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Paulkellerit


Formel: FeBi2O2(PO4)(OH)2, monoklin

Typlokalität: Neuhilfe Flacher, Grube Junge Kalbe, Schneeberg, Erzgebirge, Sachsen

Erstbeschreibung:
DUNN, P.J.; GRICE, J.D.; WICKS, F.J. & GAULT, R.A. (1988): Paulkellerite, a new bismuth iron phosphate mineral from Schneeberg, Germany.- American Mineralogist 73, 870-872



         Ein neues Bismutphosphat aus Schneeberg

Das Mineral wurde durch Pete J. DUNN, Joel D. GRICE, Frederick J. WICKS & Robert A. GAULT (1988) auf einer ursprünglich als Atelestit bezeichneten Probe aus der Sammlung der Bergakademie Freiberg entdeckt. Das Typ-Exemplar wurde 1881 auf einem NW-SE-streichenden Gang gefunden. In der Originalbeschreibung ist als Fundort die Grube "Neuhilfe" in Schneeberg angegeben. Eine derartige Grube existiert jedoch nicht, es handelt sich statt dessen um den Gang Neuhilfe Flacher, Grube Junge Kalbe, Schneeberg. Eine korrekte Angabe der Typlokalität findet sich bei MANDARINO & BACK (2004).
Paulkellerit bildet keilförmige Kristalle mit leicht gebogenen Flächen. Die Kristalle sind zwischen 0,2 und 0,8 mm groß. Sie zeigen als dominate Formen die Prismen {110} und {011} sowie ein schlecht ausgebildetes Pinakoid {-101}. Paulkellerit ist grünlichgelb und zeigt einen sehr hellgelben Strich. Das Mineral ist glas- bis diamantglänzend. Im ultravioletten Licht fluoresziert Paulkellerit nicht. Die Härte liegt bei 4, eine Spaltbarkeit ist nicht vorhanden. Die berechnete Dichte beträgt 6.17 g/cm3. Eine exakte Messung der Dichte war auf Grund der geringen zur Verfügung stehenden Substanzmenge nicht möglich. Paulkellerit ist optisch zweiachsig positiv mit alpha = 1.762, beta = 1.767, gamma = 1.825 und 2V = 34°, ein Pleochroismus ist nicht erkennbar.
Die chemische Analyse (siehe Tabelle) ergab eine empirische Formel Bi3.80Fe3+2.25P1.97H3.98O16 (bezogen auf O = 16).
Das Mineral kristallisiert monoklin, Raumgruppe C2/c mit a = 11.382, b = 6.690, c = 9.666 Å, beta = 114.73°, V = 668.6 Å3 und Z = 4. Eine Strukturanalyse wurde von GRICE & GROAT (1988) vorgenommen. Es zeigten sich dabei keine Ähnlichkeiten zu Strukturen bis bis dahin bekannter Minerale.
Paulkellerit wird von Wismut, einem Mineral der Skutterudit-Gruppe, Pyrit, Erythrin und Bismutoferrit begleitet.
Das Mineral wurde nach dem Mineralogen Prof. Paul KELLER von der Universität Stuttgart benannt. Paulkellerit wurde von der CNMMN der IMA als neues Mineral anerkannt. Das Holotyp-Exemplar befindet sich in der Sammlung des Smithsonian Institution, weitere Teile im National Museum of Natural Sciences in Ottawa und der Rest von der ursprünglichen Probe in der Sammlung der Bergakademie Freiberg.


Literatur:
DUNN, P.J.; GRICE, J.D.; WICKS, F.J. & GAULT, R.A. (1988): Paulkellerite, a new bismuth iron phosphate mineral from Schneeberg, Germany.- American Mineralogist 73, 870-872 [als PDF-File (externer Link zum American Mineralogist)]

GRICE, J.D. & GROAT, L.A. (1988) Crystal structure of paulkellerite.- American Mineralogist 73, 873-875

MANDARINO, J.A. & BACK, M.E. (2004) Fleischer's Glossary of Mineral Species.- The Mineralogical Record Inc., Tucson



Chemische Analyse von Paulkellerit (in Masse-%)

    Paulkellerit,
  Schneeberg
  (DUNN et al., 1988)   
  Paulkellerit,
  theoretische
  Zusammensetzung   
  Bi2O3   71.6   73.40
  Fe2O3   14.5   12.58
  P2O5   11.3   11.18
  H2O     2.9     2.84
  Summe    100.3 100.00



© Thomas Witzke / Stollentroll

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