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Megalithgräber und Menhire in Niedersachsen




Näpfchenstein ("Teufelsstein") am Großsteingrab Restrup bei Bippen

Der Näpfchenstein und das unmittelbar daneben befindliche Großsteingrab liegen nördlich der Straße Bippen-Ankum. Von Bippen kommend, hat man kurz vor der Siedlung Branneke auf der linken Straßenseite ein Hinweisschild zu dem Näpfchenstein. Man folgt der zu einem Haus führenden Straße und kann hier parken. Gegenüber dem Haus in einer Baumgruppe befinden sich das Großsteingrab und der Näpfchenstein.

Der derzeitige Standort des Näpfchensteins, auch "Teufelsstein" genannt, ist nicht der Fundort. Er stammt von einer flachen Anhöhe etwa 750 Meter in nordwestlicher Richtung. Unter dem Stein wurden Holzkohle und Knochenreste gefunden, die auf Brandopfer schließen lassen. Der Stein trägt 66 künstlich eingemeißelte näpfchenförmige Vertiefungen bis 5 cm Durchmesser. Sie sind unterschiedlich tief, einige sind kaum zu erkennen. Auffällig ist, dass ein Teil der Näpfchen in zwei Halbkreisbögen bzw. einem an zwei Punkten offenen Kreis angeordnet sind. Innerhalb des Kreises befinden sich weitere Näpfchen, für die keine regelmäßige Anordnung erkennbar ist. Außerhalb des Kreises gibt es Näpfchen, die auf einer geraden Linie liegen sowie regellos angeordnete. Einige Näpfchen berühren sich oder überschneiden sich sogar etwas.
Die Näpfchen können im Zusammenhang mit kultischen Handlungen stehen und entweder ein "Nebenprodukt" der eigentlichen Handlung sein oder das beabsichtigte Ziel oder eine notwendige Voraussetzung des Kultvorgangs sein. Die gleichmäßige Ausbildung der Näpfchen lässt darauf schließen, dass sie, mindestens in der Endphase, eher durch einen Mahl- oder Bohrvorgang als durch Meißeln erzeugt wurden. Dabei fällt Steinmehl an. Denkbar ist, dass dem im Rahmen einer kultischen Handlung oder Zeremonie gewonnenem Steinmehl von einem "heiligen" Platz Heilkräfte zugeschrieben wurden.

Koordinaten: 52.57465° N, 7.77473° E (WGS84).




Der Näpfchenstein neben dem Großsteingrab Restrup bei Bippen. Foto 13.12.2004.





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© Thomas Witzke / Stollentroll