|
Heterogenit
Formel: CoOOH, trigonal
Typlokalität: Grube Wolfgang Maaßen, Schneeberg, Erzgebirge, Sachsen
Erstbeschreibung:
A. Frenzel (1872): Mineralogisches. 5. Heterogenit.- Journal für praktische Chemie [2] 5, 404-407
Schwarzer, traubiger Heterogenit. Am Roten Berg, Schneeberg, Erzgebirge, Sachsen. Bildbreite 1 cm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
FRENZEL (1872) [als PDF-File (783 KB)] schreibt zum Heterogenit: "Dieses Mineral wurde in ähnlicher Weise wie der Lithiophorit und gleichzeitig mit demselben aufgefunden. Ein angeblicher Asbolan von Schneeberg ergab bei der Lötrohruntersuchung gar keinen Mangangehalt, sondern reagirte nur auf Kobalt und Wasser. Erst jetzt ausgeführte Analysen haben dargethan, dass das Mineral wesentlich ein Kobaltoxydoxydulhydrat ist. Der Heterogenit ist amorph; erscheint derb, in traubigen und nierenförmigen Gestalten von dichtem Bruche. Wenig glänzend. Farbe schwarz, schwärzlichbraun bis röthlichbraun; das geglühte Mineralpulver sieht kohlschwarz. Strich dunkelbraun und fettartig glänzend. Kalkspathhärte; spec. Gewicht 3,44."
FRENZEL gibt nach zwei Analysen (siehe Tabelle) als Formel für den Heterogenit "CoO.2 Co2O3 + 6 H2O" an. Weiter schreibt er: "Der Heterogenit ist ein Zersetzungsproduct des Speiskobalts; während nun diese Kiese gewöhnlich einen namhaften Nickelgehalt führen, ist es auffallend, dass die Zersetzungsproducte des Speiskobalts: Asbolan, Kakochlor, Heterogenit und Kobaltblüthe fast oder gänzlich nickelfrei sind. [...] Der Name des Minerals wurde von heterogenus [im Original in griechischen Buchstaben – T.W.], d.i. von anderer Art, abgeleitet, mit Bezug auf die grosse Aehnlichkeit, die es in seinem Aeusseren mit einigen Manganerzen, als Kupfermanganerz, Lithiophorit und Kakochlor – der Asbolan unterscheidet sich von diesen durch seine grosse Weichheit – zeigt. Der Heterogenit kommt auf den Kobalt- und Nickelgängen zu Schneeberg, Grube Wolfgang Meessen [Schreibfehler, es muss "Wolfgang Maassen" heißen – T.W.], vor, scheint aber ziemlich selten zu sein, indem nur wenige Exemplare zu erlangen waren; ein hübsches Stückchen besitzt die Freiberger Sammlung. Begleiter des Heterogenit sind ein rothgefärbter Kalkspath und Pharmakolith".
Literatur:
FRENZEL, A. (1872): Mineralogisches. 5. Heterogenit.- Journal für praktische Chemie [2] 5, 404-407 [als PDF-File (783 KB)]
Chemische Analyse von Heterogenit (in Masse-%)
| |
Komponenten, nach (FRENZEL, 1872) |
Heterogenit, von Schneeberg (FRENZEL, 1872) 1) |
Heterogenit, theoretische Zusammensetzung |
| CoO |
Kobaltoxydul |
14.32 |
|
| Co2O3 |
Kobaltoxyd |
67.26 |
90.21 |
| H2O |
Wasser |
18.54 |
9.79 |
| Summe |
|
100.12 |
100.00 |
1) nach Abzug von Verunreinigungen
|