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Zeichen, Tafeln, Inschriften und Zeichnungen im Bergbau

von Dr. Thomas Witzke


7. Zeichen, Tafeln, Inschriften und Zeichnungen übertage

7.1. bergrechtliche Tafeln


Die Emilianus-Inschrift neben einem römischen Stollen in St. Barbara bei Wallerfangen (Saarland) gehört mit Sicherheit zu den bedeutendsten mit dem Bergbau in Deutschland in Zusammenhang stehenden Hinterlassenschaften. Es handelt sich um eine sogenannte Okkupationsinschrift nach dem römischen Bergwerksrecht, lex metallis dicta. Nach Funden im Stollen ist der Bergbau im 2. bis 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung anzusiedeln.

Die in den Buntsandstein links neben dem Stollen gehauene Inschrift lautet:
INCEPTA OFFI
CINA EMILIANI
NONIS MART

d.h. „Emilianus hat den Bergbau an den Nonen des März begonnen“. Ein Jahr wird nicht angegeben. Zu beachten ist, dass „officina“ eher Werkstatt als Bergwerk bedeutet.

Nach den in Vipasca, Spanien, gefundenen Tafeln aus der Zeit von Kaiser Hadrian (117 – 138 unserer Zeitrechnung) ist das römische Bergrecht für die Kolonien recht gut bekannt. Eine Festlegung ist, dass eine sogenannte „occupatio“ aufgestellt werden musste, eine Tafel mit dem Datum des Betriebsbeginns und dem Betreiber. Innerhalb von 25 Tagen musste der Betrieb aufgenommen werden, ansonsten verfiel die Konzession. Auch durfte der Betrieb für nicht mehr als ein halbes Jahr unterbrochen werden. Die Emilianus-Inschrift ist die einzige erhaltene römische „occupatio“.

Abgebaut wurden in Wallerfangen die Kupfercarbonate Azurit und Malachit, die als Vererzung im Sandstein auftreten. Es ist davon auszugehen, dass speziell der blaue Azurit vorrangig als Farbpigment und weniger als Kupfererz von Interesse war, zumal die Pigmentgewinnung erheblich profitabler war. Der Azurit wurde zu Wandfarbe und zu Schminksteinen verarbeitet. In einigen Kilometern Entfernung fanden Archäologen eine römische Villa, deren Badwände mit dem Wallerfanger Blau bemalt waren. Als Schminksteine fanden kompakte Azuritstücke Verwendung, zum Schminken rieb man etwas Azurit ab und vermischte ihn mit einer Creme. Daneben wurden aber offenbar auch Gebrauchsgegenstände und Waffen aus dem Kupfererz hergestellt.

Die Inschrift ist schon seit den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts bekannt und als römisch gedeutet, der dazugehörige verschüttete Stollen wurde in den 1960er Jahren gesucht und konnte lokalisiert werden. Der Stollen ist gegenwärtig auf einer Länge von 25 Metern freigelegt, ohne dass Abbaue erreicht wurden. Die Halde belegt aber die Existenz eines größeren Grubengebäudes. Firste und Stöße in dem Stollen zeigen deutliche Spuren der römischen Gezähe. In der Verfüllung des Stollens konnte ausschließlich römisches Fundmaterial des 2. und 3. Jahrhunderts geborgen werden.

Bild 7.1.01: Tafel am Emilianus-Stollen, Wallerfangen, Saarland. Foto: Jens Pfeiffer.









Literatur:
http://www.geocities.com/sallustiusde/Bergbau.htm
http://www.klinoklas.de/Kupfer/Archaologische_Besonderheiten/Der_Wallerfangener_Bergbau/body_der_wallerfangener_bergbau.html


7.2. Ereignistafeln


Die Tafel mit der Inschrift
DAMMBRUCh
DEN 4ten Feb.
ao: 1783.
P
befindet sich am Filzteich, einem Kunstteich bei Schneeberg im Erzgebirge.

Bild 7.2.01: Tafel zum Dammbruch 1783 vom Filzteich, Schneeberg, Erzgebirge, Sachsen. Foto: Michael Pfefferkorn, 2005.













© Thomas Witzke und die jeweiligen Bildautoren


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