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Paganoit


Formel: NiBiAsO5, triklin

Typlokalität: Johanngeorgenstadt, Erzgebirge, Sachsen

Erstbeschreibung:
ROBERTS, A.C.; BURNS, P.C.; GAULT, R.A.; CRIDDLE, A.J.; FEINGLOS, M.N. & STIRLING, J.A.R. (2001): Paganoite, NiBi3+As5+O5, a new mineral from Johanngeorgenstadt, Saxony, Germany: Description and crystal structure.- European Journal of Mineralogy 13, 167-175



           Ein neues Mineral auf einer alten Sammlungsstufe

1981 erwarb der amerkanische Mineralhändler David NEW in einer nicht näher bezeichneten "alten Mineralhandlung in Deutschland" eine Stufe aus der Mitte der 1800er Jahre, jedoch ohne Etikett und mit unbekanntem Fundort und unbekannten Mineralen. M.N. FEINGLOS erkannte auf der Stufe schließlich Bunsenit, Aerugit und Xanthiosit sowie Nickelin und Wismut und erwarb das Exemplar. Diese Assoziation ist nur von Johanngeorgenstadt bekannt. Deshalb wird auch für dieses Exemplar der Fundort Johanngeorgenstadt angenommen. Genauere Untersuchungen an der Probe ergaben, dass neben Rooseveltit noch drei weitere, bis dahin unbekannte Minerale vorhanden sind. Als erstes dieser Minerale wurde Paganoit beschrieben (ROBERTS et al., 2001).
Das neue Mineral bildet isolierte orangebraune bis tief goldbraune Kristalle und Aggregate und kommt immer mit Aerugit zusammen vor. Die Kristalle von Paganoit sind prismatisch ausgebildet, nach [010] gestreckt und werden bis etwa 0,3 mm groß. Als Formen treten dominierend {100} sowie untergeordnet {010} und {001} auf. Die Strichfarbe ist sehr blaß orangebraun. Kristalle sind durchsichtig, Aggregate durchscheinend. Das Mineral ist spröde und zeigt einen Diamantglanz. Eine Spaltbarkeit ist nicht vorhanden, der Bruch ist uneben. Im ultravioletten Licht ist keine Fluoreszenz festzustellen. Die berechneten Brechungsindizes liegen bei 2.07 und 2.09. Die berechnete Dichte beträgt 6.715 g/cm3.
Aus der chemischen Analyse (siehe Tabelle) ließ sich eine empirische Formel (Ni0.86Co0.11)Bi0.99As1.02O5.00 (bezogen auf O = 5) berechnen.
Paganoit kristallisiert trigonal, Raumgruppe P-1 mit a = 6.7127, b = 6.8293, c = 5.2345 Å, alpha = 107.625°, beta = 95.409°, gamma = 111.158°, V = 207.62 Å3 und Z = 2. Paganoit zeigt strukturelle Beziehungen zu Jagowerit, BaAl2(PO4)2(OH)2. Paganoit wurde nach Renato und Adriana PAGANO (Italien) für ihre Beiträge zur europäischen mineralogischen Gemeinschaft benannt. Das Mineral wurde von der CNMMN der IMA anerkannt (IMA 1999-043).


Literatur:
ROBERTS, A.C.; BURNS, P.C.; GAULT, R.A.; CRIDDLE, A.J.; FEINGLOS, M.N. & STIRLING, J.A.R. (2001): Paganoite, NiBi3+As5+O5, a new mineral from Johanngeorgenstadt, Saxony, Germany: Description and crystal structure.- European Journal of Mineralogy 13, 167-175



Chemische Analyse von Paganoit (in Masse-%)

    Paganoit,
  Johanngeorgenstadt    
  (ROBERTS et al, 2001)
  Paganoit,
  theoretische
  Zusammensetzung    
  NiO   15.37   14.44
  CoO       2.05  
  Bi2O3   55.06   57.30
  As2O5   28.0   28.26
  Summe       100.48 100.00



© Thomas Witzke / Stollentroll

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