HOME
TYPLOKALITÄTEN
FUNDORTE
NAMEN
ENTDECKER
LITERATUR
SACHSEN
THÜRINGEN
SACHSEN-ANHALT


Covellin


Formel: CuS, hexagonal

Typlokalität: Sangerhausen, Sachsen-Anhalt

Erstbeschreibung:
J.C. Freiesleben (1815): Geognostische Arbeiten 3, 129



Johann Carl FREIESLEBEN beschrieb das Mineral erstmals 1815 unter dem Namen "Blaues Kupferglas" von Sangerhausen in Sachsen-Anhalt.
August BREITHAUPT (1818) nannte es "Kupferindig" nach der indigoblauen Farbe. Die genaue chemische Zusammensetzung blieb noch unbekannt: "Sollte er nicht vielleicht geschwefelt und gekohltes Kupfer mit etwas Eisen zugleich enthalten". Besonders schön kam das Mineral auf dem östlichen Carolinenschacht bei Sangerhausen vor.
Die chemische Zusammensetzung erkannten COVELLI (1827) an Material vom Vesuv, Italien (32 % S, 66 % Cu) sowie WALCHNER (1827) an Proben der Grube Haus Baden, Badenweiler, Baden-Württemberg (32.64 % S, 64.77 % Cu, 0.46 % Fe, 1.05 % Pb). Francois BEUDANT (1832) nannte das Mineral schließlich Covellin nach Niccolo COVELLI, der die chemische Analyse des Minerals vom Vesuv durchführte.
Die hexagonale Symmetrie beschrieb BREITHAUPT 1844: "Noch scheint es wenig bekannt zu seyn, dass der Kupferindig zu Leogang in Salzburg in deutlichen niedrigen hexagonalen Prismen mit Basis krystallisirt vorgekommen ist. Auch von Sangerhausen kenn ich ihn undeutlich strahlig-blättrig. Jene Krystallisation erinnert uns an dieselbe Gestalt anderer einfacher Sulphurete, z.B. des Magnetkieses, Gelbnickelkieses oder des Greenockits.".


Literatur:
BEUDANT, F.S. (1832) Traité élémentaire de Minéralogie 2, 410

BREITHAUPT, A. (1818): Kupferindig.- Hoffmanns Min. 4b, 178

BREITHAUPT, A. (1844): Zwei neue Kupfer enthaltende Mineralien aus der Ordnung der Glanze.- Poggendorffs Annalen der Physik und Chemie 61, 671-675

FREIESLEBEN, J.C. (1815) Geognostische Arbeiten 3, 129

COVELLI, N. (1827) Ann. Chim. Phys. 35, 105 (nach HINTZE, 1904)

HINTZE, C. (1904): Handbuch der Mineralogie. Erster Band, Erste Abteilung.- Leipzig, Verl. von Veit & Comp., p. 660-665

WALCHNER (1827) Schweigg. Journal 49, 160 (nach HINTZE, 1904)




Johann Carl Freiesleben (1774-1846)

sächsischer Oberberghauptmann

Johann Carl Freiesleben wurde am 14. 6. 1774 in Freiberg, Sachsen geboren. Er entstammte einer Bergmannsfamilie aus Freiberg und fuhr bereits als Gymnasiast seine ersten Häuerschichten. Nach Abschluss des Gymnasiums besuchte er von 1790 bis 1792 die Bergakademie seiner Heimatstadt, wo er von Abraham Gottlob Werner gefördert wurde. An der Bergakademie lernte er auch von Humboldt, Christian Leopold von Buch und Ernst Friedrich von Schlotheim kennen, mit denen er gemeinsam mehrere Bildungsreisen unternahm. Mit Alexander von Humboldt blieb Freiesleben das ganze Leben befreundet. Von 1792 bis 1795 studierte Freiesleben Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig. Von dort aus unternahm er Erkundungen im Harz (Mittelgebirge). Nach Abschluss des Studium trat er mit Humboldt eine Reise nach Savoyen und in die Schweiz an. Nach der Rückkehr von dieser erhielt er 1796 eine Anstellung als Bergamtsassessor in Marienberg und 1799 als Bergmeister in Johanngeorgenstadt. 1800 wurde er als Bergkommissionsrat und Direktor der mansfeldischen Bergwerke nach Eisleben berufen. Hier legte er mehrere Publikationen zur Verbesserung des Kupferschieferbergbaus vor. Als 1808 im benachbarten Preußen das Königreich Westfalen errichtet wurde, kehrte er 1808 nach Freiberg zurück und wurde Beisitzer des dortigen Oberberg- und Hüttenamtes. Er wurde später zum Bergrat befördert und nach dem Tod des Oberberghauptmanns von Herder 1838 übernahm es bis 1842 diesen Posten. Die Universität Marburg verlieh ihm 1817 den Doktortitel und die Akademie der Wissenschaften in Berlin ernannte ihn 1828 zum korrespondierenden Mitglied. Freiesleben starb am 20. 3. 1846 auf einer Geschäftsreise auf dem Messingwerk Niederauerbach im Vogtland. Freiesleben verfasste u.a. ein mehrbändiges Werk über die Minerale Sachsens und stratigrafische Arbeiten.
(Text nach: Wikipedia)





© Thomas Witzke / Stollentroll

HOME
TYPLOKALITÄTEN
FUNDORTE
NAMEN
ENTDECKER
LITERATUR
SACHSEN
THÜRINGEN
SACHSEN-ANHALT