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Megalithgräber und Menhire in Morbihan




Grand Menhir, Table des Marchand und Er Grah, Locmariaquer

Das berühmte neolithische Ensemble von Grand Menhir, Table des Marchand und Er Grah in Locmariaquer südlich von Auray am Golf von Morbihan ist dank der Ausschilderung gut zu finden. Es ist umzäunt und man muß zur Besichtigung Eintritt bezahlen. Hier gibt es jedoch auch reichlich Informationsmaterial zu den Megalithen der Bretagne (auch in deutsch und englisch).
Die Anlagen stammen aus der Zeit von 4500 – 3500 v.d.Z. In dem umzäunten Gebiet stehen auch noch sehr spärliche Reste eines Theaters aus römischer Zeit.

Tumulus (Cairn) Table des Marchand
Das Grab hat seinen Namen nach der Familie Marchand, auf dessen Grund es stand. Später fügte man, um dem Namen einen scheinbaren Sinn zu geben, ein –s an, so wurde aus dem Table des Marchand der Table des Marchands, der "Tisch der Kaufleute" und entsprechend diesem Namen deutete man den Ort als Treffpunkt von Kaufleuten. Diese Interpretation ist inzwischen als gegenstandslos erkannt, aber sie und die falsche Bezeichnung findet man noch in etlichen Beschreibungen. Auch einige Karten und Ausschilderungen tragen noch den fehlerhaften Namen.
Der Cairn wurde schon zu römischer Zeit zum großen Teil abgerissen, so dass sich das Monument lange Zeit als tischförmiger Dolmen (daher auch der Namen) präsentierte. Um die Gravuren auf einem Tragstein und der Deckplatte zu schützen, wurde der Dolmen in jüngerere Zeit von einem künstlichen Cairn abgedeckt. Ausgrabungen haben gezeigt, dass der Dolmen von einem Cairn mit doppeltem Parement eingefasst war. Die heutige Rekonstruktion zeigt dieses Bild.
Table des Marchand ist berühmt für die Gravuren auf einem Tragstein. Dieser Stein ist eine große Stele in Spitzbogenform, die schon vor dem Bau des Grabes aufgestellt wurde. Sie ist mit Gravuren in Form von Krummstäben in vier Reihen versehen und symbolisiert vermutlich eine Gottheit. Eine andere Deutung geht von Ähren eines Kornfeldes aus. Auf der Deckplatte, die den unteren Teil des schon erwähnten zerschlagenen Menhirs darstellt, ist die Gravur eines Beilpfluges und dem unteren Teil eines Rindes zu sehen. Die Forsetzung, den oberen Teil der Rindergravur, findet sich auf dem Deckstein von Gavrinis.
Das Grab wurde wahrscheinlich Anfang des 4. Jahrtausends v.d.Z. errichtet.





Der Cairn Table des Marchand.



Table des Marchand. Gravur auf einem Tragstein in der Grabkammer.



Table des Marchand. Gravur eines Beilpfluges und dem Teil eines Rindes auf dem Deckstein.



Table des Marchand. Die Rindergravur auf dem Deckstein, erkennbar sind die Beine.



Table des Marchand. Blick aus der Grabkammer.




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© Thomas Witzke / Stollentroll
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