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Megalithgräber und Menhire in Niedersachsen




Gro▀steingrab "Siebensteinhäuser C", Osterheide bei Bad Fallingbostel

Sprockhoff: Nr. 808.

Die Gro▀steingräber liegen mitten im NATO-Truppenübungsplatz Bergen, können aber am Wochenende zwischen 8 und 18 Uhr besucht werden. Man fährt von der A7 Abfahrt Westenholz Richtung Westenholz und Osterheide. Hier sind die "Siebensteinhäuser" (auch "Sieben Steinhäuser") ausgeschildert. An einem Posten (mit Schranke) bekommt man ein Blatt mit Hinweisen zur Benutzung der Stra▀e und ein Blatt mit Informationen zu den Gro▀steingäbern.
Nach etwa 6 km auf der Stra▀e durch den Truppenübungsplatz (die Stra▀e darf nicht verlassen werden) gelangt man zu dem Besucherparkplatz. Die Gro▀steingräber liegen unmittelbar daneben.
Im Gegensatz zu dem Namen "Siebensteinhäuser" handelt es sich nicht um sieben Gro▀steingräber, sondern um fünf. Lange Zeit wurde nach den zwei angeblich verschollenen Gräbern gesucht, jedoch ohne Erfolg. Es gibt keine Hinweise, dass es jemals sieben Gräber gewesen sind. Auch ein alter Stich von 1844 zeigt nur 5 Gräber. Die "Sieben" dürfte deshalb eher ein volkstümliches Synonym für "mehrere" oder "etwa ein halbes Dutzend" sein.

Die Gräber sind schon sehr lange bekannt. Die älteste schriftliche Erwähnung stammt von 1720. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Gräber erstmals durch den Fallingbostler Oberamtmann Heinrich von Quintus-Icilius unter Schutz gestellt. 1958 wurden Schutzwälle um die Gräber errichtet, um sie vor Granateinschlägen zu bewahren. Dadurch ist aber der ursprüngliche Charakter der Umgebung verloren gegangen und etliche Besucher haben die Vermutung, dass die Gräber unter gro▀en Hügeln gelegen haben und nur ausgegraben wurden. Das Faltblatt stellt aber den tatsächlichen Zusammenhang dar.

Die fünf Gräber sind mit A - E bezeichnet. Sie wurden etwa 2300 v.d.Z. errichtet und sind in die Trichterbecherkultur zu stellen. Die Gräber A, B, C und E sind etwas jünger als Grab D. Es handelt sich hierbei um Ganggräber. Auch diese Anlagen sind nach Nordost wie Grab D ausgerichtet. Die Eingänge befinden sich an der südöstlichen Langseite. Grab A liegt etwas abseits der anderen vier Gräber.

Bei Grab C handelt es sich um eine dreijochige Kammer von 5 x 2 Metern Abmessung. Zwei der Joche waren durch das Gewicht der Decksteine umgestürzt. Sie wurden vor dem 2. Weltkrieg wieder aufgerichtet. Bei Grabungen wurden in Grab C eine Bernsteinperle und eine Pfeilspitze gefunden.

Nachtrag:
Im Dezember 2013 stürzte das Grab ein, vielleicht durch Unterspülung nach starken Regenfällen. Die Anlage wurde im Juli bis August 2015 restauriert.

Koordinaten (GPS gemessen): 52.80078░ N, 9.79670░ E (WGS84).




Gro▀steingrab "Siebensteinhäuser C", Osterheide bei Bad Fallingbostel. Foto 29.08.2004.






Gro▀steingrab "Siebensteinhäuser C", Osterheide bei Bad Fallingbostel. Foto 29.08.2004.






Gro▀steingrab "Siebensteinhäuser C", Osterheide bei Bad Fallingbostel. Foto 29.08.2004.





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© Thomas Witzke / Stollentroll