HOME
PRÄHISTORIE
SACHSEN-ANHALT
BEGRIFFE
LINKS

NÄCHSTE SEITE / NEXT PAGE



Megalithgräber und Menhire in Sachsen-Anhalt




Großsteingrab in Wulfen bei Bernburg

Wulfen liegt unmittelbar westlich von Drosa nahe Bernburg und Köthen. Hier befindet sich ein weiteres sehr schönes Großsteingrab. Es ist jedoch leider nicht ausgeschildert. Es liegt an der Straße Hoher Berg im südlichen Teil von Wulfen. Von Drosa kommend, biegt man kurz nach dem Bahnübergang nach rechts in die Friedrich-Ebert-Straße ein und parkt an der Kreuzung Hoher Berg. Dann geht man den Hohen Berg ca. 200 Meter bergauf und hat dann auf der rechten Seite das Grab zu liegen.

Die Anlage ist gut gepflegt, allerdings weisen drei Tragsteine in der Kammer Schmierereien auf. Neben dem Grab steht eine Informationstafel mit folgendem Text:
"Der Ihnen hier vorliegende Rest eines Großsteingrabes auf dem 'Hohen Berg' wurde anläßlich einer Kaninchenjagd 1784 entdeckt, der Grabhügel an der Ostseite aufgegraben und der Giebelstein entfernt.Man fand einige Urnen 'und noch andere Merkwürdigkeiten'. Um bequem hineinzugelangen wurde der aus Sand und Lehm bestehende Grabinhalt ausgegraben und eine Tür an der Ostseite angebracht, der Schlüssel dem Pfarrer Renthe in Wulfen übergeben.
Ausgrabung des Großsteingrabes, das von einem Erdhügel von 34 x 16 m Durchmesser und einer maximalen Höhe von 4,5 m überdeckt war, erfolgte 1912 durch W. Götze, Köthen. Die etwa reckteckige Grabkammer ist fast west-östlich ausgerichtet, innen 1,80 m breit und noch 5,10 m lang. Die Innenhöhe betrug vom Boden, den eine Sandsteinplattenschicht bildete, bis zur Decke 1,70 m. An der südlichen Seite befindet sich der fast 3 m lange, zwischen 0,70 m bis 0,95 m breite Zugang zur Grabkammer. Ein großer Stein, über dem Schwellstein liegend, verschloß diese Öffnung. Von den 18 Trag- und Decksteinen sind noch 11 vorhanden. Die Funde von 1784 sind verlorengegangen. Die Ausgrabung von 1912 erbrachte ein kleines Gefäß, einige Scherben und Feuersteingeräte (Walternienburger Kultur und Bernburger Kultur der Jungsteinzeit 2700 – 2300 v. Chr.) und in den oberen Schichten des Erdhügels das Skelett eines im späten Mittelalter Hingerichteten.
Die Funde befinden sich im Depot der Archäologischen Denkmalpflege der Landkreisverwaltung Köthen."

Die Angabe auf der Tafel, dass von den 18 Trag- und Decksteinen noch 11 vorhanden sind, ist etwas merkwürdig, zumal nicht von Ergänzungen oder Rekonstruktionen berichtet wird, sondern nur davon, dass ein Giebelstein entfernt wurde. Zu sehen sind 11 Tragsteine und 5 Decksteine sowie ein vor dem Zugang liegender Stein, was zusammen 17 Steine ergibt.

Koordinaten: 51.81815° N, 11.92840° E (WGS84).




Das Großsteingrab in Wulfen. Foto 05.05.2004.






Das Großsteingrab in Wulfen. Foto 05.05.2004.






Das Großsteingrab in Wulfen. Foto 05.05.2004.






Das Großsteingrab in Wulfen. in die Grabkammer. Foto 05.05.2004.








HOME
PRÄHISTORIE
SACHSEN-ANHALT
BEGRIFFE
LINKS

© Thomas Witzke / Stollentroll
NÄCHSTE SEITE / NEXT PAGE