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Clinomimetesit (Clinomimetit) Formel: Pb5(AsO4)3Cl, monoklin Typlokalität: Johanngeorgenstadt, Erzgebirge, Sachsen Erstbeschreibung: Y. Dai, J.M. Hughes & P.B. Moore (1991): The crystal structures of mimetite and clinomimetite, Pb5(AsO4)3Cl.- Canadian Mineralogist 29, 369-376 (Struktur) Y. Dai (1993): Clinomimetite, The history and substantion of the natural monoclinic dimorph of mimetite.- Mineralogical Record 24, 307-310 (Mineralbeschreibung) |
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Clinomimetesit in gelben Kristallen. Johanngeorgenstadt, Erzgebirge, Sachsen. Größe der Stufe 12 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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DAI et al. (1991) beschrieben Clinomimetesit als ein monoklines, mit Mimetesit dimorphes Mineral. In der genannten Arbeit wird vorrangig auf die Struktur eingegangen. Clinomimetesit kristallisiert monoklin, Raumgruppe P21/b, mit a = 10.189, b = 20.372, c = 7.46 Å, gamma = 119.88° und Z = 4. Um die Beziehung zum hexagonalen Mimetesit mit a = 10.212 und c = 7.419 Å (und gamma = 120°) zu verdeutlichen, wurde eine für das monokline System nicht übliche Aufstellung gewählt. Die Strukturen von Mimetesit und Clinomimetesit sind sehr eng verwandt. Eine mineralogische Beschreibung von Clinomimetesit wird erst 1993 von DAI gegeben. Visuell ist eine Unterscheidung von Mimetesit nicht möglich. Clinomimetesit bildet fassförmige bis kurzprismatische Kristalle. Das Mineral ist auf dem Typexemplar blass grünlichgelb und weist eine Härte von 4 auf. Die gemessene Dichte beträgt 7.36, die berechnete 7.37 g/cm3. Clinomimetesit ist optisch zweiachsig negativ mit 2V = 8°, die Brechungsindizes unterscheiden sich praktisch nicht von denen des Mimetesits. Der wahrscheinlich erste Hinweis auf eine Abweichung von der hexagonalen Symmetrie findet sich schon bei BERTRAND (1885). Er gibt an, dass Mimetesit von Johanngeorgenstadt und von der Grube Wolfgang Maassen in Schneeberg optisch zweiachsig ist. Clinomimetesit ist wahrscheinlich deutlich seltener als Mimetesit. Neben Johanngeorgenstadt konnte DAI (1993) das monokline Mineral auch noch von Eureka, USA nachweisen, während sich Proben von sieben anderen Fundorten als hexagonal erwiesen. Der Calciumgehalt scheint eine Beziehung zur Symmetrie zu zeigen. Geringe Ca-Gehalte stabilisieren die hexagonale Struktur. In Mimetesit-Kristallen wurden 0.4 – 1.4 % Ca gefunden, während in Clinomimetesit-Kristallen Ca praktisch nicht nachweisbar war (siehe Tabelle). Das von DAI et al. (1991) untersuchte Typexemplar von Clinomimetesit befindet sich in der Sammlung des Smithsonian Institution (NMNH B13647). Clinomimetesit (Clinomimetit) wurde von der IMA als neues Mineral anerkannt. "Mimetesit" von Johanngeorgenstadt ist schon sehr lange bekannt. Eine erste Analyse wurde von V. ROSE (1804) durchgeführt. Eine Beschreibung als "Arsenikblei" in sechsseitigen Säulen von der Grube Neujahr stammt von LEONHARD (1815). Eine zweite chemische Analyse an gelben Kristallen von Johanngeorgenstadt führte WÖHLER (1825) durch. Seine Ergebnisse liegen sehr dicht an der theoretischen Zusammensetzung. Die ältesten Beschreibungen von Mimetesit stammen allerdings nicht von Johanngeorgenstadt. WALLERIUS erwähnt in seiner Mineralogie von 1748 ein Plumbum arsenico mineralisatum (ohne Fundort ?). PROUST beschreibt 1787 das Plomb vert arsenical als ein aus Bleioxyd und Arseniksäure bestehendes Mineral aus Andalusien. LENZ nennt das Mineral 1794 arsenikalisches Bleyerz. Von BEUDANT stammt 1832 der Name "Mimetèse" von griechisch mimetes = Nachahmer, wegen der Ähnlichkeit mit Pyromorphit. BREITHAUPT änderte ihn 1842 in Mimetesit, HAIDINGER 1845 in Mimetit. Es sind noch zahlreiche weitere Namen für das Mineral verwendet worden (nach HINTZE, 1933). Die Trennung von Mimetesit und Clinomimetesit ist erst durch strukturanalytische Untersuchungen möglich gewesen, auch wenn die abweichenden optischen Daten schon einen ersten Hinweis gegeben haben. Ob es in Johanngeorgenstadt auch echten, hexagonalen Mimetesit oder nur Clinomimetesit gibt, ist nicht bekannt. Literatur: BERTRAND, E. (1885): Sur le mimétèse de Schneeberg.- Bulletin de la Societe Minéralogique de France 5, 254-255 DAI, Y. (1993): Clinomimetite, The history and substantion of the natural monoclinic dimorph of mimetite.- Mineralogical Record 24, 307-310 DAI, Y.; HUGHES, M. & MOORE, P.B. (1991): The crystal structures of mimetite and clinomimetite, Pb5(AsO4)3Cl.- Canadian Mineralogist 29, 369-376 HINTZE, C. (1933): Handbuch der Mineralogie, Erster Band, Vierte Abteilung, Berlin und Leipzig LEONHARD, C.C. (1815): Arsenikblei.- Taschenbuch für die gesammte Mineralogie 9, 431-432 ROSE, V. (1804) Journal für die Chemie und Physik, Bd. I, 2, 229 WÖHLER, L. (1825) Poggendorfs Annalen der Physik und Chemie 4, 167
Chemische Analyse von Clinomimetesit
1) HCl |
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