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Weilit


Formel: Ca(AsO3OH), triklin

Typlokalität: Schneeberg, Erzgebirge, Sachsen (und St. Marie-aux-Mines, Frankreich)

Erstbeschreibung:
HERPIN, P. & PIERROT, R. (1963): La weilite, CaH(AsO4), un nouvel arseniate de calcium isomorphe de la monetite.- Bulletin de la Société Française de Minéralogie et de Cristallographie 86, 368-372




Weißer Weilit. Schlema, Erzgebirge, Sachsen. Bildbreite 4 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


 
           Ein neues Calciumarsenat

Das Mineral wurde von P. HERPIN & Roland PIERROT (1963) auf zwei als "Wapplerit" etikettierten Museumsproben von Schneeberg, Sachsen, auf einer als "Haidingerit" bezeichneten Stufe von Baden und auf Proben von Sainte-Marie-aux-Mines, Frankreich, entdeckt. Als synthetische Verbindung wurde CaHAsO4 bereits 1941 durch Henri GUÉRIN (nach dem später das Mineral Guerinit benannt wurde) publiziert. Weilit bildet weiße, porzellanartige pulverige Überzüge oder Pseudomorphosen nach Pharmacolit oder Haidingerit. Das Mineral kristallisiert triklin, Raumgruppe P-1, a = 7.11, b = 6.94, c = 7.15 Å, α = 94°, β = 101°, γ = 87°, V = 346.7 Å3 mit Z = 4, und ist isomorph mit Monetit, dem analogen Calciumhydrogenphosphat. Gitterparameter von Weilit werden nur für synthetisches Material angegeben, Röntgenpulverdaten für eine Probe von Sainte-Marie-aux-Mines und das Syntheseprodukt. Die berechnete Dichte beträgt 3.45, die gemessenen Dichte 3.48 g/cm3. Weilit ist optisch zweiachsig negativ mit 2V = 82°. Zwei Brechungsindizes nmin = 1.664 und nmax = 1.688 konnten an synthetischem Material bestimmt werden.
Für die chemische Analyse wurden 70 mg Substanz von Schneeberg und 50 mg Substanz von Sainte-Marie-aux-Mines verwendet. Die Analysen stimmen relativ gut mit der theoretischen Zusammensetzung überein (siehe Tabelle), wobei der Wassergehalt jedoch etwas zu hoch ist, was vermutlich auf etwas beigemengten Pharmacolit zurückzuführen ist. Als Begleitminerale des Schneeberger Weilits geben HERPIN & PIERROT Skutterudit, Rammelsbergit, Safflorit, Pharmacolit, Erythrin, Hörnesit, Gips und Annabergit an, Weilit von Sainte-Marie-aux-Mines sitzt auf Arsen.
Weilit wurde nach Prof. René WEIL (geb. 1901), Laboratorium für Mineralogie und Petrographie an der Universität Strasbourg, Frankreich, benannt. Das Mineral wurde von der Commission on New Minerals and Mineral Names der IMA anerkannt (IMA 1963-006).


           Eine Strukturanalyse

G. FERRARIS & G. CHIARI (1970) führten eine Einkristall-Strukturanalyse an synthetischem Weilit durch. Sie konnten die trikline Symmetrie und die Raumgruppe P-1 bestätigen. Geringe, aber signifikante Unterschiede zu den Daten von HERPIN & PIERROT (1963) gab es bei den Gitterparametern. FERRARIS & CHIARI fanden eine Zelle mit a = 7.0591, b = 6.8906, c = 7.2006 Å, α = 97°26', β = 103°33', γ = 87°45'.


Literatur:
FERRARIS, G. & G. CHIARI (1970): The crystal structure of CaHAsO4 (weilite).- Acta Crystallographica B 26, 403–410

HERPIN, P. & PIERROT, R. (1963): La weilite, CaH(AsO4), un nouvel arseniate de calcium isomorphe de la monetite.- Bulletin de la Société Française de Minéralogie et de Cristallographie 86, 368-372



Chemische Analyse von Weilit (in Masse-%)

    Weilit
  von Schneeberg
  (HERPIN & PIERROT, 1963)   
  Weilit,
  theoretische
  Zusammensetzung   
  CaO   32.4   31.11
  As2O5   60.8   63.89
  H2O     6.8     5.00
  Summe    100.0 100.00




© Thomas Witzke / Stollentroll

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