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Tissemouminite
und Winonaite



PRIMITIVE
ACHONDRITE





Ténéréite
 



DIFFERENZIERTE
ACHONDRITE





Brachinite und
Brachinit-ähnliche



EISENMETEORITE
 





ungruppierte
Primitive Achondrite



STEINEISEN
 





Ureilite
 



             Primitive Achondrite    /    Primitive Achondrites

Achondrite sind eine sehr heterogene Klasse von Meteoriten, die keine Chondren aufweisen. Sie stammen von differenzierten, mittelgroßen bis großen Asteroiden (Protoplaneten), anderen Planeten (Mars und eventuell Merkur) oder dem Erdmond. Auf all diesen Körpern ist es durch Schmelzprozesse zu einer Trennung von einem metallischen Kern und einem silikatischen Mantel gekommen.

Den Übergang zwischen den undifferenzierten Chondriten und den differenzierten Achondriten stellen die Primitiven Achondrite (PAC) dar. Auf deren Mutterkörpern ist es zwar zu einer starken Metamorphose und auch zur Bildung vom Schmelzen und teilweisen Trennung von silikatischem und metallischem Material gekommen, und neben größeren Metallanreicherungen z.T. auch schon zur Bildung von einem metallischen Kern. Es hat jedoch noch keine komplette Differenzierung in Kern und Mantel gegeben.
Eine eindeutige Trennung der Primitiven Achondrite von den Chondriten auf der einen Seite und den Differenzierten Achondriten auf der anderen Seite ist nicht möglich. Einige Primitive Achondrite weisen noch reliktische Chondren auf und überlappen so mit den Chondriten, zum Beispiel die Acapulcoite oder die vorgeschlagene Gruppe der Tissemouminite. Die Winonaite stammen von einem partiell differenzierten Körper, dessen äußere Lage noch Relikte des chondritischen Vorläufermaterials aufweist, darunter finden sich metamorphe Lithologien mit teilweise Trennung von Metall- und Sulfid-Schmelzen, residuales Material von Teilschmelzen und ein nicht völlig differenzierter Kern, dem Ursprung der IAB-Meteoriten. Auch die Ureilite stammen von einem bereits mäßig differenzierten Körper, auf dem es auch schon zu Krustenbildungen gekommen ist. In einigen Klassifikationen wurden die Ureilite auch zu den Differenzierten Achondriten gestellt.

In den ursprünglichen Klassifikationen auf rein petrografischer Grundlage beschränkte sich die Bezeichnung Achondrite auf Steinmeteorite. Jedoch stammen der größte Teil der Eisenmetorite und ebenso die Steineisenmeteorite ebenfalls von differenzierten Asteroiden. Es ist deshalb sinnvoll, hier nach Beziehungen und eventuell gemeinsamen Mutterkörpern zu suchen. Neuere Klassifikationen berücksichtigen dies zum Teil.




Chondrite und Primitive Achondrite (PAC), Klassifikation und Entstehungsbedingungen. Metachondrite werden zu den PAC gerechnet. Die Abgrenzung zwischen Typ 7 und Metachondriten ist bei verschiedenen Autoren nicht einheitlich. Hier wird für die Abgrenzung das Vorhandensein bzw. Fehlen von Chondren-Relikten verwendet. Unter Verwendung einer Grafik nach Ph. Heck, stark überarbeitet und ergänzt.



 
 
        • Tissemouminite
        • Winonaite



             Tissemouminite

Nach einer Studie von Stephant et al. (2023) lässt sie sich an Hand von Sauerstoffisotopen-Daten, Fayalit-Anteil und FeO/MnO-Verhältnis im Olivin und K-Gehalt im Plagioklas von den Acapulcoiten/Lodraniten und Winonaiten eine Gruppe abtrennen, die den vorläufigen Namen Tissemouminite erhielt. Die Meteorite dieser neuen Gruppe stammen sehr wahrscheinlich von einem separaten Mutterkörper. Bisher sind nur primitive Vertreter vom petrologischen Typ 5 - 6 bekannt, die Chondren bzw. Chondrenrelikte enthalten. Streng genommen müssten sie also zu den Chondriten gestellt werden, auf Grund der Verwandtschaft zu den Acapulcoiten/Lodraniten und Winonaiten werden sie aber bei den Primitiven Achondriten eingeordnet. Entwickelte, stärker metamorphe Typen sind noch nicht gefunden worden. Über einen eventuellen metallischen Kern des Mutterkörpers der Tissemouminite ist nichts genaues bekannt, möglicherweise besteht eine Beziehung zum Eisen IAB Komplex, sHH/sHL-Subgruppe.
Zu der vorgeschlagenen Gruppe der Tissemouminite gehören nach Stephant et al. (2023) die Meteorite Dhofar 1222, NWA 090, NWA 725, NWA 1052, NWA 1054, NWA 1058, NWA 1463 und NWA 8614.
Irving & Rumble (2006) gehen von einem Pairing von NWA 725, NWA 1052, NWA 1054, NWA 1058 und NWA 1463 aus, Stephant et al. (2023) nehmen nach den geochemischen Unterschieden jedoch an, dass kein Pairing (abgesehen von NWA 1052 / NWA 1054) vorliegt, sondern sie führen die Ähnlichkeiten auf den gemeinsamen Mutterkörper zurück.
Der Name Tissemouminite wurde nach dem Dorf Tissemoumine, Marokko vergeben, in dessen Nähe der Meteorit NWA 725 gefunden wurde. Für NWA 725 wurde zum Teil auch der inoffizielle Name Tissemoumine verwendet.



    NWA 725.  Primitiver Achondrit, Tissemouminit.

Meteorit NWA 725 ("Tissemoumine").
Primitiver Achondrit, Tissemouminit, primitiv (ehemals als Acapulcoit und Winonait klassifiziert).

Fund unbekannt, vor 2001. Etwa 10 km W von Tissemoumine, Drâa-Tafilalet, Marokko. TKW 3,82 kg.


NWA 725. Teilscheibe. Größe 23 x 20 mm. Gewicht 3,9 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


NWA 725 wurde ursprünglich auf Grund der Mineralchemie als Acapulcoit klassifiziert, nach späteren Untersuchungen der Sauerstoffisotopen-Zusammensetzung aber als Winonait eingeordnet. Weitere Studien zeigten, dass sich eine Gruppe von Meteoriten, darunter NWA 725, von den Acapulcoiten und Winonaiten abtrennen lässt und eine eigene Gruppe bildet, für die der Name Tissemouminite vorgeschlagen wurde.

Die Angaben im Meteoritical Bulletin zu dem Meteoriten NWA 725 sind extrem spärlich: er enthält Olivin (Fa6.1), Orthopyroxen (Enstatit, Fs7.5) und Clinopyroxen (Wo46Fs3.1En50.9). Quantitative Angaben finden sich bei Zheng et al. (2019), in Vol.-%: Orthopyroxen 40,3, Olivin 11,8, Plagioklas 10,1, Clinopyroxen 5,0, Troilit 10,3, Metall 21,0, Chromit 0,9 und Phosphate 0,7. Der Meteorit zeigt eine chondritische Textur mit etwa 5 Vol.-% reliktischen Chondren und entspricht einem petrologischen Typ 6.




    NWA 1058.  Primitiver Achondrit, Tissemouminit.

Meteorit NWA 1058.
Primitiver Achondrit, Tissemouminit, primitiv (ehemals als Acapulcoit und Winonait klassifiziert).

Fund 2001. Nordwest-Afrika. TKW 180 g.


NWA 1058. Teilscheibe. Größe 11 x 4,5 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


NWA 1058 wurde ursprünglich als Acapulcoit angesehen, jedoch zeigten chemische Analysen und Untersuchungen der Sauerstoffisotopen-Zusammensetzung, dass er eher zu den Winonaiten zu stellen ist. Mit 38,2 Millionen Jahren ist das CRE-Alter auch signifikant höher als das aller bekannten Acapulcoite. NWA 1058 ist jedoch reicher an 16 O als die meisten Winonaite (Irving & Rumble, 2006). Nach einer neuen Studie von Stephant et al. (2023) unterscheidet er sich jedoch von beiden Gruppen und ist in eine neu aufgestellte Gruppe, genannt Tissemouminite, einzuordnen. Es ist von einem separaten Mutterkörper auszugehen.
Der Meteorit weist zahlreiche reliktische Chondren auf und entspricht einem petrologischen Typ 5 oder 6 bei den Chondriten. Der Meteorit repräsentiert deshalb eher regolithisches Material. Verwitterungsgrad W2-3 (Irving & Rumble, 2006).



Winonaite
Winonaite stellen eine kleine Gruppe von Meteoriten dar, deren Gesamtchemismus und Mineralogie im Wesentlichen mit den Chondriten übereinstimmt. Es handelt sich um feinkörnige, überwiegend aus Pyroxen und untergeordnet aus Mg-reichem Olivin, Troilit und Ni-Fe-Metall bestehende Gesteine. Winonaite sind sehr heterogen in ihrer Textur und Korngröße sowie den Anteilen der einzelnen Minerale. Dies verweist auf komplexe und unterschiedliche Prozesse auf dem Winonait-Mutterkörper (Hunt et al., 2017).

Einige primitive Winonaite enthalten reliktische Chondren und wurden als metamorpher Typ 5 (z.B. NWA 1463) oder 6 eingestuft. Winonaite werden deshalb von einigen Autoren auch als Metachondrite oder W-Chondrite bezeichnet. Die Mineralogie, Chemie, das Sauerstoff- und Molybdän-Isotopenmuster setzen Winonaite in Beziehung zu Silikateinschlüssen in IAB Eisenmeteoriten. Es gilt inzwischen als recht sicher, dass beide von einem gemeinsamen Mutterkörper stammen, in der internationalen Literatur als "Winonaite-IAB parent body" bezeichnet (Benedix et al., 2000; Worsham et al., 2017). Die Klassifikation einzelner Meteoriten ist hier deshalb auch nicht eindeutig, einige hätten als Eisenmeteorit IAB eingestuft werden können, wurden jedoch den Winonaiten zugerechnet.

Winonaite haben eine thermische Metamorphose und eine intensive Brekziierung durch Impakte erfahren. Ob es durch die Metamorphose schon zur Bildung erster Schmelzen und eventuell zu einer partiellen Differenzierung kam, ist Gegenstand verschiedener Theorien. Die Bildung von Ni-Fe-Metall- / Sulfidschmelzen sowie von Plagioklas-Clinopyroxen-reichen Lithologien (z.B. in dem Winonaiten Pontlyfni) könnte auf impaktbedingte Schmelzprozesse zurückzuführen sein. Lediglich eine grobkörnige Olivin-reiche Lithologie ist ein Hinweis, dass es in einigen Bereichen des Winonait-Mutterkörpers zu partiellen Aufschmelzprozessen vor der Impakt-Brekziierung gekommen ist (Floss et al., 2008). Nach weiteren Untersuchungen legt die Diversität in Textur und Mineralogie der Winonaite ein Vier-Schalen-Modell des Winonait-IAB-Mutterkörpers vor seiner Zerstörung nahe. Danach wird die äußere Lage aus dem chondritischen Vorläufer-Material gebildet. Eine darunter folgende Lage besteht aus verschiedenen Lithologien, die eine gewisse Metamorphose und partielles Schmelzen von Fe-Ni-Metall und FeS erfahren haben. In tieferen Bereichen kann es zur Bildung größerer Metall- und Metallsulfid-Anreicherungen kommen. Die dritte, tiefe Schale wird aus Residuen partieller Aufschmelzung gebildet. Die vierte, innere Schale und damit der Kern besteht aus unvollständig differenziertem Metall (Zeng et al., 2019).

Die Gruppe der Winonaite lässt sich unterteilen in (s. Homepage von David Weir):
Primitive Winonaites ("W Chondrites")
Typical Winonaites
Evolved Winonaites
Diese Einteilung entspricht den äußeren drei Schalen des Winonait-IAB Mutterkörpers. Der Kern entspricht der Eisen IAB-Hauptgruppe.

Die Akkretion des Winonait-IAB Mutterkörpers fand wahrscheinlich innerhalb einer Million Jahre nach CAI-Bildung statt. Es folgte die unvollständige Metall-Silikat-Differenzierung bis zur katastrophalen Zerstörung des Körpers etwa 10 Millionen Jahre nach CAI-Bildung. Die Re-Akkretionierung dauerte bis etwa 14 Millionen Jahre nach CAI-Bildung (Zeng et al., 2019). Die Winonaite stammen wahrscheinlich von einem E-Typ Asteroiden.



    NWA 516.  Primitiver Achondrit, Winonait.

Meteorit NWA 516.
Primitiver Achondrit, Winonait, primitiv.

Fund 2000. Nordwest-Afrika. TKW 68 g.


NWA 516. Fragment. Größe 3,5 x 3 mm, Gewicht 0,07 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Bei dem Meteoriten NWA 516 handelt es sich um einen primitiven Winonait, sehr ähnlich Pontlyfni. Die texturellen Eigenschaften primitiver Winonaite weisen darauf hin, dass es sich um stark metamorphe Chondrite handelt. Der Fayalit-Gehalt im Olivin von NWA 516 ist sehr niedrig, die Zusammensetzung liegt sehr dicht am Forsterit-Endglied (Fa1,1). Er ist damit niedriger als bei typischen Winonaiten. Zum Pyroxen-Chemismus liegen keine Daten vor. Schockstadium S2, Verwitterungsgrad W3.
Für den sehr ähnlichen Pontlyfni wurde ein Kristallisationsalter von 4,538 Milliarden Jahren festgestellt.




    Winona.  Primitiver Achondrit, Winonait.

Meteorit Winona.
Primitiver Achondrit, Winonait, typisch.

Fund 1928. Elden Pueblo, Winona, Coconino County, Arizona, USA. TKW 24 kg.


Winona. Fragment. Größe 4 mm, Gewicht 0,05 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Der Meteorit wurde 1928 bei archäologischen Ausgrabungen im prähistorischen Elden Pueblo bei Winona gefunden. Die Siedlung wurde zwischen etwa 1070 und 1275 von dem als Sinagua bekannten indianischen Volk bewohnt. Der Meteorit fand sich im Boden unter einem Raum, begraben in einer Steinkiste. Der Fund weist darauf hin, dass der Meteorit als ein heiliges Objekt betrachtet wurde, wahrscheinlich nachdem sein Fall beobachtet wurde.
Der Winona Meteorit besteht überwiegend aus gleichkörnigem Enstatit (Fs6), Forsterit (Fa5), Albit (An10) und Troilit. Die chemische Zusammensetzung entspricht etwa der von Chondriten. Das Kristallisationsalter liegt bei 4,45 Milliarden Jahren.




    NWA 4024.  Primitiver Achondrit, Winonait.

Meteorit NWA 4024.
Primitiver Achondrit, Winonait.

Fund August 2005. Nordwest Afrika. TKW offiziell 38,1 g, vermutlich ca. 500 g.


NWA 4024. Endstück. Größe 20 x 9 mm, Gewicht 2,37 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Der Meteorit ähnelt verschiedenen Eisenmeteoriten mit Silikateinschlüssen, speziell besteht eine enge Beziehung zu IAB Meteoriten. Die Silikatphase besteht überwiegend aus einem Ca-armen Pyroxen (Fs 6,1), daneben sind Ca-reicher Pyroxen, Forsterit (Fa 4,2) und Plagioklas (An 11) vorhanden. Die Metallphase zeigt Widmannstättensche Figuren. Die Unterscheidung zwischen eisenreichen Winonaiten und silikatreichen Eisenmeteoriten ist problematisch und z.T. umstritten.
Untersuchungen von Wolfram-Isotopen ergaben ein Alter von 4,553 Milliarden Jahren, das wahrscheinlich das Ende der Metall-Silikat-Equilibrierung während der Abkühlung des Winonait-Mutterkörpers repräsentiert oder möglicherweise auch das Datum einer durch einen Impakt ausgelösten Re-Equilibrierung. Das Ereignis liegt damit rund 14 Millionen Jahre nach der CAI-Bildung.




    NWA 6187.  Primitiver Achondrit, Winonait.

Meteorit NWA 6187.
Primitiver Achondrit, Winonait.

Fund 2009. Nordwest Afrika. TKW 20 g.


NWA 6187. Teilscheibe. Größe 25 x 18 mm, Gewicht 2,204 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Zu NWA 6187 liegen nur wenige Daten vor. Er weist eine equigranulate Textur auf. Der Meteorit besteht aus 48 % Orthopyroxen (Enstatit, Fs 6.8), 31 % Olivin (Forsterit, Fa 4.1), 8 % Plagioklas (Albit, An 13.8), 3 % Metall und 6 % FeS.




    NWA 13624.  Primitiver Achondrit, Winonait.

Meteorit NWA 13624.
Primitiver Achondrit, Winonait.

Fund 2020. Nordwest Afrika. TKW 1161 g.


NWA 13624. Vollscheibe. Größe 86 x 61 mm, Gewicht 35,892 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Der Meteorit weist eine rekristallisierte Textur auf und besteht hauptsächlich aus 100 bis 300 Mikrometer messenden Körnern von Enstatit (Fs3.8-4.0Wo1.7-1.9), Fe-armen Forsterit (Fa3.2-3.4), Augit (Fs1.0-1.4Wo43.2-45.9) sowie etwas Albit (An22.6Ab74.9Or2.5). Chondren sind nicht vorhanden. 120 Grad Triple-junction-Korngrenzen sind häufig. Kamacit, Taenit und Troilit sind überwiegend fein verteilt in der Matrix. Nur selten finden sich größere Metallaggregate, die Widmannstättensche Figuren zeigen.
Im Anschliff in der Scheibe, aber nur undeutlich auf dem Foto ist zu sehen, dass es bis etwa 1,5 cm große poikilitische Kristalle gibt, wahrscheinlich Enstatit, die in die gleiche Richtung reflektieren und zahlreiche Einschlüsse kleiner Kristalle enthalten.



Ausschnitt aus der Scheibe mit einem Metallaggregat mit Widmannstättenschen Figuren. Bildbreite 40 mm.





Als Anhang werden hier einige Vertreter der Eisen IAB Hauptgruppe vorgestellt, die höchst wahrscheinlich vom gleichen Mutterkörper stammen. Silikateinschlüsse in diesen Meteoriten sind recht häufig zu finden.



    Campo del Cielo.  Eisenmeteorit, IAB Hauptgruppe.

Meteorit Campo del Cielo.
Eisenmeteorit, IAB Hauptgruppe.

Campo del Cielo, Chaco Province / Santiago del Estero Province, Argentinien.


Campo del Cielo. Komplettes Individuum. Größe 200 x 130 x 100 mm, Gewicht 7,8 kg. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



Campo del Cielo. Vollscheibe. Größe 245 x 160 mm, Gewicht 740 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Die Scheibe zeigt einige silikatische Einschlüsse.



Campo del Cielo. Vollscheibe. Größe 66 x 41 mm, Gewicht 30,6 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Ein kleiner Teil des Campo del Cielo-Materials ist stark silikathaltig. Das silikatische Material ist Winonait-ähnlich und besteht im wesentlichen aus Olivin und Orthopyroxen.





    Maslyanino.  Eisenmeteorit, IAB Hauptgruppe.

Meteorit Maslyanino.
Eisenmeteorit, IAB Hauptgruppe.

Fund 25. Mai 1992. Maslyanino, Novosibirsk, Russland. TKW 26 kg.


Maslyanino. Teilscheibe. Größe 43 x 37 mm, Gewicht 18,5 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Bei dem Meteoriten Maslyanino handelt es sich um einen feinen Oktaedriten mit Silikateinschlüssen. Der Meteorit enthält 12.43% Ni; 70 ppm Ge; 1.0 ppm Ir und 29 ppm Ga.





    NWA 5549.  Eisenmeteorit, IAB Hauptgruppe.

Meteorit NWA 5549.
Eisenmeteorit, IAB Hauptgruppe.

Fund 2008. Algerien. TKW über 12 kg.


NWA 5549. Teilscheibe. Größe 50 x 46 mm, Gewicht 86,5 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Der Meteorit enthält zahlreiche Silikateinschlüsse, die etwa 15 Vol.-% ausmachen. Das Metall enthält 6,88 % Ni und 0,455 % Co. An Spurenelementen sind vorhanden Ga 81.6 ppm, Ge 370 ppm, As 4,1 ppm, Ir 4,1 ppm und Au 1,49 ppm.








Literatur siehe Hauptseite Meteorite
Weitere verwendete Literatur:
Benedix, G.K.; McCoy, T.J.; Keil, K. & Love, S.G. (2000): A petrologic study of the IAB iron meteorites: constraints on the formation of the IAB-winonaite parent body.- Meteorit. Planet. Sci. 35, 1127-1141
Hunt, A.C.; Benedix, G.K.; Hammond, S.J.; Bland, P.A.; Rehkämper, M.; Kreissig, K. et al. (2017): A geochemical study of the winonaites: evidence for limited partial melting and constraints on the precursor composition. Geochim. Cosmochim. Acta 199, 13-30
Irving, A.J. & Rumble, D., III (2006): Oxygen Isotopes in Brachina, SAH 99555 and Northwest Africa 1054.- 69 Ann. Met. Soc. Meeting, pdf5288

Lucas et al. (2022): Thermochemical evolution of the acapulcoite-lodranite parent body: Evidence for fragmentation-disrupted partial differentiation.- MAPS 57, #12 (https://doi.org/10.1111/maps.13930)
Neumann, W.; Henke, St.; Breuer, D. & Spohn, T. (2018): Modeling the Evolution of the Acapulcoite-Lodranite parent body: An Insight into a Partially Differentiated Asteroid.- European Planetary Science Congress 2018, Berlin
Stephant, A.; Carli, C.; Anand, M.; Néri, A.; Davidson, J.; Pratesi, G.; Cuppone, T.; Greenwood, R.C. & Franchi, I.A. (2023): Tissemouminites: A new group of primitive achondrites spanning the transition between acapulcoites and winonaites.- Meteoritics & Planetary Science 58, 111-134
Worsham, E.A.; Bermingham, K.R. & Walker, R.J. (2017): Characterizing cosmochemical materials with genetic affinities to the earth: genetic and chronological diversity within the IAB iron meteorite complex.- Earth Planet. Sci. Lett. 467, 157-166






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