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Paläolithische Höhlenmalereien, Kultplätze und Wohnstätten in der Dordogne / Frankreich


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Mittleres Paläolithikum


Abri Le Moustier, Le Moustier bei Les Eyzies. Wohnstätte von Neandertalern, Mittelpaläolithikum (Mousterien)
Regourdou bei Montignac. Grab eines Neanderthalers, Mittelpaläolithikum




Jung-Paläolithikum


Abri Cro Magnon, Les Eyzies (Aurignacien)
Abri Blanchard, Castel-Merle, Sergeac bei Montignac (Aurignacien)
Abri Pataud, Les Eyzies (Aurignacien bis Solutreen)
Abri Labattut, Castel-Merle, Sergeac bei Montignac. Jungpaläolithikum (Gravettien)
Abri Movius, Museum Pataud, Les Eyzies. Jungpaläolithikum (Solutreen).
Höhle von Lascaux, Montignac. Jungpaläolithikum (älteres Magdalenien).
Grotte de Villars, Villars, SE von Nontron. Jungpaläolithikum (älteres Magdalenien).
Grotte de St. Cirq, St. Cirq bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (älteres und mittleres Magdalenien).
Abri Cap Blanc bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Abri Reverdit, Castel-Merle, Sergeac bei Montignac. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Grotte Bara-Bahau, Le Bugue bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Grotte de Bernifal, SE von Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Grotte de Rouffignac. Rouffignac bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Grotte de la Mairie de Teyjat, Teyjat bei Nontron. Jungpaläolithikum (jüngeres Magdalenien).




Die hier vorgestellten Höhlen und Abris (Felsüberhänge) mit paläolithischen Malereien und Gravuren sowie die Siedlungsplätze wurden während eines Urlaubs in der Dordogne im August 2002 besucht. Die Reihenfolge wurde in etwa nach dem Alter der Malereien, Gravuren oder Funde geordnet.

In der Region zwischen Perigeux und Sarlat, speziell um Montignac und Les Eyzies gibt es zahlreiche Höhlen und Abris, die mit prähistorischen Malereien und Gravuren versehen sind. Außerdem wurden in der Region mehrere mittel- bis jungpaläolithische Kulturstufen für den europäischen Raum definiert.

Immer noch rätselhaft sind die Gründe für die Malereien oder Gravuren. Die verbreitete These von einem Jagdzauber ist nur sehr bedingt haltbar oder trifft eher in Einzelfällen zu, da die Tiere, die hauptsächlich gejagt wurden (Rentiere) kaum dargestellt sind, während die Tiere, die fast nie oder nur selten gejagt wurden, wie Mammut, Bison, Pferde usw., häufig dargestellt wurden. Schwer vorstellbar wäre auch, daß Jagdzauber-Zeremonien unter dem großen Deckenfries in Rouffignac stattgefunden haben sollen, bei nur 60 cm Abstand zwischen Boden und Decke. Bemerkenswert ist auch, daß sich einige der Malereien sehr weit im Inneren der Höhlen (1 km und mehr) befinden oder nur schwer zu erreichen sind. Einige der Höhlen oder Bereiche scheinen auch nur einmal vom Künstler besucht worden zu sein und danach nie wieder. Offenbar reichte den Menschen die Kenntnis, daß sich tief in der Höhle eine Kultstätte befindet. Andere Höhlen wurden häufiger frequentiert. Aus Fußabdrücken ist bekannt, dass derartige Höhlen von Kindern oder Jugendlichen und Erwachsenen aufgesucht wurden. Es ist zu vermuten, dass hier Initiationsriten für den Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen stattgefunden haben. Schwer deutbar sind auch die Gravuren in einigen Höhlen, die sich oft zu einem Gewirr von Linien überlagern. Denkbar wäre, daß hier Rituale stattgefunden haben, bei denen etwas über die betreffenden Tiere erzählt wurde. Zur Unterstützung könnten die Gravuren gedient haben, wobei sie nur in dem Moment der Erzählung wichtig waren und deshalb auch Andeutungen der Tiere ausreichten.
Besonders rätselhaft sind die Zeichen (Anordnungen von Punkten, tektiforme Zeichen usw.) deren Bedeutung sich dem heutigen Verständnis völlig entzieht.

Die Maßnahmen zum Schutz der prähistorischen Malereien und Gravierungen sind unterschiedlich, aber in den meisten Fällen recht gut. Besuche sind nur mit Führung gestattet. Einige Höhlen sind massentouristische Objekte wie Lascaux II (d.h. der Nachbau), Rouffignac oder Villars. Die Höhle von Lascaux musste auf Grund der Schäden, die der Besucherstrom hinterlassen hatte, geschlossen werden. Dafür wurde ein sehr gelungener Nachbau in einem benachbarten kleinen Steinbruch errichtet, der einen authentischen Eindruck der Malereien vermittelt. Die Grotte de Rouffignac wird mit einer kleinen Elektrobahn befahren (pro Stunde aber nur zweimal). Auch wenn dies zunächst seltsam anmutet, scheint dies eine praktikable Lösung zu sein, um einem größeren Besucherkreis die Malereien zu zeigen, gleichzeitig von den Wänden fernzuhalten und so Beschädigungen zu verhindern und auch in einer vernünftigen Zeit 1 km weit in Höhle zu dem berühmten Deckenfries zu gelangen.
Andere Höhlen wie St. Cirq, Bara-Bahau oder Bernifal, alle um Les Eyzies gelegen, sind Touristen kaum bekannt. Hier kann man auch zu zweit oder zu dritt eine Führung bekommen, was den Eindruck erheblich verstärkt. Diese kleineren Höhlen liegen meist auf Privatgelände und werden üblicherweise als Familienbetrieb geführt. Für einge Höhlen gibt es erhebliche Zugangsbeschränkungen wie in Font-de-Gaume, Combarelles oder Teyjat. Der Besuch der Höhle in Teyjat ist aus konservatorischen Gründen streng limitiert. Die Höhle ist lediglich an 8 Tagen im Jahr für wenige Besucher für jeweils 15 Minuten zugänglich. Die Anmeldung ist nur im rund 100 km entfernten Les Eyzies möglich, nicht aber in dem sehr schön eingerichteten kleinen Museum an der Höhle. Für die Höhlen Font-de-Gaume und Combarelles bei Les Eyzies, beide mit sehr schönen Malereien und Gravuren, gibt es ebenfalls drastische Zugangsbeschränkungen. Es empfiehlt sich eine Anmeldung mindestens einen Monat vorher an der Höhle Font-de-Gaume (für beide). Während unseres Urlaubs waren die Höhlen leider schon ausgebucht gewesen. Die Höhle La Greze, ebenfalls in der Nähe von Les Eyzies, ist gelegentlich nach Voranmeldung über das Museum in Les Eyzies zugänglich, wie nach hartnäckigem Nachfragen zu erfahren war, leider war es dafür im Urlaub zu spät. Abri Le Poisson, bei Les Eyzies, mit der berühmten Gravur eines etwa 1 m großen Lachses, ist nach Voranmeldung zu besichtigen, war aber diesen August außerplanmäßig geschlossen.

Obwohl die ganze Region fast nur von Tourismus lebt, wird ein Teil der Führungen nur in französisch gehalten. In den meisten Höhlen mit prähistorischen Malereien und Gravierungen ist fotografieren verboten. Aus diesem Grund wurden die Berichte auch z.T. mit Bildern aus anderen Quellen versehen.




© Thomas Witzke / Stollentroll



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