit, ca. 25 % Kamacit sowie einigen Akzessorien wie Troilit, Oldhamit und Alabandit auf. Er ist unter sehr reduzierenden Bedingungen entstanden. Es lassen sich zwei thermische Ereignisse bei der Entstehung von Itqiy unterscheiden. Ein erster Hochtemperatur-Prozess führte zu einer intensiven Rekristallisation und Equilibrierung von Enstatit. Dabei wurde durch fraktioniertes Schmelzen ein sulfid- und feldspatreiches Magma produziert, dass später abgetrennt wurde. Ein zweites, jüngeres Ereignis, wahrscheinlich ein Impakt, führte zu undulöser Auslöschung, irregulären Brüchen und Mosaikbildung im Enstatit.

Fall um 1990 (?), wahrscheinlich aber vor ca. 5800 +/- 500 Jahren. Fund Juli 2000. Itqiy, Saguia el Hamra, West-Sahara (26°35'27''N, 12°57'08''W). TKW 4,72 kg.

Größe 23 x 20 mm, Gewicht 1,056 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



weitere ungruppierte Primitive Achondrite

Meteorit Tafassasset (Teilscheibe).
Primitiver Achondrit, ungruppiert (oder stark metamorpher CR-Chondrit ?).


Tafassasset besteht überwiegend aus Forsterit sowie aus Enstatit mit Entmischungen von Clinopyroxen, Kamacit (ca. 10 %), etwas Plagioklas (Albit), Troilit und Chromit. Das Material ist stark metamorph überprägt. Vereinzelt sind reliktische Chondren vorhanden. Nach dem chemischen Analysen und Sauerstoffisotopendaten zeigt Tafassasset ein uneinheitliches Bild, was sich in Problemen mit der Klassifikation äußert. Zum Teil wurden enge Beziehungen zu den CR-Chondriten gefunden. Im Vergleich zu der Zusammensetzung der CR-Chondrite ist Tafassasset jedoch fraktioniert, was bedeutet, dass die Metamorphose nicht isochemisch verlief. Dies könnte auf mobile wässrige Fluide zurückzuführen sein oder auf eine partielle Aufschmelzung. Nach anderen Untersuchungen ist auf Grund der Verhältnisse refraktärer Elemente eine Beziehung zu den CR-Chondriten nicht gegeben, statt dessen aber zu primitiven Achondriten, speziell den Brachiniten. Dagegen ordnen weitere chemische und Isotopen-Untersuchungen Tafassasset in die Verwandschaft der LL-Chondrite ein. Der Mutterkörper könnte aus FeO-reichem Material bestehen, das teilweise differenziert wurde und abkühlte, ohne eine Homogenität bei der Sauerstoffisotopie zu erreichen, und ist vermutlich in der gleichen Region wie der CR-Mutterkörper entstanden.

Fund 2003. Tenere Wüste, nördliches Niger. TKW 114 kg.
Größe 40 x 17 mm, Gewicht 3,4 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 3250 (kleine Teilscheibe).
Primitiver Achondrit, ungruppiert.


Über den Meteoriten sind bisher kaum Informationen verfügbar. Die Isotopendaten (Zahlen bisher nicht veröffentlicht) liegen im d17O/d18O-Diagramm (Quelle: ebay-Auktion von diesem Exemplar) außerhalb der Bereiche anderer Meteorite.

Fund ?. Nordwest-Afrika. TKW ?.

Größe 14 x 5 mm, Gewicht 0,4 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 5297 (Vollscheibe).
Primitiver Achondrit, ungruppiert.


Der Meteorit besteht aus Forsterit (Fa28.6), Orthopyroxen, Taenit (ca. 10% Ni), Albit (Ab86.2 An9.1 Or4.7) und Troilit. Er weist ein metamorphes, poikiloblastisches Gefüge auf. Reliktische Chondren sind nicht vorhanden. Die Sauerstoffisotopenzusammensetzung zeigt Beziehungen zu den LL-Chondriten. Der Gehalt an metallischem Eisen von etwa 10 % ist jedoch höher, als er bei einem stark metamorphen LL-Chondriten zu erwarten ist. Auch die Olivinzusammensetzung liegt außerhalb des Bereichs equilibrierter LL-Chondrite. Das Material dürfte deshalb von einem separaten Mutterkörper stammen.

Fund 2008. Alargoug, Marokko. TKW 130 g.

Größe 23 x 18 mm, Gewicht 3,1 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



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Literatur siehe Hauptseite Meteorite
Weitere verwendete Literatur:
Itqiy: Patzer, A. et al. (2001) Meteoritics and Planetary Science 36, 1495-1505
NWA 2714: http://www4.nau.edu/meteorite/Meteorite/Acapulcoite.html
NWA 3133: Schoenbeck et al., (2006) Lunar and Planetary Science XXXVII, 1550 und Irving et al. (2008)
NWA 4024: Schulz et al. (2007) Lunar and Planetary Science XXXVIII, 1760
NWA 4478: Irving et al. (2007) 70th Annual Meteoritical Society Meeting, 5129
NWA 4587: Bunch et al. (2008) Lunar and Planetary Science XXXIX, 1991; Floss, C. et al. (2005) Meteoritics and Planetary Science 40, 343-360
Tafassasset: Bunch et al. (2008) Lunar and Planetary Science XXXIX, 1991; Gardner-Vandy et al. (2008) Lunar and Planetary Science XXXIX, 2307
Zaklodzie: Przylibski et al. (2005) Meteoritics and Planetary Science 40, 185-200



© Thomas Witzke / Stollentroll


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