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      Meteorite: Chondrite    /    Meteorites: Chondrites


                   Fotos und Klassifikation : Gewöhnliche Chondrite


CHONDRITE

Kohlige Chondrite

Gewöhnliche Chondrite

Rumuruti Chondrite

Enstatit Chondrite
Chondrite sind eine Gruppe von Meteoriten, die überwiegend aus Silikaten wie Olivin, Pyroxen und Plagioklas bzw. deren Alterationsprodukten bestehen. Sie können bis zu 20 Vol.-% metallische Phasen enthalten. Charakteristisches Merkmal sind kugelige Einschlüsse, die sogenannten Chondren, bis einige Millimeter Größe.

Chondrite stellen undifferenzierte Meteorite dar. Sie stammen von Asteroiden, die im allgemeinen nicht so stark erhitzt wurden, dass es zu Schmelzprozessen mit anschließender Trennung von Metall- und Silikatphase und Ausbildung von einem metallischen Kern und einem silikatischen Mantel in dem Körper kam. Diese Meteorite repräsentieren deshalb primitives Material aus der frühen Phase unseres Sonnensystems aus der Zeit vor ungefähr 4,56 Milliarden Jahren. Chondrite sind durch Aggregation von Chondren entstanden. Dabei handelt es sich um aus dem solaren Nebel durch schnelle Abkühlung kondensierten Tröpfchen, die überwiegend aus Olivin oder Pyroxen bestehen. Durch Alteration, Metamorphose, Kollisionen und Impakte können die Chondren unterschiedlich stark überprägt sein. Einige Chondrite enthalten Calcium-Aluminium-reiche Einschlüsse (CAI's), die als die frühesten aus dem solaren Nebel kondensierten Objekte gelten.
Die Chondrite werden in verschiedene Klassen unterteilt (siehe Klassifikation unten), die sich nach ihrer Entstehungsgeschichte (z.B. Entfernung von der Sonne) und Mutterkörper unterscheiden.

Gewöhnliche Chondrite weisen ein sub-solares Mg/Si-Verhältnis auf und ihr Sauerstoffisotopen-Verhältnis liegt über der terrestrischen Fraktionierungslinie. Charakteristisch ist ein hoher Anteil an Chondren in einer feinkörnigen Matrix.


      Gewöhnliche Chondrite    /    Ordinary Chondrites


LL-Gruppe (low iron, low metal)
Die LL-Chondrite weisen einen niedrigen Eisen- und niedrigen Metallgehalt auf. Der Gesamteisengehalt liegt zwischen 19 und 22 %. Als Ni-Fe-Metall liegen dabei nur 1 - 3 % vor. Typische Minerale sind Mg-reicher Pyroxen (Enstatit) und Mg-reicher Olivin (Forsterit). Der Eisengehalt im Olivin ist höher als in L- oder H-Chondriten, was für stärker oxidierende Bildungsbedingungen spricht.
Der Mutterkörper der LL-Chondrite ist gegenwärtig noch nicht bekannt. Durch reflektanzspektroskopopische Untersuchungen von der Erde aus zeigte sich, dass der Asteroid 3628 Boznemcová den LL-Chondriten entspricht. Mit 7 km Durchmesser ist jedoch erheblich zu klein, möglicherweise ist er jedoch ein Fragment des ursprünglichen Mutterkörpers. Infrarot-spektroskopische Messungen durch die Sonde Hayabusa an dem nur maximal 535 m großen Asteroiden 25143 Itokawa, der kein kompakter Körper, sondern eher ein "rubble pile" ist, zeigten eine Übereinstimmung mit LL5- bis LL6-Chondriten (Hiroi et al., 2007).

Meteorit NWA 5206 (Teilscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe, LL3.05.


Der sehr niedrig metamorphe Chondrit enthält Forsterit (Fa 8.5-36.6) und Enstatit (Fs 0.02 - 28.7). Es ist nur sehr wenig Ni-Fe-Metall vorhanden. Das Schockstadium liegt bei S2 und der Verwitterungsgrad bei W2.

Fund Oktober 2007. Nordwest-Afrika. TKW 1564 g.

Größe 46 x 32 mm, Gewicht 7,65 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 5205 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe, LL3.2.


Der Meteorit besteht aus dicht gepackten, zum Teil deformierten Chondren, eine Matrix ist fast nicht vorhanden. Das Schockstadium liegt bei S2-3 und der Verwitterungsgrad bei W3.

Fund 2006 (Oktober 2007 ?). Nordwest-Afrika. TKW 4 kg.

Größe 46 x 39 mm, Gewicht 12,51 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 4522 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL3.5.


Der Meteorit enthält Forsterit (Fa 27.6) und Enstatit (Fs 23.5); er weist Schockstadium S2 und Verwitterungsgrad W4 auf. Die Chondren zeigen sehr unterschiedliche Durchmesser, an einigen sind Anzeichen für eine Alteration durch Wasser auf dem Mutterkörper zu erkennen.

Fund 2006. Nordwest-Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 949 g.

Größe 50 x 33 mm, Gewicht 5,8 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 5437 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL3.5.


Der Meteorit enthält sehr unterschiedliche Chondren und chondritische Klasten. Schockstadium S1, Verwitterungsgrad W3.

Fund 2008. Nordwest-Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 4911 g.

Größe 69 x 55 mm, Gewicht 22,8 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 3161 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL3.7.


Das Material weist eine recht große Variationsbreite in der Lithologie auf. Die Forsterit-Zusammensetzung schwankt zwischen Fa0 - 35, die Enstatit-Zusammensetzung zwischen Fs 1 - 22. Die Sauerstoff-Isotopendaten entsprechen denen von LL-Chondriten, der Metall-Gehalt ist jedoch für diese Gruppe ungewöhnlich gering. In der Meteoritical Bulletin Database wird er deshalb als Gewöhnlicher Chondrit, Typ 3, unklassifiziert, geführt. Schockstadium 1, Verwitterungsgrad W1.

Fund 2005. Marokko oder Algerien. TKW 1815 g.

Größe 39 x 38 mm, Gewicht 14 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 5931 (Teilscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL3-6.


Schockstadium S2, Verwitterungsgrad W1.

Fund April 2009. Nordwest-Afrika. TKW 3370 g.

Größe 67 x 59 mm, Gewicht 31,6 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 5678 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL4-6.


NWA 5678 ist ein stark brekziierter Meteorit. Schockstadium S2, Verwitterungsgrad W1.

Fund 2008. Nordwest-Afrika. TKW 517 g.

Größe 38 x 30 mm, Gewicht 7,4 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Krähenberg (Fragment).
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL5.


Der Meteorit von etwa 30 cm Durchmesser und 18 cm Höhe gehört mit seiner skulpturierten Oberfläche zu den schönsten in Deutschland gefallenen. Sein Fall am 5. Mai 1869 wurde beobachtet, er schlug auf einer Wiese ein und bohrte sich etwa 60 cm in den Boden. Die Hauptmasse befindet sich heute im Pfalzmuseum für Naturkunde Bad Dürkheim. Es sind nur wenige Gramm für Untersuchungen entnommen worden.
Der Krähenberg-Meteorit enthält große, Kalium-reiche Fragmente. Eine Altersbestimmung ergab 4,6 Milliarden Jahre.

Fall 5. Mai 1869. Sickinger Höhe, Krähenberg, Südwestpfalz, Rheinland-Pfalz, Deutschland (N 49°19'41,9'' E 07°28'01,4''). TKW 15,75 kg (oft 16,5 kg angegeben).

Größe 4 x 3 mm, Gewicht 0,038 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 1584 (Teilscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL5.


NWA 1584 weist deutlich erkennbare, z.T. recht große Chondren in einer hellen Matrix auf. Er enthält Forsterit (Fa 28.3), Pyroxen (Fs 25.2), Troilit und Fe-Ni-Metall. Schockstadium 2, Verwitterungsgrad W1.

Fund 2002. Nordwest-Afrika. TKW 3250 g.

Größe 30 x 18 mm, Gewicht 3,2 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Ensisheim (Teilscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL6.


Der Meteorit Ensisheim ist einer der ältesten beobachteten Fälle, von denen noch Material erhalten ist. Er zog mit einer Leuchtspur und lautem Donnern über den Himmel und fiel 1492 auf einen Acker zwischen Ensisheim und Battenheim. Unterschiedliche Datumsangaben 7. bzw. 16. November sind wohl auf den julianischen bzw. Umrechnung auf den gregorianischen Kalender zurückzuführen. Der Fall wurde von von zahlreichen Augenzeugen beobachtet und erregte großes Aufsehen. Sebastian Brant gab ein Flugblatt dazu heraus, auch Albrecht Dürer hielt den Fall in einer Zeichnung fest. Kaiser Maximilian I, der zu der Zeit in Ensisheim weilte (oder kurz nach dem Fall anreiste ?) schlug sich Material von dem Stein ab und deutete den Fall als ein positives Zeichen in einem Streit mit dem französischen Kaiser Karl VIII. Der Meteorit wurde später in der Kirche von Ensisheim aufbewahrt. Die Hauptmasse von 55,75 kg ist heute im Palais de Regence in Ensisheim zu besichtigen.

Fall Mittags 7. (16.) November 1492. Ensisheim, Colmar, Elsass, Frankreich. TKW 127 kg.

Größe 14 x 8 - 11 mm, Gewicht 1,2 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Trebbin (Fragment).
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL6.


Der Meteorit weist eine brecciöse Textur aus 0,1 - 5 mm großen Olivin- und Gesteins-Klasten in einer feinkörnigen Matrix auf. Die meisten Klasten sind LL6-Material, jedoch sind auch einige niedriger metamorphe und andere xenolithische Klasten vorhanden. Die Klasten wurden mindestens bis Stadium S3 geschockt. Es handelt sich wahrscheinlich um eine polymikte, fragmentale Brekzie mit Klasten verschiedener Herkunft.

Fall 13.30 Uhr, 1. März 1988. Trebbin, Brandenburg, Deutschland. TKW 1250 g.

Größe 3 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 6042 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL6.


Der Meteorit ist stark brekziiert. Schockstadium S3, Verwitterungsgrad W1.

Fund 2009. Nordwest-Afrika. TKW 1150 g.

Größe 82 x 60 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



L/LL-Gruppe
Die L/LL-Übergangsgruppe steht chemisch zwischen den LL- und den L-Chondriten. Das Material könnte von einem separaten Mutterkörper stammen.

Meteorit NWA 4699 (Teilscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, L/LL Gruppe, L/LL3.


Der Meteorit enthält Forsterit mit unterschiedlicher Zusammensetzung (Fa 0.5 - 43.4) und Enstatit (Fs 2.7 - 18.4), weiterhin sind Ni-Fe-Metall und Troilit vorhanden. Er weist Schockstadium S3 und Verwitterungsgrad W1 auf.

Fund ?. Nordwest-Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 815 g.

Größe 38 x 35 mm, Gewicht 5,9 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 5142 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, L/LL Gruppe, L/LL4-5.


Der Meteorit ist brekziiert. Er weist Schockstadium S2 und Verwitterungsgrad W3-4 auf.

Fund 2006 (2007). Marokko. TKW 31,4 kg.

Größe 44 x 32 mm, Gewicht 14,2 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Holbrook (Teilscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, L/LL Gruppe, L/LL6.


Der mittlere Zusammensetzung des Olivins (Forsterit, Fa25,6) liegt am oberen Ende des Bereichs von equilibrierten L-Chondriten. Der Cobalt-Gehalt von Kamazit liegt zwischen den Werten von L- und LL-Chondriten. Die Sauerstoff-Isotopendaten fallen in das Feld von equilibrierten LL-Chondriten, und an den Rand bzw. etwas darüber hinaus von dem Feld der L-Chondrite. Der Meteorit wurde deshalb in die L/LL-Übergangsgruppe eingeordnet. Es gibt Hinweise, dass der Holbrook-Mutterkörper eine katastrophale Kollision vor etwa 340 Millionen Jahren erlebt hat.

Fall 19. Juli 1912. Holbrook, Arizona, USA. TKW 220 kg.

Größe 15 x 11 mm, Gewicht 1,3 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



L-Gruppe (low iron)
Die L-Chondrite weisen einen Gesamteisengehalt von 20 bis 25 Masse-% auf. In Form von Ni-Fe-Metall liegen 4 - 10 % vor. Als Mutterkörper der L-Chondrite wird der Asteroid Eros diskutiert.

Meteorit NWA 5238 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L3.


NWA 5238 zeigt einen Verwitterungsgrad W2 und ein Schockstadium S2.

Nordwest Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 250 g.

Größe 40 x 27 mm, Gewicht 5,3 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 5667 (Endstück).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L3, Brekzie.


NWA 5667 ist ein außerordentlich frischer Meteorit mit Verwitterungsgrad W0/1. Es handelt sich um eine Brekzie aus verschiedenen Lithologien. Olivin (Forsterit) zeigt eine Zusammensetzung Fa1.0-23.9, Pyroxen Fs6.1-20.7. Schockstadium S2. Das Exemplar weist eine schöne schwarze Schmelzkruste auf.

Fund 2008. Nordwest Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 1080 g.

Größe 40 x 26 mm, Gewicht 24,9 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 5679 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L3.


Schockstadium S3, Verwitterungsgrad W0-1.

Fund 2008. Nordwest Afrika. TKW 588 g.

Größe 46 x 42 mm, Gewicht 10,4 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.




Meteorit NWA 5697 (Teilscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L3.


Der Meteorit weist zahlreiche, zum Teil sehr große Chondren auf. Schockstadium S3, Verwitterungsgrad W1.

Fund 2008. Marokko. TKW 547 g.

Größe 48 x 42 mm, Gewicht 7,9 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Meteorit NWA 5697 (Vollscheibe).

Größe 65 x 36 mm, Gewicht 10,2 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 6168 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L3.


Der Meteorit ist brekziiert. Schockstadium S2, Verwitterungsgrad W1. Die Scheibe enthält viel Troilit.

Fund 2009. Nordwest Afrika. TKW 614 g.

Größe 64 x 41 mm, Gewicht 20,11 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Sahara 02500 "Wadi Mellene" (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L3.8.


Der Meteorit weist gut ausgebildete Chondren bis mehrere Millimeter Durchmesser auf. Das Material enthält zahlreiche Klasten verschiedener Lithologien, z.B. graue, feinkörnige, eventuell achondritische oder helle, chondrenreiche Fragmente. Der Olivin (Forsterit) weist eine mittlere Zusammensetzung von Fa26 (Fa32-14) auf, der Pyroxen von Fs23. Daneben sind Ni-Fe-Metall und Troilit vorhanden. Schockstadium S2, Verwitterungsgrad W1.

Fund 2001 - 2002. Nahe beim "Wadi Mellene", Sahara (nähere Angaben wurden nicht bekannt gegeben). TKW 410,9 kg.

Größe 180 x 135 mm, Gewicht 512 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Sayh Al Uhaymir 001 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L4-5.


Der Meteorit weist einen Verwitterungsgrad W2 und Schockstadium S1 auf.

Fund 2000. Sayh Al Uhaymir, Al Wusta, Oman. TKW 450 kg.

Größe 68 x 50 mm, Gewicht 27,9 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 869 (Individuum).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L4-6.


Es handelt sich um eine fragmentale Brekzie mit Material von Typ 4 bis 6. Schockstadium S3, Verwitterungsgrad W1.

Fund 2000 oder 2001. Nordwest-Afrika. TKW > 2000 kg.

Größe 95 x 67 x 55 mm, Gewicht 654 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 4680 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L4-6.


Schockstadium S3, Verwitterungsgrad W1.

Fund 2006. Nordwest Afrika. TKW 3830 g.

Größe 38 x 26 mm, Gewicht 7,9 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Pohlitz (Fragment).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L5.


Das Fragment enthält Pyroxen, Forsterit und Troilit. Die Rückseite weist Schmelzkruste auf.

Fall 13. Oktober 1819. Pohlitz bei Gera, Thüringen, Deutschland. TKW ca. 3 kg.

Größe 4 mm, Gewicht 0,024 g. Ex Collection H.H. Nininger, ex Collection P. Marmet. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit El Arouss (inoffiziell) (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L5-IMB (?).


Der Meteorit ist bisher nicht im Meteoritical Bulletin publiziert. Er weist zwei Lithologien auf, eine stark geschockte chondritische und eine Impaktschmelz-Lithologie. Die hier vorliegende Scheibe stellt hauptsächlich eine Impaktschmelze dar. Bemerkerswert ist das Auftreten großer Hohlräume (Vesikel). Sie könnten durch gasförmiges SO2 gebildet worden sein, das beim Aufschmelzen von Troilit infolge des Impakts entstanden ist. Schockstadium S6, Verwitterungsgrad sehr niedrig.

Fund 2002 - 2003. El Arouss, Sahara. TKW 15,441 kg (10 Steine).

Größe 130 x 110 mm, Gewicht 144,8 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Tenham (Endstück).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L6.


Fall 1879. Tenham, Queensland, Australien. TKW 160 kg.

Größe 35 x 23 mm, Gewicht 12,75 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Linum (Teilscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L6.


Der Meteorit enthält Forsterit (Fa23.9), Enstatit (Fs20.3 Wo1.5), Kamacit (6.3 % Ni), Taenit, Tetrataenit, Troilit, Chromit, Chlorapatit und Whitlockit. Er weist dünne Schockadern auf.

Fall etwa 8 Uhr, 5. September 1854. Linum bei Neuruppin, Brandenburg, Deutschland. TKW 1862 g.

Größe 15 x 6 mm, Gewicht 0,918 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Ramsdorf (Fragment).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L6.


Fall 18.30 Uhr, 26. Juli 1958. Ramsdorf, Borken, Münster, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. TKW ca. 4,682 kg.

Größe 4 x 3 mm, Gewicht 0,034 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Mainz (Fragment).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L6.


Der Meteorit wurde 1852 beim Pflügen auf einer Anhöhe außerhalb der Stadtmauer von Mainz, nahe dem Gautor an der Pariser Chaussee (heute Pariser Straße) gefunden. Das Gebiet liegt heute in der Innenstadt von Mainz. Der Meteorit ist relativ stark verwittert und hat offenbar schon längere Zeit in der Erde gelegen. Der Eisengehalt (total) liegt bei 20,8 %. Der Meteorit besteht aus Forsterit (Fa24), Enstatit (Fs20), Albit (Ab81.3 An11.6 Or7.1) sowie Kamacit (mit 6.5 % Ni und 0,95 % Co), Taenit und Tetrataenit. Eine Altersbestimmung ergab einen Wert von 4,45 Milliarden Jahren, das CRE-Alter liegt bei 50 Millionen Jahren.

Fund 1852. Nahe dem Gautor an der Pariser Chaussee (heute Pariser Straße), Mainz, Rheinland-Pfalz, Deutschland. TKW ca. 1,7 kg.

Größe 4 x 4 mm, Gewicht 0,092 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.




Meteorit NWA 1941 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L6.


Der Meteorit ist brekziiert. Er enthält Forsterit (Fa 23,4) und Pyroxen (Fs 19, Wo 2) neben reichlich Fe-Ni-Metall. Schockstadium S3, Verwitterungsgrad W1.

Fund 2003. Nordwest-Afrika. TKW 16 kg (18 Stücke).

Größe 190 x 95 mm, Gewicht 190,4 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.




Unten:
Die Scheibe so fotografiert, dass das Fe-Ni-Metall nicht reflektiert und die Brekziierung sichtbar wird.


Meteorit Dhofar 1275 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L7.


Dhofar 1275 ist einer der drei nicht-antarktischen L7 Chondrite. Er ist entsprechend seiner Einstufung stark metamorph überprägt und weist eine grobkörnige Matrix auf. Der Meteorit enthält Forsterit (Fa24.8), Orthopyroxen (Enstatit, Fs21.1 Wo3.6) und Plagioklas (Körner bis 200 µm). Das Schockstadium liegt bei S2, der Verwitterungsgrad bei W4.

Fund 6. Februar 2003. Dhofar, Oman (18°49.71'N, 54°38.37'E). TKW ca. 5 kg.

Größe 17 x 9 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 3334 (Teilscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, L Gruppe (low iron), L-Schmelzgestein.


Bei dem Meteoriten NWA 3334 handelt es sich um ein L-Chondrit-Schockschmelzgestein, das sich nicht näher einordnen lässt. Es besteht aus geschockten (S3-4), ungeschmolzene Forsterit- und Enstatit-Fragmenten, aus der Schmelze kristallisiertem Olivin, Orthopyroxen, Plagioklas und Augit in einer sehr feinkörnigen Matrix aus Olivin, Orthopyroxen und SiO2-reichem Glas. Weiterhin sind, wie auch in dieser kleinen Teilscheibe erkennbar, sind rundliche, aus der Schmelze erstarrte Metalltröpfchen mit FeS-Einschlüssen vorhanden, die terrestrisch oxidiert sind. Schockstadium S5.

Fund 2003. Algerien. TKW 41,5 g.

Größe 9 x 3 mm. Gewicht 0,2 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



H/L-Gruppe
Die H/L-Übergangsgruppe steht chemisch zwischen den H- und den L-Chondriten. Das Material könnte von einem separaten Mutterkörper stammen.

Meteorit NWA 2504 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, H/L Gruppe, H/L3-4.


Der Meteorit ist brekziiert und teilweise aufgeschmolzen. Schockstadium S6, Verwitterungsgrad W1.

Fund 2004. Nordwest Afrika. TKW 382 g.

Größe 36 x 32 mm, Gewicht 4,819 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 4726 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, H/L Gruppe, H/L5.


NWA 4726 weist chondritische Klasten in einer dunklen Matrix auf. Deutliche Gehalte von Ni-Fe-Metall und Troilit sind vorhanden. Der Meteorit weist Schockstadium S3 und Verwitterungsgrad W2 auf.

Fund 2006. Nordwest Afrika. TKW 488 g.

Größe 36 x 32 mm, Gewicht 11,4 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



H-Gruppe (high iron)
Die Vertreter der H-Chondrite weisen einen hohen Gesamtgehalt an Eisen auf, der zwischen 25 und 31 Masse-% liegt. In metallischer Form liegen 15 bis 19 % Eisen vor. Nach spektroskopischen Untersuchungen kommt der Asteroid 6Hebe als Mutterkörper der H-Chondrite und der primitiven, nicht-magmatischen Eisenmeteorite IIE in Frage.

Meteorit NWA 2843 (Teilscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H3.9.


Der Meteorit enthält Forsterit (Fa 17,5) und Enstatit (Fs 15.6). Das Schockstadium liegt bei S2, der Verwitterungsgrad wird in der Meteoritical Bulletin Database als W0/1 angegeben, erscheint an dem Stück jedoch etwas höher.

Fund 2004. Nordwest-Afrika. TKW 404 g.

Größe 31 x 18 mm, Gewicht 4,6 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Dhofar 195 (Teilscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H3-5.


Der Meteorit enthält Klasten verschiedener, wenig bis stärker metamorpher Lithologien. Schockstadium S4, Verwitterungsgrad W3.

Fund 3. Dezember 1999. Dhofar, Oman (18° 15,8'N, 54° 14,8' E). TKW 2384 g.

Größe 92 x 64 mm, Gewicht 39,9 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Menow (Fragment).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H4.


Der Meteorit enthält Forsterit (Fa 18.9) und Kamacit mit 7,10 % Ni. Schockstadium S2, Verwitterungsgrad W1.

Fall 7. Oktober 1862. Menow bei Fürstenberg, Brandenburg, Deutschland. TKW 10,5 kg.

Größe 5,5 mm, Gewicht 0,05 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 5017 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H4.


Der Meteorit enthält Forsterit (Fa 16.8), Pyroxen (Fs 7.2 - 17.5) und etwas Ni-Fe-Metall. Schockstadium S1, Verwitterungsgrad W2-3.

Fund ?. Nordwest-Afrika. TKW 176 g.

Größe 45 x 33 mm, Gewicht 8,2 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 2706 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H4, Impaktschmelzbrekzie.


Der Meteorit enthält Forsterit (Fa 17.5), Pyroxen, Ni-Fe-Metall und Troilit. Ein Teil der Chondren ist deformiert. Der Meteorit wird von schwarzen Schockadern durchzogen. Schockstadium S3-6, Verwitterungsgrad W2.

Fund 2005. Nordwest-Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 1913 g.

Größe 53 x 33 mm, Gewicht 22,4 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Breitscheid (Fragment).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H5.


Der Meteorit besteht aus Olivin, Orthopyroxen, Clinopyroxen, Kamacit und Taenit, Troilit, Chromit und Ilmenit. Der Meteorit schlug auf einer Wiese ein und zerbrach beim Aufprall auf einem Stein in vier Teile. Die Bruchstücke wurden für wertlos gehalten und weiter zerschlagen und verteilt. An einem Teil wurden Schmelzversuche angestellt. Das Material wurde erst etwa 2 Wochen später als Meteorit erkannt.

Fall 11. August 1956, 15.30 Uhr. Breitscheid, Lahn-Dill-Kreis, Hessen, Deutschland. TKW über 970 g, vermutlich etwa 1,5 kg.

Größe 4 x 3 mm. Gewicht 0,022 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Eichstädt (Fragment).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H5.


Fall 19. Februar 1785. Waldgebiet Wittmess, Hof und Ziegelei "Ziegelstadel" südöstlich von Breitenfurt, bei Eichstätt, südlich von Nürnberg, Bayern, Deutschland. TKW 3 kg.

Größe 8 x 4 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Oesede (Fragment).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H5.


Fall 30. Dezember 1927. Oesede bei Osnabrück, Niedersachsen, Deutschland. TKW 3,6 kg (in Sammlungen befinden sich 1400 g).

Größe 3,5 x 2 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Tamdakht (Teilscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H5.


Der Fall des Meteoriten mit einer W-E-Trajektorie wurde von zahlreichen Augenzeugen beobachtet. Der Einschlag erfolgte im Hohen Atlas-Gebirge. Durch die Schneebedeckung zu der Zeit konnten die ersten Stücke erst einige Wochen später gefunden werden.
Der Meteorit enthält zahlreiche Chondren von 0,1 - 1,5 mm Größe, die hauptsächlich aus Olivin (Forsterit Fa18) oder Orthopyroxen (Enstatit En83Fs16Wo2) bestehen. Chromit ist häufig, nur selten treten Clinopyroxen und Ilmenit auf. Es sind zahlreiche Taschen mit Chromit, Plagioklas (Albit Ab83-86An5-15Or7-2), Merrillit und Cl-Apatit vorhanden. Etwa 10 % Anteil machen Kamacit, Taenit und Troilit aus. Das Schockstadium liegt bei 3, der Verwitterungsgrad bei 0.

Fall 22.37 Uhr, 20. Dezember 2008. Tamdakht, Ourzazate, Marokko (31°09,8'N, 7°00,9'W, Streufeld 25 x 2 km). TKW 100 kg.

Größe 41 x 26 mm, Gewicht 6,3 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



Meteorit Tamdakht (geschnittenes Fragment).

Sehr selten ist in dem Tamdakht-Streufeld ein schlackeartig aussehendes, sehr poröses, hartes Material gefunden worden, das neben einer Glasphase auch veränderte und unveränderte Fragmente des H5-Meteoriten sowie aufgeschmolzenes Metall enthält. Eine Impaktschmelze kann ausgeschlossen werden. Möglicherweise handelt es sich um Schmelzkruste, die sich auf der Rückseite orientiert fliegender Stücke angesammelt hat und dabei Fragmente des meteoritischen Materials aufgenommen hat, jedoch sind derartig dicke Schmelzkrustenbildungen bisher nicht bekannt.

Größe 23 x 10 x 7 mm, Gewicht 2,850 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Capot Rey (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H5.


Das Material enthält Forsterit (Fa18,1), Pyroxen (Fs15,2) und sehr reichlich Fe-Ni-Metall. Das Schockstadium liegt bei 2, der Verwitterungsgrad bei 1.

Fund März 2004. Capot Rey, Ténéré du Tafassasset, Agadez, Niger (20°07,556'N, 10°12,336'E, Streufeld 7 x 3,5 km). TKW 38 kg.

Größe 66 x 52 mm, Gewicht 10,0 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Bassikounou (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H5.


Der Meteorit ist brekziiert und zeigt deutliche dünne, schwarze Schockadern. Er enthält Forsterit (Fa18,6), Pyroxen (Fs16,3 Wo1,1), Albit (An13,7), Troilit (etwa 6,6 Vol.%) und Fe-Ni-Metall (etwa 8 Vol.-%).

Fund 16. Oktober 2006. 11 km SE von Bassikounou, Hodh Ech Chargu, Mauritanien. TKW 46 kg.

Größe 42 x 40 mm, Gewicht 7,65 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.








Meteorit Gao-Guenie (Individuum).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H5.


Ein komplettes, orientiertes Individuum mit Schmelzkruste.

Fall 1960. Gao-Guenie Streufeld, Burkina Faso. TKW ? kg.

Größe 26 x 22 x 18 mm, Gewicht 19,05 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Meteorit Gao-Guenie (Vollscheibe).

Die Scheibe zeigt H5 Gao-Guenie Klasten in einer Impaktschmelz-Matrix mit ausgeprägten Fließstrukturen. Die Klasten sind gerundet, vermutlich durch Abschmelzung. Derartiges Material ist nur sehr selten unter den Gao-Guenie Exemplaren anzutreffen.

Größe 32 x 28 mm, Gewicht 5,71 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Chergach (Endstück).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H5 - Impaktschmelzbrekzie.


Das Exemplar weist chondritische Klasten in einer feinkörnigen, schwarzen, silikatischen Impaktschmelz-Matrix auf. Der Meteorit enthält Fayalit, Plagioklas, Metall und Troilit. Vereinzelt sind kleine Chondren zu erkennen. Das Schockstadium liegt bei 3 - 4, der Verwitterungsgrad bei 0.

Fall 2. oder 3. Juli 2007. Erg Chech (Chergach), Tombouktou (Timbuktu), Mali. TKW 100 kg.

Größe 23 x 17 mm, Gewicht 7,0 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 4293 (Endstück).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H6.


Der Meteorit enthält Forsterit (Fa 18.6-19.2) und Pyroxen (Fs 16.4-17.0, Wo 1.5). Das Schockstadium liegt bei 4, der Verwitterungsgrad bei 2.

Fund 2005 oder eher. Nordwest-Afrika. TKW 25 kg.

Größe 22 x 14 mm, Gewicht 6,0 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 6003 (Teilscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H6.


Der Meteorit weist große Aggregate und Adern von Ni-Fe-Metall auf. Schockstadium S3, Verwitterungsgrad W1-2.

Fund August 2009. Nordwest-Afrika. TKW 301 g.

Größe 42 x 24 mm, Gewicht 6,806 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 4229 (Teilscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H7.


Der Meteorit enthält Forsterit (Fa 18.4-18.7) und Pyroxen (Fs 16.4, Wo 3.1-4.2). Das Material ist stark metamorph, Chondren sind nicht zu erkennen.

Fund 2005 (2006 ?). Nordwest-Afrika. TKW 439 g.

Größe 22 x 14 mm, Gewicht 2,79 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 2058 (Endstück).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), Pseudotachylit.


Der Meteorit kann nicht näher klassifiziert werden auf Grund extremer Mylonitisierung durch einen Impakt. Er enthält überwiegend rekristallisierten Forsterit (Fa 17.1 - 18.4), weiterhin Enstatit (Fs 15.8 - 16.5) und Troilit. Der Meteorit ist das Resultat von einem Hochgeschwindigkeits-Impakt, bei dem das Material durch die Reibungswärme aufgeschmolzen und dann sehr schnell abgekühlt wurde. In Analogie zu terrestrischen, durch Reibung bei einem Impakt oder tektonischen Ereignissen aufgeschmolzenen Gesteinen wird das Material auch als Pseudotachylit bezeichnet. Schockstadium S6, Verwitterungsgrad W2/3.

Fund 2001. Nordwest Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 80,1 g.

Größe 15 mm, Gewicht 2,03 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit Sacramento Wash 005 (kleines Individuum).
Gewöhnlicher Chondrit, H Gruppe (high iron), H Metall.


In der Nähe des Franconia-Streufeldes wurden hunderte von Exemplaren des Meteoriten gefunden, die meisten davon wiesen weniger als 1 g auf. Das Material besteht überwiegend aus Kamacit (Ni 6.9 %), Taenit ist in Form von Entmischungslamellen vorhanden. Troilit (ca. 25 % Anteil) findet sich als langgestreckte Einschlüsse im Metall. Untergeordnet sind Ca-Phosphate, Chromit, metallisches Kupfer oder silikatische Einschlüsse mit Chondren vorhanden. Es wird davon ausgegangen, dass es sich bei Sacramento Wash 005 nicht um Fe-Ni-Metall von einem differenzierten Körper, sondern um Metall aus einem H-Chondriten handelt. Die Metallschmelze ist dabei als Folge von einem Impakt entstanden und ist schnell wieder abgekühlt.

Fund ab 2004. Mohave County, Arizona, USA. TKW ?.

Größe 8 x 4 mm, Gewicht 0,161 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



unklassifizierte Chondrite
Die unklassifizierten Chondrite sind nicht näher untersucht und lassen sich deshalb nicht zuordnen. Es handelt sich um gewöhnliche Chondrite.

Meteorit NWA xxx, ohne offizielle Nummer (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, nicht klassifiziert.


Impaktbrekzie. Der Meteorit zeigt deutliche schockinduzierte Schmelzadern und Relikte von Chondren.

Fund zwischen 2000 und 2008. Nordwest Afrika.

Größe 42 x 32 mm, Gewicht 17 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA xxx, ohne offizielle Nummer (fast Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, nicht klassifiziert (wahrscheinlich L), brekziiert.


Es handelt sich um einen brekziierten Meteoriten mit Klasten verschiedener Herkunft. Auffallend sind die zahlreichen dunklen Klasten. Besonders an linken Rand sind Klasten mit gut erkennbaren Chondren vorhanden. Der Gehalt an Fe-Ni-Metall in dem Meteoriten ist recht niedrig.

Fund ?. Nordwest Afrika.

Größe 82 x 51 mm, Gewicht 54,2 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA xxx, ohne offizielle Nummer (komplettes Individuum).
Gewöhnlicher Chondrit, nicht klassifiziert.


Ein komplettes Individuum mit Schmelzkruste.

Fund 2008. Marokko.

Größe 10 x 5 cm, Gewicht 382,6 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



ungruppierte Chondrite
Ungruppierte Chondrite weisen eine offizielle Bezeichnung auf und sind chemisch und mineralogisch untersucht, jedoch weichen die Daten von den bekannten Chondrit-Gruppen ab. Sie stammen wahrscheinlich von separaten Mutterkörpern.

Meteorit NWA 960 (Teilscheibe).
Chondrit, ungruppiert, Typ 3, metal-poor.


Bei dem Meteoriten hadelt es sich um eine Metall-armen, nicht-kohligen Chondriten. Die Sauerstoffisotopendaten liegen außerhalb der Felder von Gewöhnlichen und Rumuruti-Chondriten. Die meisten Chondren sind Olivin-reich (Forsterit), einige enthalten auch Ca-armen Pyroxen. Als Nebenphasen sind Magnetit, Troilit, Pentlandit und Chromit vorhanden. Schockstadium S1, Verwitterungsgrad W1-2.

Fund 2001. Nordwestafrika, Sahara. TKW 997 g.

Größe 16 x 12 mm, Gewicht 1,6 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.


Meteorit NWA 2336 (Teilscheibe).
Chondrit, ungruppiert, Typ 3.


Zu den Meteoriten sind derzeit nur wenige Daten verfügbar. Die Sauerstoffisotopendaten (d17O 4,13 und d18O 6,52) passen zu keiner bekannten Meteoritengruppe. Der Wert liegt im d17O/d18O-Diagramm oberhalb der terrestrischen Fraktionierungslinie, deutlich außerhalb des Bereiches der LL-Chondrite. NWA 2336 soll sehr ähnlich Hammadah al Hamra 180 sein. Verwitterungsgrad W0/1.

Fund 2002. Nordwestafrika, Sahara. TKW 402 g.

Größe 19 x 13 mm, Gewicht 1,68 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



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Gewöhnliche Chondrite
Rumuruti Chondrite
Enstatit Chondrite







Literatur siehe Hauptseite Meteorite
Weitere verwendete Literatur:
Hiroi et al. (2007) Lunar and Planetary Science 38, 1048.pdf
H-Chondrite: Gaffey, M.J. & Gilbert, S.L. (1998): Asteroid 6 Hebe: The probable parent body of the H-type ordinary chondrites and the IIE iron meteorites.- Meteoritics & Planetary Science 33, 1281-1295
Trebbin: Stöffler, D.
El Arouss: http://www.caillou-noir.com/ElArouss.htm
NWA 960: Rumble, D. et al. (2007): Supra-TFL oxygen isotopic compositions im metal-poor "ordinary" chondrites: samples from unrecognized chondritic parent bodies.- Lunar and Planetary Science 38
Krähenberg: vom Rath, G. (1869) Annalen der Physik 137, 328-336; Briegel, W. (1988) Meteor 3, Heft 11, 26-30; Yokoyama & Misawa (2009) 72 Ann. Meteoritical Society Meeting; Fundkoordinaten: Mitteilung von Hanno Strufe im Meteorite-Mineralien-Gold-Forum, 02.05.2010
Linum: Matthes, J. & Adam, K. (1988): The Linum Chondrite.- Meteoritics 23, 378
Mainz: Seelheim, F. (1857): Untersuchung eines bei Mainz gefundenen Meteorsteins.- Jahrbücher des Vereins für Naturkunde im Herzogtum Nassau, 12, 405-410. Palme, H. et al. (1983): The Mainz Meteorite.- Meteoritics 18, 370
Sacramento Wash 005: Schrader et al. (2008) Lunar & Planetary Science 39, 1185.pdf


© Thomas Witzke / Stollentroll


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