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Xanthoconit (Xanthokon)


Formel: Ag3AsS3, monoklin

Typlokalität: Grube Himmelsfürst, Brand-Erbisdorf bei Freiberg, Erzgebirge, Sachsen

Erstbeschreibung:
A. Breithaupt (1840): Xanthokon, ein neues Glied der Ordnung der Blenden.- Journal für praktische Chemie 20, 67-69




Xanthoconit (Xanthokon) auf Baryt. Grube Alte Hoffnung Gottes, Kleinvoigtsberg bei Freiberg, Erzgebirge, Sachsen. Bildbreite 3,5 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


 
"Diese neue Species nahm ich auf einer alten Erzstufe unserer bergacademischen Sammlung wahr. [....] Das Stück ist im Jahre 1797 auf der Grube Himmelsfürst, bei Erbisdorf unweit Freiberg, vorgekommen." August BREITHAUPT benannte das neue Mineral 1840 [als PDF-File (336 KB)] nach den griechischen Wörtern xanthos = gelb und konis = Staub oder Pulver auf Grund der gelben Farbe des Strichpulvers. Xanthoconit (Xanthokon) fand sich in rötlichen bis fast nelkenbraunen Kristallen, die zartesten Kristalle waren auch gelb. Das Mineral ist diamantglänzend, die Härte bestimmte Breithaupt mit 2 bis 3 und die Dichte mit 4,112 bis 4,159 [keine Einheit angegeben - T.W.]. Das Mineral zeigt eine undeutliche Spaltbarkeit in eine Richtung und weist einen Bruch zwischen uneben und muschelig auf.

Chemische Untersuchungen wurden von G. P. PLATTNER vorgenommen. Er fand keine anderen Bestandteile als Schwefel, Arsen und Silber sowie eine Spur Eisen. Den Silbergehalt bestimmte er mit 59,1%. Eine vollständige Analyse konnte wegen der geringen Substanzmenge nicht durchgeführt werden: "Es dürfte schwer werden, eine zu einer quantitativen Analyse nöthige Menge zu erhalten". Als Formen der kleine Kristalle vermutete BREITHAUPT ein rhombisches Prisma oder spitze Rhomboeder.


Literatur:
BREITHAUPT, A. (1840): Xanthokon, ein neues Glied der Ordnung der Blenden.- Journal für praktische Chemie 20, 67-69 [als PDF-File (336 KB)]





Kristalle von Xanthoconit (Xanthokon). Schlema, Erzgebirge, Sachsen, Deutschland. Bildbreite 2,5 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.








August Breithaupt (1791-1873)

Mineraloge

August Breithaupt wurde 1791 in Probstzella bei Saalfeld/Saale geboren. Von 1809 bis 1811 studierte er in Jena; danach ging er an die Bergakademie Freiberg, um bei Abraham Gottlob Werner seine Studien fortzusetzen. 1813 wurde er Lehrer für Mineralogie an der Freiberger Bergschule und Leiter der Sammlungen der Bergakademie. Nach Werners Tod (1817) übernahm Breithaupt dessen Mineralogievorlesungen, bis Friedrich Mohs ihn 1818 ablöste. Als Mohs 1826 Freiberg verließ, erhielt August Breithaupt die Professur für Mineralogie, die er bis 1866 bekleidete. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit förderte Breithaupt den Abbau von Steinkohle im Zwickauer Raum. Gemeinsam mit dem Bergrat Carl Amandus Kühn und den Bankiers Carl und Gustav Harkort gründete er 1840 den Erzgebirgischen Steinkohlen-Aktienverein. Im Jahre 1849 veröffentlichte August Breithaupt sein Werk "Die Paragenesis der Mineralien". Bei seinen Studien über die Eigenschaften und Vorkommen von Mineralen hatte er entdeckt, dass bestimmte Minerale immer wieder gemeinsam auftreten. Die Begründung der Paragenesenlehre, die von großer Bedeutung für die Lagerstättenkunde und den Bergbau ist, gilt als seine bedeutendste Leistung als Wissenschaftler. Er entdeckte und beschrieb über 40 neue Minerale. Für die Bestimmung von Kristallsystemen führte er Bezeichnungen wie tetragonal, hexagonal und rhombisch ein. Er führte etwa 4.500 Dichtebestimmungen durch. August Breithaupt war Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften, viele Ehrungen wurden ihm zuteil. Im Jahr 1853 wurde er zum Bergrat und 1863 zum Oberbergrat ernannt. Wilhelm Ritter von Haidinger benannte 1859 das Mineral Antimonnickel (NiSb) Breithauptit. 1872 wurde Breithaupt Ehrenbürger der Stadt Zwickau. In den letzten Lebensjahren litt er unter einem schweren Augenleiden, das ihn schließlich erblinden ließ. Eine Augenoperation im Sommer 1873 blieb ohne Erfolg. Er starb am 22. September 1873 in Freiberg, wo ihm zu Ehren eine Straße seinen Namen trägt. Breithaupt war der Vater von Hermann Theodor Breithaupt und der Onkel von Clemens Winkler.
(Text: Wikipedia)

August Breithaupt entdeckte zahlreiche Minerale mit Originalfundort in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt: Safflorit (1817), Amblygonit (1818), Skorodit (1818), Arsenolamprit (1823), Eulytin (1827), Atelestit (1832), Pyrostilpnit (1832), Diadochit (1837), Symplesit (1837), Lavendulan (1837), Variscit (1837), Xanthoconit (1840), Bismutit (1841), Digenit (1844) und Fritzscheit (1865).








© Thomas Witzke / Stollentroll

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