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Uranopilit


Formel: (UO2)6(SO4)(OH)10 · 12 H2O, monoklin

Typlokalität: Grube Georg Wagsfort, Johanngeorgenstadt, Erzgebirge, Sachsen (und Jachymov, Böhmen, Tschechische Republik)

Erstbeschreibung:
A. Weisbach (1882): Mineralogische Notizen II. 17. Uranocher.- Neues Jahrbuch für Mineralogie, Bd. 2, 258-259



WEISBACH (1882) schreibt zu dem Mineral:
"Uranocher.
Mit diesem Namen pflegen verschiedene Körper bezeichnet zu werden, welche theils Uranhoxydhydrate, theils auch Uranhydrosulfate sind, deren Kenntnis in physikalischer Hinsicht aber noch viel zu wünschen übrig lässt.
Zu der im Folgenden mitzutheilenden Untersuchung diente eine rein citronengelbe sog. Uranocher von der Grube ‚Georg Wagsfort’ bei Johanngeorgenstadt, theils unmittelbar auf Uranpecherz, theils auf Glimmerschiefer in Überzügen und in sphäroidischen Formen vorkommend, welche bei schwachem Seidenglanze sich durch eine höchst zarte feinfilzige Structur auszeichnete. Ganz derselbe Körper findet sich auch in den Gruben des benachbarten Joachimsthal auf der böhmischen Seite des Erzgebirges, hier z.Th. in Begleitung von Gyps und Johannit vorkommend.
Die erwähnten Aggregate bestehen aus kurzen zarten Krystallhaaren, die, nur sehr locker verwachsen, durch den schwächsten Fingerdruck auseinanderfallen. Unter dem Mikroskop betrachtet erscheinen die Individuen als Späne [...]. Das Eigengewicht wurde an 4 verschiedenen Proben zu 3,953 (24°C), 3,848, 3,746 und 3,967 (7°C) bestimmt. Hierbei stellte sich heraus, dass nach Austreiben der Luft durch Kochen im Wasser das letztere eine blass orangegelbe Farbe angenommen hatte, demnach das Mineral nicht ganz unlöslich in heissem Wassers sei. Die chemische Untersuchung des in Säuren leicht löslichen Körpers übernahm gütigst mein College Herr Dr. HANS SCHULZE [...]. Die gefundene chemische Zusammensetzung des Minerals, für welches vielleicht der Name Uranopilit gebraucht werden kann, entspricht nahezu der Formel CaU16S2O31 + 25 H2O [...]".


Literatur:
WEISBACH, A. (1882): Mineralogische Notizen II. 17. Uranocher.- Neues Jahrbuch für Mineralogie, Bd. 2, 258-259





© Thomas Witzke / Stollentroll

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