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Uranocircit


Formel: Ba(UO2)2(PO4)2 · 10 - 12 H2O, tetragonal

Typlokalität: Bergen, Vogtland, Sachsen

Erstbeschreibung:
A. Weisbach (1877): Mineralogische Mittheilungen. I. Walpurgin, II. Zeunerit und Uranospinit, III. Uranocircit, IV. Bismutosphärit, V. Roselith, VI. Kobaltspath.- Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen im Königreiche Sachsen, Abhandlungen, 42-53




Uranocircit-Kristalle. Steinbruch Bergen, Vogtland, Sachsen. Bildbreite 22 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


 
Albin WEISBACH (1877) [als PDF-File (1618 KB)] schreibt zu dem Mineral:
"III. Uranocircit.
(ein neues Glied der Gruppe der sog. Uranglimmer.)
Seit einigen Jahren kennt man aus der Gegend von Bergen bei Falkenstein im sächsischen Voigtlande einen gelbgrünen Uranglimmer, dort auf fast saigeren über 2 Centimeter mächtigen im Granit aufsetzenden Quarzgängen vorkommend, denen Schwerspathgänge von etwa doppelt so grosser Mächtigkeit parallel liegen.
Eine Priobe dieses Uranglimmers, allgemein bis jetzt für Kalkuranit (Autunit) gehalten, wurde vor Jahresfrist (Nov. 1875) von Seiten des Herrn Bergrath Winkler im chemischen Laboratorium der Bergakademie einem Studierenden, Herrn Max Georgi aus Grimma, zur Analyse übergeben, welcher darin nur Spuren von Kalkerde, dagegen beträchtliche Mengen von Baryterde auffand. […] Neuerdings (Nov. 1876) führte Herr Bergrath Winkler selbst eine Analyse mit völlig reinem, nämlich von Quarz und ocherigen Brauneisenerz ganz befreiten Material aus (siehe Tabelle) […].
Es hat sonach dieses Baryum-Uran-Hydrophosphat, für das wir den Namen Uranocircit vorschlagen, ganz analoge Zusammensetzung mit den anderen sog. Uranglimmern und bildet ein fünftes willkommenes Glied letzterer Gruppe.
Mittels der Polarisations-Apparate ergab sich entschieden optisch-zweiaxiger Character; der (scheinbare) Winkel zwischen den optischen Axen beträgt schätzungsweise etwa 15° bis 20° und die beiden verticalen Spaltungsrichtungen liegen mit den Auslöschungsrichtungen parallel […].
Das Eigengewicht hatte ich an derselben reinen Quanität, welche Herr Bergrath Winkler später zur Analyse verwendete und welche fast 150 mgr. betrug, zu 3,49 bis 3,56, im Mittel zu 3,53 bei 9° Cels. ermittelt."

Das Analysenergebnis entspricht einem Meta-Uranocircit, jedoch wurde die Probe vor der Analyse im Luftbad bei 100 °C getrocknet. Bereits unterhalb dieser Temperatur verliert Uranocircit einen Teil des Kristallwassers und wandelt sich in Meta-Uranocircit um, so dass heute nicht mehr zu entscheiden ist, ob ursprünglich ein Uranocircit oder Meta-Uranocircit vorgelegen hat.

Der Name, für den WEISBACH (1877) keine Erklärung gibt, leitet sich von dem Urangehalt und lateinisch circos = Falke, nach dem nahe gelegenen Ort Falkenstein, ab.


Literatur:
WEISBACH, A. (1877): Mineralogische Mittheilungen. I. Walpurgin, II. Zeunerit und Uranospinit, III. Uranocircit, IV. Bismutosphärit, V. Roselith, VI. Kobaltspath.- Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen im Königreiche Sachsen, Abhandlungen, p. 42-53 [als PDF-File (1618 KB)]



Chemische Analyse von Uranocircit (in Masse-%)

    Komponenten,   
  WEISBACH
  (1877)
  Uranocircit,
  Bergen
  (WEISBACH, 1877) 1)   
  Uranocircit,
  theoretische
  Zusammensetzung   
  UO3   Uranoxyd   56.86   54.62
  BaO   Baryterde      14.57   14.64
  P2O5   Phosphorsäure   15.06   13.55
  H2O   Wasser   13.99 2)   17.19
  Summe        99.88 100.00

1) Analyse von C. WINKLER
2) vor der Analyse bei 100°C getrocknet




© Thomas Witzke / Stollentroll

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