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Rappoldit


Formel: Pb(Co,Ni)2(AsO4)2 · 2 H2O, triklin

Typlokalität: Grube Rappold, Schneeberg, Erzgebirge, Sachsen

Erstbeschreibung:
EFFENBERGER, H., KRAUSE, W.; BERNHARDT, H.-J. & MARTIN, M. (2000): On the symmetry of tsumcorite-group minerals based on the new species rappoldite and zincgartrellite.- Mineralogical Magazine 64, 1109-1126




Braune Kristalle von Rappoldit auf Quarz. Grube Rappold, Schneeberg, Erzgebirge, Sachsen. Bildbreite 2 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



         Rappoldit, ein Mineral der Tsumcorit-Gruppe

Das Mineral wurde 1991 auf Proben von der Grube Rappold in Schneeberg-Neustädtel gefunden und ursprünglich für Tsumcorit gehalten (MARTIN & SCHLEGEL, 1992). Eine genaue Untersuchung durch Herta EFFENBERGER, Werner KRAUSE, Heinz-Jürgen BERNHARDT und Mirko MARTIN (2000) ergab jedoch, dass es sich um ein neues Mineral, das Co-Analogon von Helmutwinklerit, handelt.
Rappoldit bildet rote und rotbraune, tafelige Kristalle bis 1 mm Länge und 0,3 mm Dicke. Sie sind parallel [-120] gestreckt und zeigen die Formen {210} und {001}. Das Mineral weist eine hell gelbbraune Strichfarbe auf, ist durchsichtig und zeigt Glasglanz. Die Härte liegt bei 4½. Rappoldit ist spröde und weist einen muscheligen Bruch auf. Eine Spaltbarkeit ist nicht festzustellen. Die Dichte ließ sich nicht messen, die berechnete Dichte beträgt 5.28 g/cm3. Das Mineral ist optisch zweiachsig positiv mit alpha = 1.85 (berechnet), beta = 1.87, gamma = 1.90, 2V = 85° und zeigt keinen Pleochroismus.
Nach einer Strukturanalyse kristallisiert Rappoldit triklin, Raumgruppe P-1, mit a = 11.190, b = 10.548, c = 7.593 Å, alpha = 100.38, beta = 109.59, gamma = 98.96°, V = 807.6 Å3, Z = 4. Eine ausgeprägte monokline Subzelle (C2/m) mit a = 9.190, b = 6.343, c = 7.593 Å, alpha = 90.11, beta = 114.18, gamma = 90.25°, V = 403.8 Å3, Z = 2 ist vorhanden.
Die chemische Analyse ergab eine empirische Formel (Pb1.01Ca0.01)(Co0.99Ni0.62Zn0.35Fe0.02)(AsO4)1.99(SO4)0.01(OH)0.02(H2O)1.98.

Rappoldit sitzt auf Quarz, weitere Begleitminerale sind Cobaltlotharmeyerit, Cobaltaustinit, Skorodit, Barium-Pharmacosiderit, Olivenit, Conichalcit, Erythrin, Arseniosiderit u.a.
Das Mineral wurde von der Commission on New Minerals and Mineral Names der IMA anerkannt (IMA 1998-015). Das Typmaterial befindet sich in der Mineralogischen Sammlung der TU Bergakademie Freiberg (Nr. 79924).


Literatur:
EFFENBERGER, H., KRAUSE, W.; BERNHARDT, H.-J. & MARTIN, M. (2000): On the symmetry of tsumcorite-group minerals based on the new species rappoldite and zincgartrellite.- Mineralogical Magazine 64, 1109-1126

MARTIN, M. & SCHLEGEL, F. (1992): Kobaltaustinit und Tsumcorit von der Rappold-Fundgrube in Schneeberg / Sachsen.- Lapis 17, Nr.10, 28



Chemische Analyse von Rappoldit (in Masse-%)

    Rappoldit,
  Schneeberg
  (EFFENBERGER et al., 2000)  
  Rappoldit,
  theoretische
  Zusammensetzung 1)   
  PbO   35.27   34.82
  CaO     0.12  
  Bi2O3     0.11  
  Fe2O3     0.28  
  ZnO     4.52     4.44
  CoO   11.60   11.69
  NiO     7.31     7.58
  As2O5   35.82   35.85
  SO3     0.11  
  H2O     5.62 (ber.)     5.59
  Summe     100.76 100.00

1) für die Zusammensetzung Bi(Co1.00Ni0.65Zn0.35)(AsO4)2(H2O)2




© Thomas Witzke / Stollentroll

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