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Benennung der Minerale


In der Benennung der Minerale spiegelt sich deutlich die Zeit der Beschreibung wieder. Die ältesten Namen für Minerale, für die eine Erstbeschreibung aus Sachsen nachweisbar ist, stammen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Minerale aus Thüringen oder Sachsen-Anhalt spielen bei den Erstbeschreibungen zu dieser Zeit noch keine Rolle. Bei diesen alten Namen handelt es sich um Bergmannsbezeichnungen oder um lateinische Bezeichnungen aus den Schriften von Gelehrten. Von den Bezeichnungen der Bergleute sind Wismut (Bismut) und Schörl als heutige Namen, "Fluss" bzw. "Fluores" in der Form Flussspat als Trivialname sowie in latinisierter Form als Fluorit und die "Pechblende" als Trivialname für Uraninit weiter in Gebrauch.

In den frühen Schriften der Gelehrten verwendete Bezeichnungen stellen gleichzeitig eine Kurzbeschreibung dar, zwischen einem Namen und einer Beschreibung kann man hier nicht eindeutig trennen. So findet sich z.B. bei Johannes KENTMANN (1565) der Chlorargyrit als "Argentum, Flavi coloris. Cornu pellucido simile". Diese Art der Benennung bzw. Beschreibung ist zum Teil bis in das 18. Jahrhundert gebräuchlich gewesen. Vergleichbare Bezeichnungen verwendete auch Carl von LINNÉ in den ersten Auflagen seines "Systema Naturae" ab 1735. Nach diesem Prinzip ist auch noch das für die sächsischen Minerale wichtige Werk "Index Fossilium" (besser bekannt als "Lithophylacium Bornianum") von Ignatz Edler von BORN 1772 aufgebaut. Hier findet sich z.B. das später Torbernit genannte Mineral als "Mica viridis crystallina" oder die Pechblende als "Pseudogalena nigra compacta".

Auf der Grundlage vergleichbarer lateinischer Beschreibungen und der Notwenigkeit einer Klassifikation durch die zunehmende Entdeckung und Beschreibung neuer Pflanzen- und Tierarten entwickelte Carl von LINNÉ ein binomiales System von Benennungen aus einem Gattungs- und Artnamen in späteren Auflagen des "Systema Naturae". Die Arbeit an der binomialen Nomenklatur der Minerale wurde von J.F. GMELIN in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts weitergeführt. Die Attraktivität des LINNÉschen Systems veranlasste MOHS ab 1820 zu einem daran angelehnten deutschen System. So findet sich hier z.B. "hemiprismatische Rubinblende" 1824 für das später Miargyrit genannte Mineral. Auch J.D. DANA verwendete in seinem "System of Mineralogy" 1836 zunächst die Gattungs- und Artnamen. Noch 1847 publizierte GLOCKER eine lateinische binomiale Taxonomie. Keine dieser Nomenklaturen hat sich jedoch durchsetzen können. Die Ursachen sind sicher vielfältig. Zu dem Scheitern hat beigetragen, dass die Minerale bei den einzelnen Autoren unterschiedliche Namen hatten, und diese Namen zum Teil sehr lang und sperrig waren und das Lateinische als Gelehrtensprache an Bedeutung verlor. Auch eine zum Teil übertriebene Unterteilung und Abgrenzung von Varietäten und Ausbildungsvarianten mag dazu beigetragen haben.

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts kamen etwa parallel zu der binomialen Nomenklatur eine auf chemischen Prinzipien oder den Eigenschaften der Minerale basierende Benennung durch WALLERIUS und Axel von CRONSTEDT auf. Abraham Gottlob WERNER, der das LINNÉsche System strikt ablehnte, setzte sich ebenfalls für solche Benennungen ein. Viele Minerale, die vorher nur deutsche Bezeichnungen hatten, erhielten schließlich durch die Arbeit von Mineralsystematikern wie HAIDINGER oder DANA ihre heute gebräuchlichen internationalen Namen.

In den folgenden Tabellen soll hier nur auf die heute gebräuchlichen Namen eingegangen werden, die zum Teil mit den ursprünglichen Namen nicht übereinstimmen. Einige der Minerale wurden von den Erstbeschreibern nicht benannt (z.B. Bunsenit, Aerugit, Xanthiosit, Köttigit, Helvin), andere hatten zunächst nur deutsche Bezeichnungen (z.B. Pechblende).


     1. Benennung der Minerale nach bestimmten Eigenschaften

     2. Benennung der Minerale nach dem Chemismus oder nach einer Kombination von Chemismus und Eigenschaften

     3. Benennung der Minerale nach Personen

     4. Benennung der Minerale nach Fundorten

     5. Benennung der Minerale nach Beziehungen zu vorher beschriebenen Mineralen



1. Benennung der Minerale nach bestimmten Eigenschaften

Der größte Teil der sächsischen Originale wurde im 19. Jahrhundert beschrieben. Zu dieser Zeit wurden Minerale überwiegend nach bestimmten Eigenschaften, dem Chemismus oder der Kombination von Eigenschaften und Chemismus benannt. Üblicherweise wurde hier auf griechische oder lateinische Wörter zurückgegriffen. Dabei wurde der Name z.B. nach der Farbe (Helvin, Erythrin), der Morphologie (Pitticit, Prismatin), der guten Schmelzbarkeit (Eulytin), der Verwendung als Flussmittel (Fluorit) oder anderen Eigenschaften gewählt. In vielen Fällen stammen diese Namen von Mineralsystematikern, die nicht mit den Erstbeschreibern identisch sind.
Vergleichbar ist die Situation bei den Erstbeschreibungen aus Sachsen-Anhalt und Thüringen.

In der Tabelle wird deutlich, dass ausnahmslos alle Minerale, die ihren Namen nach bestimmten Eigenschaften erhalten haben, vor 1900 benannt wurden.


Tabelle 1.1. Benennung der Minerale nach bestimmten Eigenschaften - Erstbeschreibungen aus Sachsen

  Mineral   Jahr   Name nach
  Helvin   1804 / 1817   gr. helios = Sonne (nach der gelben Farbe)
  Xanthiosit   1858 / 1869   gr. xanthos = gelb, thion = Schwefel (nach der schwefelgelben Farbe)
  Xanthokon    1840   gr. xanthos = gelb, konis = Pulver (nach der gelben Strichfarbe)
  Erythrin   ? / 1832   gr. erythros = rot (nach der Farbe)
  Lavendulan     1837   nach der Farbe der Blüte der Spica lavendula = Lavendel
  Aerugit   1858 / 1869   lat. aeruqo = Grünspan (nach der Farbe)
  Pyrostilpnit   1830 / 1868   gr. pyr = Feuer, stilpnos = scheinen (nach der Farbe und dem Glanz)
  Pitticit   1808 / 1813   gr. pitta = Pech (nach dem Aussehen)
  Emplektit   1817 / 1853   gr. emplektos = verwachsen (wegen der Verwachsungen mit Quarz)
  Amblygonit   1817   gr. amblygonios = stumpfwinklig (nach den Spaltrichtungen)
  Prosopit   1853   gr. prosopis = maskieren (wegen der häufigen Pseudomorphosen)
  Atelestit   1832   gr. ateles = nicht perfekt (wegen der unvollständigen Kenntnis zur Zeit der Erstbeschreibung)  
  Prismatin   1886   nach der prismatischen Morphologie
  Diaphorit   1871   gr. diaphoros = verschieden (Abgrenzung gegen Freieslebenit)
  Heterogenit   1872   gr. hetero = anderer, genus = Art (wegen der Ähnlichkeit mit Mn-Mineralen)
  Skorodit   1818   gr. skorodion = knoblauchartig (nach dem Geruch beim Erhitzen)
  Eulytin   1827 / 1823   gr. eu = gut, lytos = schmelzen (nach dem niedrigen Schmelzpunkt)
  Pyromorphit   1693 / 1809   gr. pyr = Feuer, morphos = Gestalt (nach dem Verhalten vor dem Lötrohr, beim Erkalten bilden sich glänzende, vielflächige Kristalle)
  Fluorit   1530   lat. fluere = fließen (nach der Verwendung als Flussmittel)
  Safflorit   1817 / 1835   nach Safflor, der Farbe, die daraus hergestellt werden kann
  Kermesit   1737 / 1825   nach Kermes, alchemistische Bezeichnung für ein rotes Antimonsulfid, abgeleitet von der persischen oder arabischen Bezeichnung für eine rote, aus Insekten gewonnene Farbe
  Wismut   1546   nicht sicher, vermutlich nach mittelhochdeutsch "wîz" = weiß und "masse" = Masse, Klumpen, Erzklumpen




Erythrin. Grube Adam Heber, Schneeberg, Erzgebirge, Sachsen. Bildbreite 5 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke. Das Mineral wurde nach seiner roten Farbe benannt.



Tabelle 1.2. Benennung der Minerale nach bestimmten Eigenschaften - Erstbeschreibungen aus Thüringen

  Mineral   Jahr   Name nach
  Mellit   1789     gr. melis = Honig (nach der Farbe)
  Allophan   1816   gr. allos = anderer, phainestai = erscheinen (nach der Ähnlichkeit mit Kupfermineralen)
  Diadochit     1837   gr. diadochus = Nachfolger (da an Stelle von Arsen wie im Arseneisensinter = Pitticit hier Phosphor vorhanden ist)
  Symplesit   1837   gr. sym = mit, plesiazein = vergesellschaftet sein (nach der Paragenese mit anderen Arsen-Mineralen)


Tabelle 1.3. Benennung der Minerale nach bestimmten Eigenschaften - Erstbeschreibungen aus Sachsen-Anhalt

  Mineral   Jahr   Name nach
  Plagionit   1833     gr. plagios = schief (nach dem schiefwinkligen Achsensystem, monoklin)
  Heteromorphit   1849   gr. heteros = anderer, morphe = Form, Gestalt (nach der von anderen Pb-Sb-Mineralen von Wolfsberg abweichenden Gestalt)
  Tachyhydrit   1856   gr. tachys = schnell, hydor = Wasser (nach der schnellen Zerfließlichkeit an der Luft, das Mineral ist stark hygroskopisch)
  Kainit   1865   gr. kainos = neu (da es das erste Mineral ist, das Sulfat und Chlorid als Anion enthält)
  Digenit   1844   gr. digenus = von zweifacher Abkunft (nach der chemischen Beziehung zu Chalcosin und Covellin)




Gelber Tachyhydrit mit farblosem bis rosafarbenem Carnallit. Grube Brefeld, Tarthun bei Staßfurt, Sachsen-Anhalt. Bildbreite 4 cm. Sammlung und Foto Thomas Witzke. Das Mineral wurde nach seiner schnellen Zerfließlichkeit an der Luft benannt. Es muss in einem verschlossenenen Glas aufbewahrt werden. Das Foto wurde durch das Glas gemacht.


2. Benennung der Minerale nach dem Chemismus oder nach einer Kombination von Chemismus und Eigenschaften

Erstes Beispiel für eine Benennung nach dem Chemismus für ein Mineral aus Sachsen, Thüringen oder Sachsen-Anhalt ist der Aluminit, der 1807 seinen Namen erhielt. Mit einer Ausnahme von 1978 sind alle hier erfassten Minerale bereits im 19. Jahrhundert benannt worden. Benennungen nach dem Chemismus sind heute selten geworde, da praktisch alle einfachen Möglichkeiten bereits "verbraucht" sind. Häufig sind jedoch Benennungen nach Beziehungen zu vorher beschriebenen Mineralen, die dann chemische Elemente im Namen enthalten und auf die gesondert weiter unten eingegangen wird (siehe Tabelle 5).

Tabelle 2.1. Benennung der Minerale nach dem Chemismus oder nach einer Kombination von Chemismus und Eigenschaften - Erstbeschreibungen aus Sachsen

  Mineral   Jahr   Name nach
  Chlorargyrit   1565 / 1875   nach dem Chlor- und Silbergehalt, gr. argyros = Silber
  Miargyrit   1824 / 1829   gr. meion = weniger, argyros = Silber (enthält weniger Silber als Pyrargyrit)
  Argyrodit   1886   gr. argyrons = silberhaltig
  Bismutoferrit   1871   nach dem Wismut- und Eisengehalt
  Lithiophorit   1870   nach Lithium und gr. pherein = enthalten
  Phurcalit   1978   nach dem Phosphor-, Uran- und Calciumgehalt
  Arsenolamprit   1823 / 1886   nach Arsen und gr. lampros = glänzen
  Sphaerocobaltit   1877   gr. sphaire = Sphäre (nach der Morphologie) und dem Cobaltgehalt
  Uraninit   1590 / 1845   nach dem Element Uran
  Uranopilit   1882   nach Uran und gr. pilos = Filz (nach der Morphologie)
  Uranosphaerit   1873   nach Uran und gr. sphaire = Sphäre (nach der Morphologie)
  Uranospinit   1873   nach Uran und gr. spinos = ein grüner Fink (nach der Farbe)
  Uranocircit   1877   Uran und gr. circos = Falke, nach dem Fundort bei Falkenstein


Tabelle 2.2. Benennung der Minerale nach dem Chemismus oder nach einer Kombination von Chemismus und Eigenschaften - Erstbeschreibungen aus Thüringen

  Mineral   Jahr   Name nach
  Bismutit   1841   nach dem Wismutgehalt
  Manganit   1824   nach dem Mangangehalt


Tabelle 2.3. Benennung der Minerale nach dem Chemismus oder nach einer Kombination von Chemismus und Eigenschaften - Erstbeschreibungen aus Sachsen-Anhalt

  Mineral   Jahr   Name nach
  Aluminit   1730 / 1807   nach dem Aluminiumgehalt
  Manganosit   1817 / 1874  nach dem Mangangehalt
  Chalcostibit   1835 / 1847   nach dem Cu- und Sb-Gehalt, gr. chalkos = Kupfer, lat. stibium = Antimon
  Kaliborit   1889   nach dem Kalium- und Boratgehalt
  Sulfoborit   1893   nach dem Sulfat- und Boratgehalt




3. Benennung der Minerale nach Personen

Die Benennung nach Personen kam erstmals 1783 durch Abraham Gottlob WERNER auf. Er benannte den Prehnit nach Colonel Hendrick von Prehn, der das Mineral in Südafrika gefunden hatte. Eines der nächsten Minerale war Torbernit (ursprünglich als "Torberit") nach dem Chemiker Torbern Bergmann. Die Praxis, Minerale nach Personen zu benennen, erfreute sich trotz zunächst heftiger Kontroversen zunehmender Beliebtheit. Gegenwärtig sind etwa 45 % aller Minerale nach Personen benannt. Die sächsischen Minerale liegen hier etwas unterhalb des Durchschnitts, was wohl überwiegend daran liegt, dass der größte Teil von ihnen vor 1900 beschrieben wurde. Mineralogen, Geologen oder sonstwie mit dem Bergbau verbundene Persönlichkeiten mit Wirkungsstätte in Sachsen sind relativ gering vertreten. Zu erwähnen sind HERDER, FREIESLEBEN, TRÖGER, BRENDEL, BEYER, ZEUNER, KOLBECK und SCHUMACHER, nach denen ein sächsisches Mineral benannt wurde.

Anhangsweise soll hier auch der nach einer Institution und nicht nach einer konkreten Person benannte Mgriit untergebracht werden.


Tabelle 3.1. Benennung der Minerale nach Personen - Erstbeschreibungen aus Sachsen

  Mineral   Jahr   Name nach
  Torbernit   1780 / 1785   Torbern Olof Bergmann (1735-1784), Chemiker, Uppsala/Schweden
  Roselit   1824   Gustav Rose (1798-1873), Mineraloge, Berlin
  Herderit   1828   Siegmund August Wolfgang von Herder (1776-1838), Bergbeamter
  Stephanit   1824 / 1845   Erzherzog Victor Stephan von Österreich (1817-1867)
  Freieslebenit   1845   Johann Carl Freiesleben (1774-1846), Bergbeamter
  Köttigit   1849 / 1850   Otto Köttig (1824-?), Chemiker, beschrieb das Mineral erstmals
  Rammelsbergit   1832 / 1854   Karl Friedrich Rammelsberg (1813-1899), Chemiker
  Fritzscheit   1865   Karl Julius Fritzsche (1808-1871), Chemiker
  Bunsenit   1858 / 1868   Robert W. E. Bunsen (1811-1899), Chemiker, Heidelberg
  Trögerit   1871   R. Tröger, Bergverwalter in Schneeberg
  Zeunerit   1872   Gustav Anton Zeuner (1828-1907), Direktor der Bergakademie Freiberg
  Jordisit   1909   Eduard F.A. Jordis (1868-1917), Kolloidchemiker
  Roscherit   1914   Gotthold Woldemar Roscher, Apotheker u. Mineralsammler, Ehrenfriedersdorf  
  Lacroixit   1914   Antoine Alfred Lacroix (1863-1948), Mineraloge, Paris
  Koechlinit   1914   Rudolf Ignatz Koechlin (1862-1939), Kurator, Hof-Museum Wien
  Kolbeckit   1926   Friedrich Ludwig Kolbeck (1860-1943), Geologe, Freiberg  
  Beyerit   1943   Adolph Beyer (1743-1805), Bergmeister, Schneeberg
  Novacekit   1951   Radim Novacek (1905-1942), tschechischer Mineraloge
  Guerinit   1961   Henri Guerin (geb. 1906), Chemiker, synthetisierte die Verbindung
  Weilit   1963   Rene Weil (geb. 1901), Mineraloge, Strasbourg
  Schumacherit   1983   Friedrich Schumacher (1884-1975), Mineraloge, Freiberg und Bonn
  Asselbornit   1983   Eric Asselborn, Mineralsammler, Dijon, Frankreich
  Paulkellerit   1988   Paul Keller (geb. 1940), Mineraloge, Stuttgart
  Brendelit   1999   Christian Friedrich Brendel (1776-1861), Direktor der Maschinendirektion, Sachsen
  Paganoit   2001   Renato und Adriana Pagano, ital. Mineralsammler und Händler
  Petewilliamsit   2004   Peter ('Pete') Allan Williams, University of Western Sydney, New South Wales, Australien
  Schlegelit   2006   Fritz Schlegel, Mineralsammler, Schneeberg
  Mgriit   1982   nach dem Institut für Geologische Erkundung, Moskau (MGRI)


Tabelle 3.2. Benennung der Minerale nach Personen - Erstbeschreibungen aus Thüringen

  Mineral   Jahr   Name nach
  Braunit   1828   Wilhelm von Braun (1790-1872), Staatsbeamter und Freund der Geologie und Mineralogie, Gotha
  Crednerit   1847   Carl Friedrich Heinrich Credner (1809-1876), Geologe und Ingenieur
  Hausmannit   1813 / 1828   Johann Friedrich Ludwig Hausmann (1782-1859), Mineraloge, Göttingen
  Rinneit   1909   Friedrich Wilhelm Berthold Rinne (1863-1933), Kristallograph und Petrograph, Kiel
  Vésigniéit   1955   Colonel Louis Vésignié (1870-1954), Mineralsammler


Tabelle 3.3. Benennung der Minerale nach Personen - Erstbeschreibungen aus Sachsen-Anhalt

  Mineral   Jahr   Name nach
  Vivianit   1758 / 1817   J.G. Vivian, englischer Mineraloge, fand die ersten Kristalle des Minerals in Cornwall, England
  Covellin   1815 / 1832   Niccolo Covelli (1790-1829), italienischer Mineraloge, führte die erste chemische Analyse des Minerals durch
  Zinkenit   1826   J.C.L. Zincken (1798-1862), Mineraloge und Geologe
  Naumannit   1828 / 1845   Karl Friedrich Naumann (1797- 1873), Kristallograph und Geologe
  Carnallit   1856   Berghauptmann Rudolph von Carnall (1804-1874), Vorsitzender der Deutschen Geologischen Gesellschaft
  Kieserit   1860   Prof. Dietrich Georg von Kieser (1779-1826), Mediziner, Jena
  Bischofit   1877   Karl Gustav Bischof (1792-1870), Chemiker, Bonn, und Bergrat F. Bischof, Staßfurter Salzwerke
  Pinnoit   1884   Oberbergrat Pinno, Halle/Saale
  Langbeinit   1891   Kommerzienrat A. Langbein, Leopoldshall bei Staßfurt
  Leonit   1896   Leo Strippelmann, Generaldirektor des Salzwerkes von Westeregeln
  Vanthoffit   1902   Prof. Jacobus Hendricius van't Hoff (1852-1911), Chemiker, Amsterdam, Nobelpreis 1901
  Maucherit   1913   Wilhelm Maucher (1879-1930), Mineralhändler
  Betekhtinit   1955   A.G. Betekhtin (Betechtin), (1897 - 1962), sowjetischer Mineraloge
  Dadsonit   1969   Alexander Stewart Dadson (1906-1958), bearbeitete die Yellowknife Gold-Lagerstätte, Canada
  Tischendorfit   2003   Gerhard Tischendorf, Mineraloge




4. Benennung der Minerale nach Fundorten

Tabelle 4.1. Benennung der Minerale nach Fundorten - Erstbeschreibungen aus Sachsen

  Mineral   Jahr   Name nach
  Annabergit   1758 / 1852   Annaberg
  Freibergit   1853   Freiberg
  Lautit   1881   Lauta bei Marienberg
  Schneebergit   2002   Schneeberg
  Neustädtelit   2002   Schneeberg-Neustädtel
  Pucherit   1871   Pucher-Schacht, Schneeberg
  Rappoldit   2000   Grube Rappold, Schneeberg
  Walpurgin   1871   Walpurgis Flacher, Grube Weißer Hirsch, Schneeberg
  Schlemait   2003   Niederschlema
  Greifensteinit   2003   Greifensteine, Ehrenfriedersdorf
  Variscit   1835   lat. Variscia = Vogtland
  Bergenit   1959   Bergen, Vogtland
  Kemmlitzit   1969   Kemmlitz


Tabelle 4.2. Benennung der Minerale nach Fundorten - Erstbeschreibungen aus Thüringen

  Mineral   Jahr   Name nach
  Gottlobit   2000   Berg Gottlob, Friedrichroda, Thüringen
  Ronneburgit   2001  Ronneburg bei Gera, Thüringen




Rotbraune Kristalle von Ronneburgit mit gelblichweißem Picromerit. Absetzerhalde vom Tagebau Lichtenberg, Ronneburg, Thüringen. Bildbreite 2 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



Tabelle 4.3. Benennung der Minerale nach Fundorten - Erstbeschreibungen aus Sachsen-Anhalt

  Mineral   Jahr   Name nach
  Douglasit   1880   Douglashall bei Westeregeln, Staßfurt, Sachsen-Anhalt
  Eskebornit   1949   Eskeborner Stollen, Tilkerode, Harz, Sachsen-Anhalt




5. Benennung der Minerale nach Beziehungen zu vorher beschriebenen Mineralen

Tabelle 5.1. Benennung der Minerale nach Beziehungen zu vorher beschriebenen Mineralen - Erstbeschreibungen aus Sachsen

  Mineral   Jahr   Name nach
  Metatorbernit   1916   gr. meta = nach, enthält weniger Kristallwasser als Torbernit
  Metazeunerit   1951   gr. meta = nach, enthält weniger Kristallwasser als Zeunerit
  Hydrowoodwardit   1999   gr. hydor = Wasser, enthält mehr Kristallwasser als Woodwardit
  Ferripyrophyllit   1985   Fe3+-Analogon von Pyrophyllit
  Cobaltkoritnigit   1981   Cobalt-Analogon von Koritnigit
  Cobaltlotharmeyerit   1999   Cobalt-Analogon von Lotharmeyerit
  Cobalttsumcorit   2001   Cobalt-Analogon von Tsumcorit
  Cobaltneustädtelit   2002   Cobalt-Analogon von Neustädtelit
  Nickellotharmeyerit   2001   Nickel-Analogon von Lotharmeyerit
  Nickelschneebergit   2002   Nickel-Analogon von Schneebergit
  Roselit-Beta   1955   dimorph mit Roselit
  Clinomimetesit   1991   dimorph mit Mimetesit, monoklin




Tabelle 5.2. Benennung der Minerale nach Beziehungen zu vorher beschriebenen Mineralen - Erstbeschreibungen aus Thüringen

  Mineral   Jahr   Name nach
  Wakefieldit-(La)   2009   Lanthan-Analogon von Wakefieldit-(Ce) und -(Y)






© Thomas Witzke / Stollentroll

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