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Schlemait


Formel: (Cu,□)6(Pb,Bi)Se4, monoklin

Typlokalität: Gang Tiber, Schacht 371, Hartenstein (Revier Niederschlema-Alberoda), Erzgebirge, Sachsen

Erstbeschreibung:
FÖRSTER, H.-J.; COOPER, M.A.; ROBERTS, A.C.; STANLEY, C.J.; CRIDDLE, A.J.; HAWTHORNE, F.C.; LAFLAMME, J.H.G. & TISCHENDORF, G. (2003): Schlemaite, (Cu,□)6(Pb,Bi)Se4, a new mineral species from Niederschlema-Alberoda, Erzgebirge, Germany: Description and crystal structure.- Canadian Mineralogist 41, 1433-1444



         Ein neues Selenid aus Schlema-Hartenstein

Das Revier Niederschlema-Alberoda gilt als das bedeutendste Vorkommen von Seleniden im Erzgebirge. Gewöhnlich kommen hier die Selenide in 2 – 5 cm großen Nestern und Kluftfüllungen in Dolomit-Ankerit-Gängen und verteilt in den Intergranularhohlräumen der Mg-Fe-Carbonate vor. In einer Probe vom Gang Tiber, -855 m-Sohle, Block 5128, nahe dem Schacht 371 in Hartenstein konnte das neue Mineral Schlemait entdeckt werden (FÖRSTER et al., 2003). Begleitminerale in einer Dolomit-Ankerit-Matrix sind Clausthalit, Eucairit, Berzelianit, Löllingit, Tiemannit, Umangit und Bohdanowiczit.
Schlemait bildet hier xenomorphe bis subidiomorphe Verwachsungen mit Clausthalit, Berzelianit und Eucairit in Aggregaten bis einige hundert Mikrometer Größe. Daneben treten auch isolierte subidiomorphe Kristalle bis wenige 100 Mikrometer Abmessung auf. Schlemait ist schwarz, zeigt einen schwarzen Strich, einen metallischen Glanz und ist opak. Das Mineral ist spröde, weist einen unebenen Bruch und keine Spaltbarkeit auf. Die Mohs-Härte liegt bei 3. Die Dichte ließ sich nicht messen, die berechnete Dichte liegt bei 7.54 g/cm3.
Im Auflicht ist Schlemait grau, zeigt eine sehr schwache Bireflektanz und keinen Pleochroismus. Gegen den stark blauen Berzelianit und den weißen Clausthalit erscheint die Farbe schwach rosa. Unter gekreuzten Polaren zeigt Schlemait eine sehr schwache Anisotropie mit Rotationsfarben in sehr blass metallisch orange und blauen Schattierungen.
Aus den Daten der chemische Analyse mittels Mikrosonde ließ sich eine empirische Formel (Cu5.50Ag0.21)(Pb0.60Bi0.39)Se4.00 (bezogen auf Se = 4) berechnen.
Nach Einkristalluntersuchungen kristallisiert Schlemait monoklin, Raumgruppe P21/m, mit a = 9.5341, b = 4.1004, c = 10.2546 Å, β = 100.066°, V = 394.72 Å3 und Z = 2. Wahrscheinlich bestehen strukturelle Beziehungen zu dem chemisch ähnlichen Mineral Furutobeit, (Cu,Ag)6PbS4, jedoch sind beide Minerale nicht isostrukturell.
Das Mineral wurde nach der Typlokalität benannt. Sowohl der Name als auch das Mineral wurden von der Commission on New Minerals and Mineral Names der IMA anerkannt (IMA 2003-026).


Literatur:
FÖRSTER, H.-J.; COOPER, M.A.; ROBERTS, A.C.; STANLEY, C.J.; CRIDDLE, A.J.; HAWTHORNE, F.C.; LAFLAMME, J.H.G. & TISCHENDORF, G. (2003): Schlemaite, (Cu,□)6(Pb,Bi)Se4, a new mineral species from Niederschlema-Alberoda, Erzgebirge, Germany: Description and crystal structure.- Canadian Mineralogist 41, 1433-1444



Chemische Analyse von Schlemait (in Masse-%)

    Schlemait,
  Niederschlema
  (FÖRSTER et al., 2003)   
  Schlemait,
  theoretische
  Zusammensetzung   
  Cu   38.86   42.16
  Ag     2.57  
  Au     0.07  
  Hg     0.09  
  Pb   13.75   22.92
  Bi     9.12  
  S   35.11   34.92
  Summe       99.57 100.00




© Thomas Witzke / Stollentroll

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