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Megalithgräber und Menhire in Morbihan




Grand Menhir, Table des Marchand und Er Grah, Locmariaquer

Das berühmte neolithische Ensemble von Grand Menhir, Table des Marchand und Er Grah in Locmariaquer südlich von Auray am Golf von Morbihan ist dank der Ausschilderung gut zu finden. Es ist umzäunt und man muß zur Besichtigung Eintritt bezahlen. Hier gibt es jedoch auch reichlich Informationsmaterial zu den Megalithen der Bretagne (auch in deutsch und englisch).
Die Anlagen stammen aus der Zeit von 4500 – 3500 v.d.Z. In dem umzäunten Gebiet stehen auch noch sehr spärliche Reste eines Theaters aus römischer Zeit.

Tumulus (Cairn) von Er Grah
Das gesamte Bauwerk weist eine Länge von 140 Metern auf. Ein in Nord-Süd-Richtung langgestreckter Tumulus bedeckt eine geschlossene Grabkammer, zu der kein Gang führte. Ein Zugang zu dem Grab ist nach Beendigung des Cairns also nicht mehr möglich gewesen. Die beiden Seitenwände wurden in der Längserstreckung in zwei nach Süden ausgerichteten „Armen“ fortgesetzt. Während der eigentliche Tumulus aus Steinen errichtet wurde, befanden sich zwischen den Armen keine Steine. Die Höhe des Bauwerks ist nicht sehr bedeutend gewesen. Vielleicht war die heute sichtbare Platte der Grabkammer auch schon immer sichtbar. Diese Platte verbindet das Bauwerk mit dem Grand Menhir. Ein vermutlich in dem Alignement des Grand Menhir stehender, nicht ganz so großer Menhir wurde in drei Teile zerschlagen und für die Bedeckung von Grabkammern verwendet. Der ehemals obere Teil bedeckt die Kammer von Er Grah, das mittlere Stück die Kammer des Tumulus auf der Insel Gavrinis und das untere Teil ist die Deckplatte des Dolmens Table des Marchand.
Eine weitere Beziehung ergibt sich dadurch, dass die beiden Arme des Tumulus von Er Grah in die Richtung des Grand Menhir zeigen und der Menhir, wenn er zu der Zeit noch gestanden haben sollte, Mittags seinen Schatten zwischen die beiden Arme werfen würde.
Die Anlage von Er Grah hat eine komplexe Geschichte hinter sich. Eine erste Stufe zeigt im Boden unter dem Tumulus Spuren von Feuerstätten und Gruben. Eine davon enthielt die Skelette von zwei wahrscheinlich geopferten Rinden. Die Gruben waren von kleinen Steinhaufen bedeckt. In der mittleren Stufe wurde das Grab und der ursprüngliche Cairn gebaut, ein trapezförmiges Denkmal von 44 Metern Länge und 10 bis 14 Metern Breite. In der letzten Stufe wurde der Bau nach Norden und vor allem nach Süden hin verlängert. Das alles hat sehr wahrscheinlich innerhalb einer sehr kurzen Zeit von ein oder zwei Jahrhunderten am Ende des 5. Jahrtausends v.d.Z. stattgefunden.





Der Cairn von Er Grah mit der Deckplatte der Grabkammer.



Der Cairn von Er Grah, Blick über den westlichen Arm nach Süden.



Der Cairn von Er Grah. Deutlich ist die stufenförmige Ausbildung des Cairns zu erkennen.



Der Cairn von Er Grah, Blick über den östlichen Arm nach Süden auf den Grand Menhir.




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© Thomas Witzke / Stollentroll
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