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Ferripyrophyllit


Formel: FeSi2O5(OH), monoklin

Typlokalität: Straßenschacht südlich Eibenstock, Vogtland, Sachsen

Erstbeschreibung:
TSCHUCHROW, F.W.; SWJAGIN, B.B.; DRIZ, W.A.; GORSCHKOW, A.I.; JERMILOWA, L.P.; GOILO, E.A. & RUDNIZKAJA, E.S. (1979): Über Ferripyrophyllit.- Chemie der Erde 38, 324-330



          Ferripyrophyllit - ein neues Tonmineral

Das neue Mineral wurde in einer als "Bolus" bezeichneten Probe vom Straßenschacht südlich von Eibenstock im Vogtland aus der Sammlung des Moskauer Institutes für Erkundungsgeologie entdeckt (TSCHUCHROW et al., 1979). Das Exemplar gehörte vorher der Moskauer Universität. Das Material konnte als Fe3+-Analogon von Pyrophyllit identifiziert werden. Ferripyrophyllit bildet bräunlichgelbe, im Bruch gelbliche bis schwach grünliche feinschuppige Aggregate. Die Größe der Schüppchen beträgt bis zu 0.03 mm. Die Kristalle sind in Richtung der a-Achse gestreckt. Das Material fühlt sich fettig an und besitzt eine Härte von 1½ – 2. Ferripyrophyllit ist optisch zweiachsig mit alpha = 1.65 – 1.66, beta = 1.676 – 1.678 und gamma = 1.686 – 1.688 und zeigt einen Pleochroismus von hellgelb bis grünlich. Die gemessene Dichte liegt bei 2.97 – 3.01 g/cm3, die berechnete Dichte beträgt 3.05 g/cm3. Für das Mineral wurde eine monokline Zelle mit a = 5.26, b = 9.10, c = 19.1 Å, beta = 95.5° und Z = 4 gefunden. Es handelt sich um eine 2M-Polytype. Die Daten der chemischen Analyse werden in der Originalbeschreibung nicht angegeben, lediglich eine empirische Formel:
Fe3+1.96Mg0.11Ca0.05[Si3.80Al0.13Fe3+0.07O10](OH)2 · H2O. Der Wassergehalt ist auf Beimengungen einer hydratisierten Phase zurückzuführen.

Das Mineral ist auch am Berg Tologai, Kasakhstan, gefunden worden, hier allerdings nur untergeordnet zusammen mit einer hydratisierten Phase und einer unregelmäßigen Wechsellagerung.
Ferripyrophyllit wurde als neues Mineral von der Commission on New Minerals and Mineral Names der IMA anerkannt.


Literatur:
TSCHUCHROW, F.W.; SWJAGIN, B.B.; DRIZ, W.A.; GORSCHKOW, A.I.; JERMILOWA, L.P.; GOILO, E.A. & RUDNIZKAJA, E.S. (1979): Über Ferripyrophyllit.- Chemie der Erde 38, 324-330





© Thomas Witzke / Stollentroll

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