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Tachyhydrit


Formel: CaMg2Cl6 · 12 H2O, trigonal

Typlokalität: Staßfurt, Sachsen-Anhalt

Erstbeschreibung:
C.F. Rammelsberg (1856): Ueber den Tachyhydrit, ein neues Mineral aus dem Steinsalzlager von Stassfurth.- Poggendorffs Annalen der Physik und Chemie 98, 261-263




Gelber Tachyhydrit mit farblosem bis rosafarbenem Carnallit. Grube Brefeld, Tarthun bei Staßfurt, Sachsen-Anhalt. Bildbreite 4 cm. Das Mineral ist stark hygroskopisch und muss in einem verschlossenenen Glas aufbewahrt werden. Das Foto wurde durch das Glas gemacht. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


 
RAMMELSBERG (1856) [als PDF-File (295 KB)] schreibt zu dem neuen Mineral: "Das Steinsalzlager von Stassfurth verspricht der Fundort neuer und interessanter Mineralien zu werden. Bereits kennt man von dort den Stassfurthit (derben Boracit Karsten’s) und den Carnallit oder das Kalium-Magnesiumchlorid, (KCl + 2MgCl) + 12aq, von Marcet aus der Mutterlauge des Seesalzes, von Liebig aus der Soole von Salzhausen erhalten, und nach meinen Beobachtungen sechsgliedrig krystallisirend.
Ich kann ein neues Doppelsalz von dort hinzufügen, eine Verbindung von Chlorcalcium und Chlormagnesium, deren erste Mittheilung ich Hrn. Berghauptmann v. Dechen verdanke. Es bildet rundliche durchsichtige bis durchscheinende Massen, von gelber Farbe, welche im dichten Anhydrit liegen und mit kleinen scharfen Krystallen desselben verwachsen sind.
Es ist wenigstens nach zwei Richtungen deutlich spaltbar, und zeichnet sich durch seine grosse Zerfliesslichkeit an der Luft aus, worauf sein Name hindeuten soll.
[…] Die Atome von Calcium, Magnesium und Wasser verhalten sich 1:2:12. Der Tachyhydrit ist folglich eine Verbindung von 1 At. Chlorkalium, 2 At. Chlormagnesium und 12 At. Wasser, (CaCl + 2MgCl) + 12aq."
Auf Grund des damals zu hoch angenommenen Atomgewichtes von Chlor müssen die Anteile von Chlor in der Formel verdoppelt werden. Die chemische Analyse stimmt sehr gut mit der theoretischen Zusammensetzung überein.


Literatur:
RAMMELSBERG, C.F. (1856): Ueber den Tachyhydrit, ein neues Mineral aus dem Steinsalzlager von Stassfurth.- Poggendorffs Annalen der Physik und Chemie 98, 261-263 [als PDF-File (295 KB)]





Gelber Tachyhydrit mit farblosem bis rosafarbenem Carnallit. Grube Brefeld, Tarthun bei Staßfurt, Sachsen-Anhalt. Bildbreite 5 cm. Das Mineral ist stark hygroskopisch und muss in einem verschlossenenen Glas aufbewahrt werden. Das Foto wurde durch das Glas gemacht. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



Chemische Analyse von Tachyhydrit (in Masse-%)

    Tachyhydrit
  von Staßfurt
  (RAMMELSBERG, 1856)   
  Tachyhydrit,
  theoretische
  Zusammensetzung   
  Ca     7.46     7.75
  Mg     9.51     9.40
  Cl   40.34   41.10
  H2O   42.69   41.86
  Summe      100.00 100.01




© Thomas Witzke / Stollentroll

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