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Megalithgräber und Menhire in Niedersachsen




Gro▀steingrab "Oldendorf 4", Oldendorf bei Amelinghausen, Lüneburger Heide

Sprockhoff: Nr. 686.

Etwa 500 Meter südöstlich von Oldendorf liegt eine beeindruckende Gruppe von vier Gro▀steingräbern und zwei Hügelgräbern, bekannt als "Oldendorfer Totenstatt". Die in einer Heidelandschaft liegenden Gräber sind ausgeschildert und gut zu erreichen. Am Parkplatz findet sich ein Lageplan der Gräber. Die sehr sehenswerte Anlage macht einen gepflegten Eindruck, alle Megalithgräber sind mit Erklärungstafeln versehen. Das Ensemble besteht aus drei Hünenbetten, einer Steinkammer und zwei bronzezeitlichen Grabhügeln. Oldendorf 1 ist das nördlichste Hünenbett, südlich schlie▀en sich die Steinkammer Oldendorf 2 und das Hünenbett Oldendorf 3 an. Ístlich davon liegt das Hünenbett Oldendorf 4.

Das Grab Oldendorf 4 weist ein 80 Meter langes Hünenbett in Nordwest-Südost-Richtung auf. es ist in voller Länge erhalten. Die Breite beträgt 6 bis 6,50 Meter, die Höhe 1,5 Meter. Etliche Steine der Umfassung stehen noch in situ, weitere sind abgekippt oder etwas verschleppt. Ursprünglich waren 108 Steine vorhanden. Die Lücken waren mit Mauerwerk ausgefüllt. An einer Stelle ist dies rekonstruiert worden. Ein Stein der Umfassung zeigt Keillöcher, er wurde auch schon gespalten, aber nicht mehr wegtransportiert. Am Südostende des Hünenbetts liegt ein auffallend gro▀er Stein. Vielleicht handelt es sich um einen gestürzten Wächterstein.
Bei einer Ausgrabung durch van Giffen 1970 wurde die vorher nicht sichtbare Kammer im Westteil des Hünenbetts freigelegt. Sie weist eine Abmessung von 8 x 2,1 Meter auf und ist, abgesehen von den Decksteinen, komplett erhalten. Die beiden Längsseiten weisen jeweils fünf Tragsteine auf. Ebenfalls in situ vorhanden sind die Tragsteine der beiden Schmalseiten. Die Lücken zwischen den Tragsteinen sind durch Zwickelmauerwerk gefüllt. Auffallend ist die Neigung der Tragsteine nach Innen. Dies entspricht sicher der ursprünglichen Konstruktion. Der Zugang befindet sich auf der Südwestseite der Kammer. Zwei Tragsteine des Zugangs sind ebenfalls in situ vorhanden. Der Gang weist einen Schwellenstein und einen Trittstein davor auf. Bei einem ein paar Meter neben dem nordwestlichen Ende des Hünenbetts liegenden gro▀en Stein könnte es sich um einen an┤bgeschleppten Deckstein handeln
Durch die Ausgrabung zeigte sich, dass die Bestattungen der Trichterbecherkultur auf dem Bodenpflaster aus Feldsteinen grö▀tenteils ausgeräumt wurden, um Platz für Bestattungen der nachfolgenden Kugelamphorenkultur zu schaffen.

Koordinaten (GPS gemessen): 53.14647░ N, 10.22039░ E (WGS84).






Gro▀steingrab Oldendorf 4. Foto 06.10.2006.






Gro▀steingrab Oldendorf 4. Foto 06.10.2006.






Gro▀steingrab Oldendorf 4. Foto 06.10.2006.






Gro▀steingrab Oldendorf 4. Foto 06.10.2006.






Gro▀steingrab Oldendorf 4. Foto 06.10.2006.






Gro▀steingrab Oldendorf 4, das nordwestliche Ende des Hünenbetts und vielleicht ein verschleppter Deckstein. Foto 06.10.2006.






Gro▀steingrab Oldendorf 4, das Hünenbett. Foto 06.10.2006.






Gro▀steingrab Oldendorf 4, das Hünenbett. Foto 06.10.2006.






Gro▀steingrab Oldendorf 4, rekonstruierter Teil vom Hünenbett. Foto 06.10.2006.






Gro▀steingrab Oldendorf 4, gespaltener Stein vom Hünenbett. Foto 06.10.2006.






Gro▀steingrab Oldendorf 4, das südöstliche Ende vom Hünenbett. Foto 06.10.2006.





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© Thomas Witzke / Stollentroll