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Freieslebenit


Formel: AgPbSbS3, monoklin

Typlokalität: Grube Himmelsfürst, Brand-Erbisdorf bei Freiberg, Erzgebirge, Sachsen oder Grube Alte Hoffnung Gottes, Kleinvoigtsberg bei Freiberg, Erzgebirge, Sachsen

Erstbeschreibung:
J.B.L. Romé de l`Isle (1783): Cristallographie, ou Description des formes propres à tous les corps du Regne mineral.- Paris, Vol. 3, p. 54
     (als "mine d`antimoine grise tenant argent")
J.C. Freiesleben (1817): Beschreibung einiger in meiner Mineraliensammlung befindlichen merkwürdigen sächsischen Fossilien, nebst historischen und geognostischen Bemerkungen über dieselben. Schilf-Glaserz.- Geognostische Arbeiten 6, Beyträge zur Mineralogischen Kenntniß von Sachsen, zweyte Lieferung, 97-101
     (als "Schilf-Glaserz" bzw. "Schilfglaserz")
W. Haidinger (1845): Handbuch der bestimmenden Mineralogie, enthaltend die Terminologie, Systematik, Nomenklatur und Charakteristik der Naturgeschichte des Mineralreiches.- Wien, Braumüller & Seidel, p. 569
     (als "Freieslebenit")




Prismatischer Kristall von Freieslebenit. Grube Neue Hoffnung Gottes, Bräunsdorf bei Freiberg, Erzgebirge, Sachsen. Bildbreite 1,5 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


 
           Die ersten Beschreibungen

Das Mineral wurde erstmals von Jean-Baptiste Luis ROMÉ de L'ISLE (1783) als "Mine d’antimoine grise tenant argent" von der Grube Himmelsfürst in Brand-Erbisdorf bei Freiberg erwähnt, wie HAUSMANN & WÖHLER (1839) angeben. Sie vermuten weiterhin, dass vielleicht schon das von CRONSTEDT 1758 als Argentum Antimonio sulphurato mineralisatum erwähnte Mineral von Bräunsdorf bei Freiberg auch damit identisch sein könnte, was sich aber nicht mehr feststellen lässt.

Eine ausführliche Beschreibung gibt Johann Carl FREIESLEBEN (1817). Er nennt das Mineral Schilfglaserz: "Auf einigen Gängen der Freyberger Refier kömmt bisweilen ein Silbererz vor, das in der Mitte zwischen Sprödglaserz, Weißgiltigerz, Verhärtetes Federerz und Schwarzspiesglaserz, zu stehen scheint; da es sich aber von allen diesen Erzen unterscheidet, könnte man es einstweilen, wenigstens, als eine besondere Art des Sprödglaserzes, vielleicht unter dem Namen Schilfglaserz, so lange aufstellen, bis eine genauere chemische Untersuchung ihm eine festere Stellung, nach erwiesener generischer Verschiedenheit angewiesen wird. Nachstehende Beschreibung wird zeigen, wie es sich in Farbe, Krystallisationsverhältnissen und anderen Eigenschaften, von allen vorgenannten Erzen, und namentlich vom Sprödglaserze unterscheidet. Es ist, in den Exemplaren die ich davon besitze, von einer etwas dunkeln, gemein bleygrauen Farbe; auf dem frischen Bruche ist es lichter, und läuft mit der Zeit etwas dunkler an; so daß es dann ins stahlgrau übergeht, es kömmt vor, in kleine derben Parthien, angeflogen, eingesprengt und krystallisirt,
die Krystalle sind entweder dünne und breite vierseitige Säulen, mit zugeschärften Endflächen, oder längliche sechsseitige Tafeln mit cylindrisch-convexen Seitenflächen; diese beyden Abänderungen haben ein ausgezeichnet schilfartiges Ansehen, und sind stark in die länge gestreift; sie sind meist klein oder sehr klein, und bisweilen zellig durch einander gewachsen; bisweilen kommen sie auch in sehr kleinen, unbestimmbaren, tafelartigen Formen vor; die Oberfläche der Krystalle ist glänzend, ins starkglänzende übergehend, inwendig ebenfalls glänzend und stark glänzend,
von metallischem Glanz,
der Bruch ist theils uneben, von sehr feinem Korn, theil unvollkommen blättrig, von mehrfachen, jedoch noch nicht bestimmbaren, Durchgange der Blätter, der sich besonders durch ein eignes schillerndes Ansehen der Bruchfläche verräth,
die Bruchstücke sind unbestimmt eckig, nicht sehr scharfkantig, es ist undurchsichtig,
wird im Striche etwas schwärzer und glänzender,
ist weich,
milde (jedoch so, daß es sich dem spröden mehr nähert als das Sprödglaserz),
leicht zerspringbar und
schwer (5,941 nach Herrn Inspector Breithaupts Wägung). Es kam ehemals, aber immer nur selten, auf den Gängen von Alte Hoffnung Gottes Erbstolln zu Grosvoigtsberg, mit Schwefelkies, Rothgiltigerz und Grauspiesglaserz auf hornsteinartigen Quarze vor, und ist bisweilen mit einer dünnen Haut von Federez überzogen. Auch besitze ich es, in weniger deutlichen Parthien, ebenfalls in Begleitung von Federerz, Quarz, Schwefelkies und Spuren von Schwarzspiesglaserz, von der Neuen Hoffnung Gottes zu Bräunsdorf.
Es scheint aber auch auf einigen Silbergängen der Bränder Refier, besonders auf den Alten grünen Zweige ehemals vorgekommen zu seyn, und manches, was in früheren Schriften als Schwarzerz, Schwarzgültigerz, Fahlerz, Weißgiltigerz und Sprödglaserz aufgeführt wird, mag wohl hierher gehören, wie denn überhaupt bey den ältern Schriftstellern eine ungemeine Verwirrung zwischen diesen Benennungen herrschte".


           Die chemische Formel für Freieslebenit

Eine erste, allerdings unvollständige chemische Analyse führte PLATTNER (in BREITHAUPT, 1832) durch (siehe Tabelle). Eine komplette Analyse für das Mineral liegt von Friedrich WÖHLER (HAUSMANN & WÖHLER, 1839) vor. Er gibt eine sehr komplizierte Formel an, die etwas angepasst an die heutige Schreibweise (aber ohne die damals angenommenen Wertigkeiten zu ändern) lautet: (Ag3Sb2S6 + 2 Pb3Sb2S6) + (Ag2Sb2S5 + PbSb2S4). Als Summenformel würde sie lauten Ag5Pb7Sb10S27. Hierzu ist aber anzumerken, dass für das Atomgewicht von Silber noch ein falscher Wert (doppelt so hoch wie der tatsächliche) galt, in der den Formeln wäre Silber also zu verdoppeln.
Gustav ROSE (1852) schreibt: "Die von Wöhler für das von Freiesleben beschriebene Schilfglaserz aufgestellte Formel ... ist zu verwickelt, um wahrscheinlich zu sein. Ich habe versucht, sie zu vereinfachen." In heutiger Schreibweise würde ROSEs Formel lauten: (Pb,Ag)3Sb2S6. Auch hier wäre das Silber noch zu verdoppeln.
Viktor Leopold Ritter von ZEPHAROVICH (1871) gibt nach Untersuchungen von Material aus Přibram die Formel Ag4Pb3Sb4S11 an und hält Freieslebenit für dimorph mit Diaphorit. PALACHE et al. (1937) berechnen aus den alten Analysen die Formel Ag5Pb3Sb5S12 ohne eigene chemische Analysen vorzunehmen . HELLNER (1957) kommt nach kristallografischen Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass die Formel für Freieslebenit PbAgSbS3 lauten muss. Eine chemische Analyse führt er allerdings nicht durch. Mikrosondenanalysen an Proben von Freiberg und Bräunsdorf (Sachsen) und Hiendelaencia (Spanien) durch SVESHNIKOVA & BORODAEV (1972) bestätigten schließlich die von HELLNER aufgestellte Formel (siehe Tabelle).


           Kristallografische Untersuchungen

Nach einer ersten Kristallvermessung hält PHILLIPS (1823 und 1837) das Mineral für rhombisch. Auch BREITHAUPT (1832) gibt rhombische Symmetrie an und listet einige durch von WEISSENBACH mit dem Anlege-Goniometer vermessenen Flächen auf. Die Dichte des Minerals liegt zwischen 6,366 und 6,381. Weitere Vermessungen der Flächen liegen von HAUSMANN & WÖHLER (1839) vor. Auch sie finden rhombische Symmetrie. Nach ihren Messungen liegt die Dichte des Minerals bei 6,194 g/cm3. BROOKE & MILLER (1852) hielten nach Messungen an einigen guten Kristallen aus BROOKEs Sammlung das Mineral für monoklin. BREITHAUPT revidierte 1866 seine ursprüngliche Ansicht, nach Untersuchungen an Proben von Freiberg betrachtet er den Freieslebenit nun als triklin. Der neue Fund von einem für Freieslebenit gehaltenen Material in Přibram, Böhmen, und die differierenden Angaben zum Kristallsystem veranlassten Viktor Leopold Ritter von ZEPHAROVICH (1871), sich intensiver mit dem Mineral zu beschäftigen. nach intensiver kristallografischen Vermessungen fand er:
"1. Die bisher als Freieslebenit bestimmten Minerale gehören zwei verschiedenen Species, einer monoklinen und einer rhombischen an.
2. Diese beiden Species, welche eine gleiche chemische Zusammensetzung besitzen, sind im specifischen Gewichte verschieden.
3. Die Substanz Ag4Pb3Sb4S11, wäre demnach, wenn es gestattet ist von den geringen Differenzen der vorliegenden chemischen Analysen abzusehen, eine dimorphe.
4. Die rhombische Species, für welche ich den Namen Diaphorit, von diaphora Unterschied wähle, kommt in Přibram ausschliessend, untergeordnet neben Freieslebenit auch in Freiberg vor.
5. Die monokline Species der Freieslebenit, dessen Formen übereinstimmend mit Brooke und Miller’s Angaben befunden werden, erscheint vorwaltend in Freiberg, ferner in Hiendelaencina".
Das Achsenabschnittsverhältnis gibt ZEPHAROVICH mit a : b : c = 0.5871 : 1 : 0.9277 an, der Winkel zwischen a und c = 87°46', was der heute üblichen Schreibweise beta = 92°14' entspricht.
Weitere kristallografische Untersuchungen an Freieslebenit gibt es erst durch PALACHE et al. (1938). Bei röntgenografischen Untersuchungen fanden sie die Gitterparameter a = 7.53, b = 12.79, c = 5.88 Å, beta = 92°14' und die Raumgruppe P21/n. Das Achsenabschnittsverhältnis beträgt a : b : c = 0.589 : 1 : 0.460, die Daten von ZEPHAROVICH stimmen damit sehr gut überein, wenn man seinen Wert für c halbiert.
HELLNER (1957) betrachtet Freieslebenit als eine deformierte PbS-Struktur und findet die Raumgruppe P21/a. Nach einer Strukturanalyse von ITO & NOWACKI (1973) weist Freieslebenit die Gitterparameter a = 7.518, b = 12.809, c = 5.940 Å, beta = 92.25° auf.


           Der Name Freieslebenit

MOHS nennt das Mineral "Peritomer Antimon-Glanz" (nach BREITHAUPT, 1832). Bei PHILLIPS (1823) findet es sich als "Sulphuret of Silver and Antimony". 1832 nannte BREITHAUPT das Mineral "Staurotyper Basitom-Glanz". CHAPMAN (1843) wählte den Namen "Donacargyrit". Wilhelm HAIDINGER führte 1845 schließlich in seiner Mineralsystematik den heute gebräuchlichen Namen Freieslebenit nach Johann Carl Freiesleben (1774 - 1846) ein.


Literatur:
BREITHAUPT, A. (1832): Vollständige Charakteristik des Mineral-System's.- Dresden und Leipzig, 3. Aufl., p. 267-268 u. 532-533 [als PDF-File , als PDF-File (externer Link zu Google Buchsuche)]

BREITHAUPT, A. (1866): Mineralogische Studien, p. 112

BROOKE, H.J. & MILLER, W.H. (1852): Elementary introduction to Mineralogy.- London, Gilbert & Rivington, p. 208

CRONSTEDT, A. von (1758): Försök til Mineralogie, p. 157

FREIESLEBEN, J.C. (1817): Beschreibung einiger in meiner Mineraliensammlung befindlichen merkwürdigen sächsischen Fossilien, nebst historischen und geognostischen Bemerkungen über dieselben. Schilf-Glaserz.- Geognostische Arbeiten 6, Beyträge zur Mineralogischen Kenntniß von Sachsen, zweyte Lieferung, 97-101

GOLDSCHMIDT, V. (1918): Atlas der Krystallformen, Band IV.- Heidelberg, Carl Winters Universitätsbuchhandlung

HAIDINGER, W. (1845): Handbuch der bestimmenden Mineralogie, enthaltend die Terminologie, Systematik, Nomenklatur und Charakteristik der Naturgeschichte des Mineralreiches.- Wien, Braumüller & Seidel, p. 569

HAUSMANN, J.F.L. & WÖHLER, F. (1839): Ueber das Schilfglaserz.- Poggendorffs Annalen der Physik und Chemie 46, 146-158 [als PDF-File (externer Link zu Google Buchsuche)]

HELLNER, E. (1957): Über komplex zusammengesetzte sulfidische Erze. II. Zur Struktur des Freieslebenits, PbAgSbS3.- Zeitschrift für Kristallographie 109, 284-295 [als PDF-File (externer Link zu RRUFF)]

HINTZE, C. (1904): Handbuch der Mineralogie, Band I, 1. Abteilung.- Leipzig, Verl. Veit & Co., p. 1045

ITO, T. & NOWACKI, W. (1973): The crystal structure of freieslebenite, PbAgSbS3.- Zeitschrift für Kristallographie 139, 85-102 [als PDF-File (externer Link zu RRUFF)]

PALACHE, C.; RICHMOND, W.E. & WINCHELL, H. (1938): Crystallographic studies of sulphosalts: baumhauerite, meneghinite, jordanite, diaphorite, freieslebenite.- American Mineralogist 821-836 [als PDF-File (externer Link zum American Mineralogist)]

PHILLIPS, W. (1837): An elementary Introduction to the Knowledge of Mineralogy, 3. Aufl., p. 290

ROMÉ de L'ISLE, J.B.L. (1783): Cristallographie, ou Description des formes propres à tous les corps du Regne mineral.- Paris, Vol. 3, p. 54

ROSE, G. (1852) Das Krystallo-chemische Mineralsystem.- Leipzig, Verl. Wilhelm Engelmann, p. 58-61 [als PDF-File (externer Link zu Google Buchsuche)]

SVESHNIKOVA, O.L. & BORODAEV, Yu.S. (1972): The chemical composition of freieslebenite.- Tr. Mineral. Muzeya Akad. Nauk. SSSR 21, 133-138 (in russ., Abstr. in American Mineralogist 58, 1973, 139-141)

ZEPHAROVICH, V. Ritter von (1871): Über Diaphorit und Freieslebenit.- Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Akademie der Wissenschaften (Wien) 63, 130-156



Chemische Analysen von Freieslebenit (in Masse-%)

    "Schilfglaserz"   
  Alter Grüner Zweig,   
  Zug bei Freiberg,
  PLATTNER 1)  
  "Schilfglaserz"   
  Himmelsfürst,   
  Brand-Erbisdorf,   
  HAUSMANN &
  WÖHLER, 1839
  Freieslebenit   
  Freiberg,   
  SVESHNIKOVA &   
  BORODAEV, 1972   
 
  Freieslebenit   
  Bräunsdorf bei
  Freiberg,   
  SVESHNIKOVA &   
  BORODAEV, 1972   
  Freieslebenit,
  theoretische
  Zusammensetzung   
 
    
  Ag   24.5   23.76   20.8   20.8   20.24
  Pb   28.6   30.08   41.1   41.6   38.87
  Fe   sehr wenig        
  Sb   viel   27.05   23.4   23.3   22.84
  S   viel   18.71   17.1   16.4   18.05
  Summe         99.60 102.4 102.1 100.00

1)   in BREITHAUPT, 1832






Freieslebenit-Kristalle von der Grube Himmelsfürst, Brand-Erbisdorf bei Freiberg. Aus GOLDSCHMIDT (1918).








Jean-Baptiste Louis Romé de L'Isle (1736-1790)

Mineraloge

Jean-Baptiste Louis Romé de L'Isle wurde am 26.08. 1736 in Gray (Haute-Saône), Frankreich geboren. Während des Dritten Karnataka-Krieges (ein Kolonialkrieg zwischen Frankreich und Großbritannien in Indien, 1758-1763) war er Offizier in einem französischen Artillerie-Regiment und wurde 1761 bei der Eroberung von Pondicherry von britischen Truppen gefangen genommen. Er war in Indien und China inhaftiert und kehrte erst 1764 wieder nach Frankreich zurück. Die Eindrücke seiner Zeit in Indien und China sowie die früherer reisen weckten sein Interesse an der Natur, speziell der Geowissenschaften. Angetrieben von der Klassifikation der Lebewessen durch Carl von Linné versuchte Romé de L'Isle dies auf die unbelebte Natur zu übertragen und schuf damit die erste Systematik von Kristallen indem er Salzkristalle, Steinkristalle, Kieskristalle und Erzkristalle unterschied. Basierend auf der Entdeckung des Gesetzes der Winkelkonstanz an Quarzkristallen durch Nicolaus Steno begann Romé de L'Isle, nach Konstruktion eines geeigneten Anlegegoniometers, mit systematischen Untersuchungen an weiteren Kristallen. Dabei beschrieb er zahlreiche bislang unbekannte oder nur schlecht bestimmte Minerale. Bei der Veröffentlichung seiner Ergebnisse verwendete er als erster den Begriff „Kristallographie“, der bis heute die Wissenschaft von den Kristallen beschreibt. Ein wichtiges Werk ist Cristallographie, ou Déscription des formes propres à tous les corps du règne minéral von 1783. Romé de L'Isle starb am 07.03. 1790 in Paris.
(Text nach: Wikipedia)





Johann Carl Freiesleben (1774-1846)

sächsischer Oberberghauptmann

Johann Carl Freiesleben wurde am 14.06. 1774 in Freiberg, Sachsen geboren. Er entstammte einer Bergmannsfamilie aus Freiberg und fuhr bereits als Gymnasiast seine ersten Häuerschichten. Nach Abschluss des Gymnasiums besuchte er von 1790 bis 1792 die Bergakademie seiner Heimatstadt, wo er von Abraham Gottlob Werner gefördert wurde. An der Bergakademie lernte er auch von Humboldt, Christian Leopold von Buch und Ernst Friedrich von Schlotheim kennen, mit denen er gemeinsam mehrere Bildungsreisen unternahm. Mit Alexander von Humboldt blieb Freiesleben das ganze Leben befreundet. Von 1792 bis 1795 studierte Freiesleben Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig. Von dort aus unternahm er Erkundungen im Harz (Mittelgebirge). Nach Abschluss des Studium trat er mit Humboldt eine Reise nach Savoyen und in die Schweiz an. Nach der Rückkehr von dieser erhielt er 1796 eine Anstellung als Bergamtsassessor in Marienberg und 1799 als Bergmeister in Johanngeorgenstadt. 1800 wurde er als Bergkommissionsrat und Direktor der mansfeldischen Bergwerke nach Eisleben berufen. Hier legte er mehrere Publikationen zur Verbesserung des Kupferschieferbergbaus vor. Als 1808 im benachbarten Preußen das Königreich Westfalen errichtet wurde, kehrte er 1808 nach Freiberg zurück und wurde Beisitzer des dortigen Oberberg- und Hüttenamtes. Er wurde später zum Bergrat befördert und nach dem Tod des Oberberghauptmanns von Herder 1838 übernahm es bis 1842 diesen Posten. Die Universität Marburg verlieh ihm 1817 den Doktortitel und die Akademie der Wissenschaften in Berlin ernannte ihn 1828 zum korrespondierenden Mitglied. Freiesleben starb am 20.03. 1846 auf einer Geschäftsreise auf dem Messingwerk Niederauerbach im Vogtland. Freiesleben verfasste u.a. ein mehrbändiges Werk über die Minerale Sachsens und stratigrafische Arbeiten.
(Text nach: Wikipedia)





Wilhelm Ritter von Haidinger (1795-1871)

Geologe und Mineraloge


Wilhelm Haidinger, Lithographie von Josef Kriehuber, 1844
Wilhelm Haidinger wurde am 05.02. 1795 in Wien geboren. Wie schon sein Vater, Karl Haidinger, interessierte sich auch Wilhelm Haidinger für die Bestandteile der Erdkruste. Er studierte ab 1812 am Johanneum in Graz bei Friedrich Mohs Mineralogie und setzte ab 1817 sein Studium bei Mohs an der Bergakademie Freiberg fort, nach dem dieser als Nachfolger Abraham Gottlob Werners dessen Lehrstuhl in Freiberg übernommen hatte. Dabei assistierte er Carl Gustav Adalbert von Weissenbach bei der Katalogisierung der Gesteinssammlungen Werners und fertigte Zeichnungen der Mineralien. Zwischen 1822 und 1826 bereiste er mit dem Bankier Thomas Allan aus Edinburgh Europa und übersetzte Mohs ins Englische. Mit seinen drei Brüdern leitete er in der Zeit von 1827 bis 1840 gemeinsam die im Familienbesitz befindliche Porzellanmanufaktur im böhmischen Elbogen. 1840 erfolgte Haidingers Berufung als Bergrat nach Wien. Er leitete, ordnete und erfasste die Mineraliensammlung der Hofkammer und gab 1845 eine geognostische Karte für die österreichischen Länder heraus. Am 15. November 1849 begründete Haidinger die "kaiserlich-königliche Geologische Reichsanstalt" Wien (nunmehr Geologische Bundesanstalt), deren Direktor er 17 Jahre lang war. Für seine Verdienste wurde er 1865 zum Erbritter geschlagen. Von ihm wurde auch eine Lupe (Haidingerlupe, Dichroskop) entwickelt, die seinen Namen trägt. Seit dem 7. April 1842 ist Haidinger in der Preußischen Akademie der Wissenschaften als korrespondierendes Mitglied eingetragen. Wilhelm Ritter von Haidinger ging 1866 in den Ruhestand. Er starb am 19.03. 1871 in Dornbach in Wien.
Das Mineral Haidingerit wurde nach ihm benannt.
(Text und Bild nach: Wikipedia)








© Thomas Witzke / Stollentroll

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