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Wakefieldit-(La)


Formel: La(VO4), tetragonal

Typlokalität: Grube Glücksstern, Berg Gottlob, Friedrichroda, Thüringen

Erstbeschreibung:
T. Witzke, U. Kolitsch, J.M. Warnsloh & J. Göske (2008): Wakefieldite-(La), LaVO4, a new mineral species from the Glücksstern Mine, Friedrichroda, Thuringia, Germany.- European Journal of Mineralogy 20, 1135-1139




Hell bräunlicher, prismatischer Kristall von Wakefieldit-(La) auf Hausmannit. Grube Glücksstern, Berg Gottlob, Friedrichroda, Thüringen. Bildbreite 3 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



         Die Entdeckung des Minerals

Kurz nach der Erstbeschreibung von Gottlobit von der Grube Glücksstern bei Friedrichroda konnte von dieser Fundstelle ein weiteres neues Mineral nachgewiesen werden. Dem Suhler Sammler Ralf Schmidt fielen kleine, prismatische Kriställchen auf, die sich bereits nach einer ersten Analyse als ein Lanthanvanadat erwiesen. Eine detaillierte Analyse durch Thomas Witzke, Uwe Kolitsch, Jens M. Warnsloh und Jürgen Göske führte schließlich zur Anerkennung durch die IMA und Beschreibung als neues Mineral (Witzke et al., 2008). Die Fundstelle am Gottlob bei Friedrichroda ist damit bereits die Typlokalität für vier Minerale: Crednerit, Vésigniéit, Gottlobit und Wakefieldit-(La).


         Die Eigenschaften von Wakefieldit-(La)

Wakefieldit-(La) bildet kleine, hell rosa bis bräunliche, prismatische Kristalle von maximal 0,5 mm Länge in Drusen auf Hausmannit. Sie weisen einen weißen Strich, einen Diamantglanz und eine Härte von 4 auf. Das Mineral ist spröde und zeigt einen unebenen Bruch. Eine Spaltbarkeit war nicht sichtbar. Nach der im Röntgenpulverdiagramm sichtbaren bevorzugten Orientierung ist jedoch eine Spaltbarkeit nach {100} möglich. Weder im lang- noch im kurzwelligen UV-Licht war eine Fluoreszenz festzustellen. Wakefieldit-(La) ist optisch einachsig positiv mit Brechungsindizes über 1.90 und mittlerer Doppelbrechung. Ein Pleochroismus mit E = blass rosa und O = blass rosa-gelb ist festzustellen.
Nach der Röntgenpulverdiffraktometrie und der Einkristall-Strukturanalyse weist das Mineral eine Struktur vom Zirkon-Typ auf. Aus den Pulverdaten wurde eine tetragonale Zelle mit a = 7.406(6), c = 6.504(8) Å und aus den Einkristalldaten eine Zelle mit a = 7.432(1), c = 6.521(1) Å berechnet. Das Mineral kristallisiert in der Raumgruppe I41/amd.


         Chemische Analyse des Lanthan-Vanadats

Bereits eine EDX-Analyse zeigte, dass es sich um ein Seltenerd-Vanadat mit starker Dominanz von Lanthan und einem Seltenerd-Element : Vanadium-Verhältnis von etwa 1 : 1 handelt. Dies bestätigte sich bei einer Mikrosonden-Analyse (WDX). Aus den gemessenen Werten (siehe Tabelle unten) wurde eine mittlere Zusammensetzung (bezogen auf O = 4) von
(La0.71Nd0.15Pr0.11Sm0.01Y0.01)V1.01O4.00 berechnet. Die ideale Zusammensetzung ist La(VO4).
Die Verhältnisse der Seltenen Erden schwanken etwas, in allen Fällen dominierte jedoch Lanthan sehr deutlich. Für den höchsten und niedrigsten gemessenen Lanthangehalt ergaben sich dabei Zusammensetzungen von
(La0.87Pr0.05Nd0.04Ca0.01U0.01)V1.01O4.00 bzw.
(La0.60Nd0.21Pr0.14Ce0.01Sm0.01Y0.01Ca0.01)V1.01O4.00.
Die für die mittlere Zusammensetzung und Z = 2 berechnete Dichte beträgt 4.703 g/cm3, für die ideale Zusammensetzung würde sie bei 4.727 g/cm3 liegen.


         Wakefieldit-(La) 1989 schon einmal bei der IMA eingereicht

Da es sich bei dem neuen Mineral um das Lanthan-Analogon von Wakefieldit-(Ce) und Wakefieldit-(Y) handelt, erhielt es den Namen Wakefieldit-(La). Sowohl das Mineral als auch der Name wurden von der IMA anerkannt (IMA 1989-035a). Das Mineral wurde 2007 bei der IMA eingereicht, erhielt jedoch eine IMA-Nummer von 1989. Der Grund ist, dass es damals schon einmal einen Vorschlag zu einem Wakefieldit-(La) von einer anderen Fundstelle und durch anderen Autoren gab. Auf Grund von Zweifeln an den Analysendaten wurde das Mineral damals jedoch nicht anerkannt. Nach erneuten Analysen zeigte sich, dass es sich bei dem Material von dem Vorschlag von 1989 um einen La-reichen Wakefieldit-(Ce) handelt (Howard et al., 1995). Der neue Vorschlag ist komplett unabhängig von dem alten. Da es sich um den gleichen Mineralnamen handelt, entschied der Vorsitzende der Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification der IMA, die alte Nummer erneut zu verwenden.
Das Typmaterial ist in der Mineralogischen Sammlung der Bergakademie Freiberg (Nr. 81876) deponiert.


Literatur:
HOWARD, D.G.; TSCHERNICH, R.W. & KLEIN, G.L. (1995): Occurrence of wakefieldite-(Ce) with zeolites at Yellow Lake, British Columbia, Canada. N. Jb. Mineral., Mh., 1995, 127-132
WITZKE, T.; KOLITSCH, U.; WARNSLOH, J.M. & GÖSKE, J. (2008): Wakefieldite-(La), LaVO4, a new mineral species from the Glücksstern Mine, Friedrichroda, Thuringia, Germany.- European Journal of Mineralogy 20, 1135-1139



Chemische Analyse von Wakefieldit-(La) (in Masse-%)

  Komponenten       Wakefieldit-(La)   
  Friedrichroda, Thüringen   
  mittlere Zusammensetzung  
  Wakefieldit-(La)   
  Friedrichroda, Thüringen   
  Bereich  
  Wakefieldit-(La)   
  theoretische   
  Zusammensetzung          
  La2O3   47.87   54.33 - 37.05   64.18
  Ce2O3     0.31     0.89 - 0  
  Nd2O3     9.491   13.87 - 2.68  
  Pr2O3     6.65     8.88 - 3.87  
  Sm2O3     0.58     1.11 - 0  
  Y2O3     0.31     0.90 - 0.05  
  CaO     0.10     0.26 - 0.03  
  UO2     0.01     0.14 - 0  
  V2O5   34.91   35.19 - 34.74   35.82
  As2O5     0.06     0.11 - 0  
  P2O5     0.02     0.06 - 0  
  SiO2     0.04     0.08 - 0.01  
  Summe       96.35   97.25 - 95.43 100.00




© Thomas Witzke / Stollentroll

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