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Rinneit


Formel: K3NaFeCl6, trigonal

Typlokalität: Wolkramshausen bei Nordhausen, Thüringen

Erstbeschreibung:
BOEKE, H.E. (1909): Rinneit, ein neugefundenes eisenchlorürhaltiges Salzmineral.- Centralblatt für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, 72-75




Hellbräunlicher Rinneit mit farblosem Carnallit. Merkers, Thüringen. Bildbreite 4 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


 
Auf eine Umfrage nach Eisensalzen in Kalisalzlagerstätten erhielt Hendrik Enno BOEKE die Mitteilung, dass im Südharzer Kalisalzbezirk ein eisenhaltiges Salz vorkommt. Er erhielt schließlich Proben aus Wolkramshausen bei Nordhausen. Das Mineral kommt besonders im Ost-Feld der Grube vor, im Hangenden einer 2 - 3 Meter mächtigen Hartsalzschicht, die über 16 Meter mächtigem konglomeratischem Carnallit liegt. Rinneit bildet hier linsenförmige Massen von meist etwa 80 x 25 cm Abmessung. Die Rinneitlinsen sind auf der Oberseite von Sylvin begrenzt.
Das Mineral bildet fast farblose Massen, die aber an der Luft schnell gelb werden. Es weist einen starken, häufig seidenartigen Glanz auf. BOEKE fand eine ausgeprägte Spaltbarkeit in drei Richtungen, die sich unter Winkeln von 60° schneiden. Rinneit erwies sich aqls optisch einachsig mit sehr schwacher Doppelbrechung. Nach den optischen Eigenschaften und der Spaltbarkeit nimmt BOEKE eine hexagonale Symmetrie für das Mineral an. Die Härte bestimmte er mit etwa 3, als Dichte konnte 2.34 gemessen werden.
Bei der chemischen Analyse zeigte sich, dass es sich um ein wasserfreies Kalium-Natrium-Eisen-Chlorid handelt. Das Eisen liegt in zweiwertiger Form vor, dreiwertiges Eisen konnte nur in Spuren gefunden werden.
BOEKE benannte das Mineral nach Friedrich Wilhelm Berthold RINNE (1863-1933), Kristallograph und Petrograph an der Universität Kiel.


Literatur:
BOEKE, H.E. (1909): Rinneit, ein neugefundenes eisenchlorürhaltiges Salzmineral.- Centralblatt für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, 72-75



Chemische Analyse von Rinneit (in Masse-%)

    Rinneit,   
  Wolkramshausen,   
  BOEKE, 1909
  Rinneit,
  theoretische
  Zusammensetzung   
  Fe   13.94   13.66
  K   28.90   28.69
  Na     5.61     5.62
  Cl   51.87   52.03
  Br     0.04  
  Summe     100.36 100.00








Hendrik Enno Boeke (1881-1918)

Mineraloge und Physikochemiker

Hendrik Enno Boeke wurde am 12. September 1881 in Wormerveer, Niederlande geboren. 1905 siedelte er nach Deutschland über. Er hatte eine Professur für Mineralogie an der Universität Königsberg inne. Ab 1914 übernahm er die Leitung des Institutes für Mineralogie an der Universität Frankfurt/Main. Boeke beschäftigte sich besonders mit physiko-chemischen Untersuchungen an Mineralen. Sein wichtigstes Werk erschien 1915: Grundlagen der physikalisch-chemischen Petrographie. Boeke starb am 6. Dezember 1918 in Frankfurt/Main.







© Thomas Witzke / Stollentroll

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