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Biographien von Personen, die ein Mineral aus Sachsen, Thüringen oder Sachsen-Anhalt entdeckt haben




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Entdecker von Mineralen aus Sachsen (einschließlich erste Erwähnungen und Benennungen)





August Breithaupt (1791-1873)

Mineraloge

August Breithaupt wurde 1791 in Probstzella bei Saalfeld/Saale geboren. Von 1809 bis 1811 studierte er in Jena; danach ging er an die Bergakademie Freiberg, um bei Abraham Gottlob Werner seine Studien fortzusetzen. 1813 wurde er Lehrer für Mineralogie an der Freiberger Bergschule und Leiter der Sammlungen der Bergakademie. Nach Werners Tod (1817) übernahm Breithaupt dessen Mineralogievorlesungen, bis Friedrich Mohs ihn 1818 ablöste. Als Mohs 1826 Freiberg verließ, erhielt August Breithaupt die Professur für Mineralogie, die er bis 1866 bekleidete. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit förderte Breithaupt den Abbau von Steinkohle im Zwickauer Raum. Gemeinsam mit dem Bergrat Carl Amandus Kühn und den Bankiers Carl und Gustav Harkort gründete er 1840 den Erzgebirgischen Steinkohlen-Aktienverein. Im Jahre 1849 veröffentlichte August Breithaupt sein Werk "Die Paragenesis der Mineralien". Bei seinen Studien über die Eigenschaften und Vorkommen von Mineralen hatte er entdeckt, dass bestimmte Minerale immer wieder gemeinsam auftreten. Die Begründung der Paragenesenlehre, die von großer Bedeutung für die Lagerstättenkunde und den Bergbau ist, gilt als seine bedeutendste Leistung als Wissenschaftler. Er entdeckte und beschrieb über 40 neue Minerale. Für die Bestimmung von Kristallsystemen führte er Bezeichnungen wie tetragonal, hexagonal und rhombisch ein. Er führte etwa 4.500 Dichtebestimmungen durch. August Breithaupt war Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften, viele Ehrungen wurden ihm zuteil. Im Jahr 1853 wurde er zum Bergrat und 1863 zum Oberbergrat ernannt. Wilhelm Ritter von Haidinger benannte 1859 das Mineral Antimonnickel (NiSb) Breithauptit. 1872 wurde Breithaupt Ehrenbürger der Stadt Zwickau. In den letzten Lebensjahren litt er unter einem schweren Augenleiden, das ihn schließlich erblinden ließ. Eine Augenoperation im Sommer 1873 blieb ohne Erfolg. Er starb am 22. September 1873 in Freiberg, wo ihm zu Ehren eine Straße seinen Namen trägt. Breithaupt war der Vater von Hermann Theodor Breithaupt und der Onkel von Clemens Winkler.
(Text: Wikipedia)

August Breithaupt entdeckte zahlreiche Minerale mit Originalfundort in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt: Safflorit (1817), Amblygonit (1818), Skorodit (1818), Arsenolamprit (1823), Eulytin (1827), Atelestit (1832), Pyrostilpnit (1832), Diadochit (1837), Symplesit (1837), Lavendulan (1837), Variscit (1837), Xanthoconit (1840), Bismutit (1841), Digenit (1844) und Fritzscheit (1865).




Petrus Albinus, eigentlich Peter von Weiße (1543-1598)

Geschichtsschreiber



Petrus Albinus, eigentlich Peter von Weiße, wurde am 18. Juni 1543 in Schneeberg geboren. Sein Vater, ebenfalls mit Namen Peter, errichtete als Baumeister die Hospitalkirche in Schneeberg. Seine Mutter, geborene Magdalena Hübsch, war die Tochter eines Ratskämmerers und Bergbauunternehmers, der aus Nürnberg nach Schneeberg übergesiedelt war. Die Familie Weiße (Weiß, Weis) wurde 1497 geadelt. Petrus Albinus latinisierte entsprechend den damals üblichen Geflogenheiten seinen Namen.
Nach dem Besuch der Lateinschule in Schneeberg und der Fürstenschule zu Meißen studierte Albinus in Leipzig, erwarb 1553 das Baccalaureat und wirkte in Lubau. 1559 bezieht er die Universität Viadrina in Frankfurt/Oder und 1564 die Leucorea in Wittenberg. Er konzentrierte sich vor allem auf juristische und geschichtliche Forschungen. In Wittenberg übernahm er die Aufgabe, die Geschichte Obersachsens und der Wettiner des Georg Fabricius zu vollenden. So registrierte er 1579 die Briefe und Urkunden des Meißner Stifts. 1579 und 1588 war er Dekan der Universität Wittenberg, übernahm 1586 das Rektorat und wirkte bis 1588 in Wittenberg. 1588 wurde Albinus als Sekretär des Kurfürsten Christian I. von Sachsen nach Dresden berufen, wo ihm die Sichtung der gesamten kursächsischen Hausakten übertragen wurde. Dort verstarb er am 31. Juli 1598.
Während seiner Wittenberger Zeit verfasste er die als Handschrift vorhandene Geschichte seiner Heimatstadt Schneeberg, teils wurde sie als Meißnische Land- und Bergchronik (1580-89) gedruckt, manches blieb unvollendet. Auch andere Chroniken liegen als Handschriften von ihm in den Archiven, so von Altzelle, Annaberg, Crimmitschau und Torgau. Mehrere Bände der unveröffentlichten Sammlungen werden in der Dresdner Bibliothek verwahrt. Obwohl seine Forschungen heutigen wissenschaftlichen Anforderungen nicht genügen, zählt er durch seine Arbeiten als Begründer der sächsischen Heimatkunde, Heimatforschung und Geschichtsschreibung. Albinus war zweimal verheiratet. Zuerst 1576 mit Ludmilla Fritsch und 1584 mit Magdalena, einer Tochter von Samuel Seelfisch, mit der er acht Kinder hatte.
(nach : Allgemeine Deutsche Bibliographie, Bd. 1, p. 223, Sächsische Biographie und Wikipedia)

Von Petrus Albinus stammt die erste Erwähnung des Minerals Pechblende (Uraninit).




Hendrik Enno Boeke (1881-1918)

Mineraloge und Physikochemiker

Hendrik Enno Boeke wurde am 12. September 1881 in Wormerveer, Niederlande geboren. 1905 siedelte er nach Deutschland über. Er hatte eine Professur für Mineralogie an der Universität Königsberg inne. Ab 1914 übernahm er die Leitung des Institutes für Mineralogie an der Universität Frankfurt/Main. Boeke beschäftigte sich besonders mit physiko-chemischen Untersuchungen an Mineralen. Sein wichtigstes Werk erschien 1915: Grundlagen der physikalisch-chemischen Petrographie. Boeke starb am 6. Dezember 1918 in Frankfurt/Main.

Hendrik Enno Boeke beschrieb 1909 das Eisenchloridmineral Rinneit.




August Breithaupt (1791-1873)

Mineraloge

August Breithaupt wurde 1791 in Probstzella bei Saalfeld/Saale geboren. Von 1809 bis 1811 studierte er in Jena; danach ging er an die Bergakademie Freiberg, um bei Abraham Gottlob Werner seine Studien fortzusetzen. 1813 wurde er Lehrer für Mineralogie an der Freiberger Bergschule und Leiter der Sammlungen der Bergakademie. Nach Werners Tod (1817) übernahm Breithaupt dessen Mineralogievorlesungen, bis Friedrich Mohs ihn 1818 ablöste. Als Mohs 1826 Freiberg verließ, erhielt August Breithaupt die Professur für Mineralogie, die er bis 1866 bekleidete. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit förderte Breithaupt den Abbau von Steinkohle im Zwickauer Raum. Gemeinsam mit dem Bergrat Carl Amandus Kühn und den Bankiers Carl und Gustav Harkort gründete er 1840 den Erzgebirgischen Steinkohlen-Aktienverein. Im Jahre 1849 veröffentlichte August Breithaupt sein Werk "Die Paragenesis der Mineralien". Bei seinen Studien über die Eigenschaften und Vorkommen von Mineralen hatte er entdeckt, dass bestimmte Minerale immer wieder gemeinsam auftreten. Die Begründung der Paragenesenlehre, die von großer Bedeutung für die Lagerstättenkunde und den Bergbau ist, gilt als seine bedeutendste Leistung als Wissenschaftler. Er entdeckte und beschrieb über 40 neue Minerale. Für die Bestimmung von Kristallsystemen führte er Bezeichnungen wie tetragonal, hexagonal und rhombisch ein. Er führte etwa 4.500 Dichtebestimmungen durch. August Breithaupt war Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften, viele Ehrungen wurden ihm zuteil. Im Jahr 1853 wurde er zum Bergrat und 1863 zum Oberbergrat ernannt. Wilhelm Ritter von Haidinger benannte 1859 das Mineral Antimonnickel (NiSb) Breithauptit. 1872 wurde Breithaupt Ehrenbürger der Stadt Zwickau. In den letzten Lebensjahren litt er unter einem schweren Augenleiden, das ihn schließlich erblinden ließ. Eine Augenoperation im Sommer 1873 blieb ohne Erfolg. Er starb am 22. September 1873 in Freiberg, wo ihm zu Ehren eine Straße seinen Namen trägt. Breithaupt war der Vater von Hermann Theodor Breithaupt und der Onkel von Clemens Winkler.
(Text: Wikipedia)

August Breithaupt entdeckte zahlreiche Minerale mit Originalfundort in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt: Safflorit (1817), Amblygonit (1818), Skorodit (1818), Arsenolamprit (1823), Eulytin (1827), Atelestit (1832), Pyrostilpnit (1832), Diadochit (1837), Symplesit (1837), Lavendulan (1837), Variscit (1837), Xanthoconit (1840), Bismutit (1841), Digenit (1844) und Fritzscheit (1865).





Georg Fabricius (1516-1571)

Historiker, Chronist, Dichter

Georg Fabricius wurde am 23. April 1516 in Chemnitz als Sohn eines Goldschmieds geboren. Er besuchte zunächst die Lateinschule in Chemnitz und wurde 1534 Schüler des Johannes Rivius in Annaberg. Im Wintersemester 1535 immatrikulierte er sich an der Universität Wittenberg, wechselte 1538 an die Universität Leipzig und war dann Lehrer in Chemnitz und Freiberg. 1539 unternahm er eine Reise durch Italien und machte bis 1543 flächendeckende Studien der römischen Altertümer. 1544 wurde er Hauslehrer in Straßburg und auf Schloss Beichlingen bei seinem Gönner Wolfgang von Werthern. 1546 wurde er zum Rektor der 1543 gegründeten Fürstenschule St. Afra in Meißen ernannt, ein Amt, das er bis zu seinem Tod innehatte. Neben Latein und der Dichtkunst interessierte er sich auch für die Naturwissenschaften, er war mit Georg Agricola befreundet und besuchte sächsiche Bergwerke, befasste sich mit einem botanischen Garten und den in der Elbe vorkommenden Fischen. 1549 publizierte er eine erste Auswahl römischer Inschriften, wobei er sich besonders auf die juristischen Texte konzentrierte. 1565 erschien ein naturwissenschaftliches Werk und 1569 seine Annalen der Stadt Meißen. Nach seinem Tod setzte Petrus Albinus die Arbeiten daran fort. Fabricius veröffentlichte auch zahlreiche Gedichte. 1570 wurde er auf dem Reichstag zu Speyer von Kaiser Maximilian II zum poeta laureatus gekrönt. Am 17. Juli 1571 starb Georg Fabricius in Meißen.
(Text nach Wikipedia und Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 6, S. 510-514)

Georg Fabricius veröffentlichte 1565 (neben Johannes Kentmann) die erste eindeutige Beschreibung von Chlorargyrit als "Argentum rude iecoris colore ... lucem corneum habens".





Wilhelm Feit (1867-1956)

Chemiker

Wilhelm Friedrich August Feit wurde am 24. Januar 1867 in Lippstadt als Sohn des Stellmachers Friedrich Feit geboren. Nach dem Abitur 1884 arbeitete er ein Jahr auf den Lippstädter Eisenwerken, bevor er mit dem Studium der Chemie und Hüttenkunde an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg begann. 1887 verpflichteten ihn die Kaliwerke Aschersleben als Chemiker. Die Zeit dort wurde durch den Militärdienst unterbrochen und den anschließenden Erwerb des Doktorgrades. Bis 1894 blieb er dann in Aschersleben, bevor er in Langelsheim bei der Gewerkschaft „Hercynia“ tätig wurde und dann die Leitung des gewerkschaftseigenen Unternehmens in Vienenburg übernahm. Nach der Verstaatlichung der „Hercynia“ ernannte man Dr. Wilhelm Feit zum Generaldirektor der Vereinigten Chemischen Fabriken in Leopoldshall – heute ein Ortsteil von Aschersleben. 1922 gingen die Werke in Leopoldshall in den Kaliwerken von Aschersleben auf und W. Feit wurde in deren Aufsichtsrat berufen. Nach seiner Pensionierung gehörte er weiterhin dem Aufsichtsrat der Vereinigten Kaliwerken Salzdetfurth A.G. an. Wilhelm Feit beschäftigte sich weiter mit den Kalisalze und ihrer Verarbeitung. 1919 gründete er in Berlin die Kaliforschungsanstalt. Er hatte ein privates Laboratorium in Berlin-Zehlendorf, hier stellte er z.B. erfolgreich die Reinform seltener Erdelemente dar. Zahlreiche Ehrungen wurden ihm zuteil: Die technische Hochschule zu Berlin verlieh ihm die Ehrendoktorwürde, die preußische Akademie der Wissenschaften zeichnete ihn 1932 mit der Leibniz-Medaille in Silber aus und der Verein deutscher Chemiker verlieh ihm die Liebig-Medaille und machte ihn zu seinem Ehrenmitglied. Feit starb am 19. Juni 1956 und wurde in Aschersleben beigesetzt.
(Text: Wikipedia)

Wilhelm Feit entdeckte 1889 das Mineral Kaliborit.





Johann Carl Freiesleben (1774-1846)

sächsischer Oberberghauptmann

Johann Carl Freiesleben wurde am 14. 6. 1774 in Freiberg, Sachsen geboren. Er entstammte einer Bergmannsfamilie aus Freiberg und fuhr bereits als Gymnasiast seine ersten Häuerschichten. Nach Abschluss des Gymnasiums besuchte er von 1790 bis 1792 die Bergakademie seiner Heimatstadt, wo er von Abraham Gottlob Werner gefördert wurde. An der Bergakademie lernte er auch von Humboldt, Christian Leopold von Buch und Ernst Friedrich von Schlotheim kennen, mit denen er gemeinsam mehrere Bildungsreisen unternahm. Mit Alexander von Humboldt blieb Freiesleben das ganze Leben befreundet. Von 1792 bis 1795 studierte Freiesleben Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig. Von dort aus unternahm er Erkundungen im Harz (Mittelgebirge). Nach Abschluss des Studium trat er mit Humboldt eine Reise nach Savoyen und in die Schweiz an. Nach der Rückkehr von dieser erhielt er 1796 eine Anstellung als Bergamtsassessor in Marienberg und 1799 als Bergmeister in Johanngeorgenstadt. 1800 wurde er als Bergkommissionsrat und Direktor der mansfeldischen Bergwerke nach Eisleben berufen. Hier legte er mehrere Publikationen zur Verbesserung des Kupferschieferbergbaus vor. Als 1808 im benachbarten Preußen das Königreich Westfalen errichtet wurde, kehrte er 1808 nach Freiberg zurück und wurde Beisitzer des dortigen Oberberg- und Hüttenamtes. Er wurde später zum Bergrat befördert und nach dem Tod des Oberberghauptmanns von Herder 1838 übernahm es bis 1842 diesen Posten. Die Universität Marburg verlieh ihm 1817 den Doktortitel und die Akademie der Wissenschaften in Berlin ernannte ihn 1828 zum korrespondierenden Mitglied. Freiesleben starb am 20. 3. 1846 auf einer Geschäftsreise auf dem Messingwerk Niederauerbach im Vogtland. Freiesleben verfasste u.a. ein mehrbändiges Werk über die Minerale Sachsens und stratigrafische Arbeiten.
(Text nach: Wikipedia)

Johann Carl Freiesleben beschrieb das später nach ihm "Freieslebenit" genannte Mineral 1817 als "Schilfglaserz".





Wilhelm Ritter von Haidinger (1795-1871)

Geologe und Mineraloge


Wilhelm Haidinger, Lithographie von Josef Kriehuber, 1844
Wilhelm Haidinger wurde am 5. 2. 1795 in Wien geboren. Wie schon sein Vater, Karl Haidinger, interessierte sich auch Wilhelm Haidinger für die Bestandteile der Erdkruste. Er studierte ab 1812 am Johanneum in Graz bei Friedrich Mohs Mineralogie und setzte ab 1817 sein Studium bei Mohs an der Bergakademie Freiberg fort, nach dem dieser als Nachfolger Abraham Gottlob Werners dessen Lehrstuhl in Freiberg übernommen hatte. Dabei assistierte er Carl Gustav Adalbert von Weissenbach bei der Katalogisierung der Gesteinssammlungen Werners und fertigte Zeichnungen der Mineralien. Zwischen 1822 und 1826 bereiste er mit dem Bankier Thomas Allan aus Edinburgh Europa und übersetzte Mohs ins Englische. Mit seinen drei Brüdern leitete er in der Zeit von 1827 bis 1840 gemeinsam die im Familienbesitz befindliche Porzellanmanufaktur im böhmischen Elbogen. 1840 erfolgte Haidingers Berufung als Bergrat nach Wien. Er leitete, ordnete und erfasste die Mineraliensammlung der Hofkammer und gab 1845 eine geognostische Karte für die österreichischen Länder heraus. Am 15. November 1849 begründete Haidinger die "kaiserlich-königliche Geologische Reichsanstalt" Wien (nunmehr Geologische Bundesanstalt), deren Direktor er 17 Jahre lang war. Für seine Verdienste wurde er 1865 zum Erbritter geschlagen. Von ihm wurde auch eine Lupe (Haidingerlupe, Dichroskop) entwickelt, die seinen Namen trägt. Seit dem 7. April 1842 ist Haidinger in der Preußischen Akademie der Wissenschaften als korrespondierendes Mitglied eingetragen. Wilhelm Ritter von Haidinger ging 1866 in den Ruhestand. Er starb am 19. 3. 1871 in Dornbach in Wien.
Das Mineral Haidingerit wurde nach ihm benannt.
(Text und Bild nach: Wikipedia)


Wilhelm Ritter von Haidinger beschrieb 1827 den Braunit und benannte 1845 das vorher als "Schilfglaserz" bekannte Mineral als "Freieslebenit".





Dietrich Ludwig Gustav Karsten (1768-1810)

Mineraloge


Dietrich Ludwig Gustav Karsten
Dietrich Ludwig Gustav Karsten wurde am 5. April 1768 in Bützow als Sohn von Wenceslaus Johann Gustav Karsten geboren. Er besuchte ab 1782 die Vorlesungen Abraham Gottlob Werners an der Bergakademie Freiberg und wurde ein Jahre später preußischer Bergeleve. 1786 nahm er ein Studium an der Universität Halle auf. 1788 reiste Karsten nach Marburg, wo er auf Empfehlung Werners mit der Ordnung und Beschreibung der mineralogischen Sammlung aus dem Nachlass der verunglückten Professors Nathanael Gottfried Leske beauftragt wurde. Nach seiner Rückkehr promovierte er 1789 in Halle und wurde im selben Jahre zum Professor für Mineralogie und Bergwissenschaften an die Bergakademie Berlin berufen. Gleichzeitung berief der preußische Minister und Oberberghauptmann Friedrich Anton von Heynitz den Oberbergamtsassessor zu seinem persönlichen Assistenten und Reisebegleiter. 1792 wurde Karsten zum Bergrat und 1797 zum Oberbergrat ernannt. 1803 erfolgte seine Ernennung zum Geheimen Oberbergrat und Vortragenden Rat im Ministerium. Im Zuge der preußischen Ministerialreform wurde Karsten im April 1810 zum Geheimen Staatsrat ernannt und zum Leiter der Ministerialabteilung für Berg-, Hütten- und Salinenwesen berufen. Kurz nach seinem Amtsantritt verstarb Karsten. Sein früher Tod verhinderte auch die durch Wilhelm von Humboldt vorgesehene Berufung Karstens als Professor der Mineralogie an der neuen Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin. Neben der Verbesserung der wissenschaftlichen Ausbildung im Bergfach erlangte Karsten besondere Verdienste als Gründer der Königlichen Mineralogischen Sammlung zu Berlin, die er durch seine Privatsammlung und durch Erwerb der Mineraliensammlungen aus den Nachlässen von Friedrich Anton von Heynitz, Carl Abraham Gerhard und Johann Jakob Ferber noch beträchtlich erweitern konnte. Karsten war u.a. Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin.
(Text und Bild nach: Wikipedia)


Dietrich Ludwig Gustav Karsten beschrieb 1789 den Mellit (neben A.G. Werner und C.A.S. Hoffmann).





Johannes Kentmann (1518-1574)

Arzt und Naturforscher

Der Arzt und Naturforscher Johannes Kenntmann wurde am 21. April 1518 in Dresden als Sohn von Christoph und Martha Kentmann geboren. 1540 begann er ein Medizinstudium in Leipzig, dass er hier 1546 nach weiteren Studien in Wittenberg und Nürnberg als Magister artium beendete. Im folgenden Jahr begann er eine Studienreise nach Italien und führte ihn unter anderem nach Padua und Bologna. Seine Bekanntschaft mit dem Vorsteher des Botanischen Gartens von Padua förderte sein Interesse in Naturgeschichte sehr stark. 1549 promovierte er zum Doktor der Medizin in Bologna. Ende des Jahres kehrte er zurück und besuchte dabei noch Conrad Gesner in Zürich. 1550 wurde er Stadtphysikus an der Fürstenschule St. Afra in Meißen, 1554 Stadtphysikus in Torgau. Diese Stellung hatte er bis zu seinem Tod am 14. Juni 1574 inne.
In seinen Werken beschäftigte sich Johannes Kentmann mit der Botanik, Medizin, Mineralogie. Berühmt ist sein für Kurfürst August 1563 zusammengestelltes „Kreutterbuch“, das etwa 600 von dem Torgauer Künstler David Redtel angefertigte Illustrationen verschiedener Pflanzen enthält. Weitere Schriften Kenntmanns befassen sich mit dem Verhalten bei Pestseuchen sowie Steinen im menschlichen Körper. Kenntmanns Interesse galt auch den Mineralen und Gesteinen. Er stellte eine umfangreiche Sammlung zusammen, die im wesentlichen nach Agricolas System geordnet war. Sein 1565 in einem von Conrad Gesner herausgegebenem Kompendium veröffentlichter Katalog mit 1608 Exemplaren ist die erste erhaltene vollständige Darstellung einer Mineral- und Gesteinssammlung.

Johannes Kentmann veröffentlichte 1565 (neben G. Fabricius) die erste eindeutige Beschreibung von Chlorargyrit als "Argentum cornu pellucido simile".





Carl Moritz Kersten (1803-1850)

Chemiker

Carl Moritz Kersten war Oberhüttenamtsassessor und in der Zeit 1836 - 1847 Professor für Analytische und Praktische Chemie an der Bergakakademie Freiberg.

Kersten veröffentlichete 1844 die erste Beschreibung von Chapmanit von der Grube Neue Hoffnung Gottes, Bräunsdorf bei Freiberg, als "hypochloritähnliches Mineral".





Carl Christian Ochsenius (1830-1906)

Geologe

Carl Ochsenius wurde am 9. März 1830 in Kassel geboren. Von 1857 bis 1869 arbeitete er als Bergwerksdirektor in Chile. 1871 wurde Ochsenius Professor an der Universität Marburg. Sein bedeutendstes Werk ist die Theorie zur Entstehung von Salzlagerstätten im ariden Klima, die sogenannte Barrentheorie von 1877. Ochsenius starb am 9. Dezember 1906 in Marburg.

Carl Ochsenius beschrieb 1877 das Mineral Bischofit.





Carl (Karl) Friedrich Rammelsberg (1813-1899)

Chemiker

Carl (oder Karl) Friedrich Rammelsberg wurde am 1. April 1813 in Berlin geboren. Er widmete sich zuerst der Pharmazie, studierte von 1833 bis 1837 Naturwissenschaften, namentlich Chemie und Mineralogie, in Berlin, habilitierte sich daselbst 1840, ward 1846 Professor an der Universität, 1850 Lehrer der Chemie und Mineralogie am königlichen Gewerbeinstitut und hielt auch Vorlesungen an der Bergakademie. 1855 wurde er Mitglied der Akademie der Wissenschaften, und 1874 erhielt er die zweite ordentliche Professur der Chemie an der Universität Berlin und die Direktion des zweiten chemischen Instituts. Er starb am 28. Dezember 1899 in Groß-Lichterfelde bei Berlin.
Rammelsberg gilt als Autorität auf dem Gebiet der mineralogischen Chemie und erwarb sich auch Verdienste um die Analyse. Er verfasste zahlreiche Werke wie das "Handbuch der Mineralchemie", "Lehrbuch der chemischen Metallurgie" u.a. Das Mineral Rammelsbergit ist nach ihm benannt.
(Text nach: Wikipedia)





Jean-Baptiste Louis Romé de L'Isle (1736-1790)

Mineraloge

Jean-Baptiste Louis Romé de L'Isle wurde am 26.08. 1736 in Gray (Haute-Saône), Frankreich geboren. Während des Dritten Karnataka-Krieges (ein Kolonialkrieg zwischen Frankreich und Großbritannien in Indien, 1758-1763) war er Offizier in einem französischen Artillerie-Regiment und wurde 1761 bei der Eroberung von Pondicherry von britischen Truppen gefangen genommen. Er war in Indien und China inhaftiert und kehrte erst 1764 wieder nach Frankreich zurück. Die Eindrücke seiner Zeit in Indien und China sowie die früherer reisen weckten sein Interesse an der Natur, speziell der Geowissenschaften. Angetrieben von der Klassifikation der Lebewessen durch Carl von Linné versuchte Romé de L'Isle dies auf die unbelebte Natur zu übertragen und schuf damit die erste Systematik von Kristallen indem er Salzkristalle, Steinkristalle, Kieskristalle und Erzkristalle unterschied. Basierend auf der Entdeckung des Gesetzes der Winkelkonstanz an Quarzkristallen durch Nicolaus Steno begann Romé de L'Isle, nach Konstruktion eines geeigneten Anlegegoniometers, mit systematischen Untersuchungen an weiteren Kristallen. Dabei beschrieb er zahlreiche bislang unbekannte oder nur schlecht bestimmte Minerale. Bei der Veröffentlichung seiner Ergebnisse verwendete er als erster den Begriff „Kristallographie“, der bis heute die Wissenschaft von den Kristallen beschreibt. Ein wichtiges Werk ist Cristallographie, ou Déscription des formes propres à tous les corps du règne minéral von 1783. Romé de L'Isle starb am 07.03. 1790 in Paris.
(Text nach: Wikipedia)

Jean-Baptiste Louis Romé de L'Isle führte unter der Bezeichnung "Mine d’antimoine grise tenant agent" 1783 als erster das später Freieslebenit genannte Mineral von der Grube Himmelsfürst, Brand-Erbisdorf bei Freiberg auf.





Heinrich Rose (1795-1871)

Chemiker


Heinrich Rose



(Text nach Allgemeine Deutsche Biographie, Bild nach: Wikipedia)
Heinrich Rose wurde am 6. August 1795 in Berlin geboren. Er entstammt einer Apotheker- und Chemiker-Familie. Sein Bruder ist der bekannte Mineraloge Gustav Rose.
1812 begann Heinrich Rose eine Apothekerlehre in Danzig. Hier erlebte er die Belagerung der Festung durch französische Truppen mit und erkrankte lebensgefährlich an Typhus. Kurz darauf trat er in die Reihen der freiwilligen Jäger ein und kam so 1815 mit dem siegreichen preußischen Heer nach Paris. Dies nutzte er, um sich mit bedeutenden französischen Naturforschern wie Vauquelin, Biot, Cay-Lussac und Berthollet zu treffen. 1816 arbeitete er mit Klaproth in Berlin zusammen, später nahm er die Arbeit in einer Apotheke auf. Sein Wunsch, sich intensiver mit der Chemie zu beschäftigen, führte dazu, dass Rose 1819 nach Stockholm reiste, um sich bei Jöns Jakob Berzelius weiter ausbilden zu lassen. Er fand Aufnahme in das Privatlaboratorium von Berzelius, der die Fähigkeiten Rose's erkannte und diesen stark förderte. 1821 promovierte Rose in Kiel, 1822 habilitierte er sich in Berlin im Fach Chemie. Heinrich Rose wurde 1832 zum Professor extraordinarius und 1835 zum Professor ordinarius ernannt. Die Akademie der Wissenschaften in Berlin wählte ihn 1832 zu ihrem Mitglied.
ROSE erwarb sich einen Ruf als hervorragender Analytiker und Lehrer. Nach dem Vorbild von Berzelius gründete er ein eigenes Unterrichtslaboratorium. Zu den wichtigsten Werken gehört das "Ausführliche Handbuch der analytischen Chemie", das in mehreren Auflagen und Sprachen erschien. Einen Schwerpunkt von Heinrich Roses Arbeiten bilden Mineralanalysen. Bereits durch Berzelius wurde er angeregt, sich mit Titan-haltigen Mineralen zu beschäftigen. Sehr fruchtbringend war die Zusammenarbeit mit seinem Bruder, dem Mineralogen Gustav Rose. Im Tantalit von Bodenmais in Bayern fand Heinrich Rose 1844 ein neues, dem Tantalum sehr ähnliches Element, das er Niobium nannte (nachdem Charles Hatchett 1801 ein Gemisch aus Tantalum und Niobium als neues Element "Columbium" beschrieben hatte). Heinrich Rose starb am 27. Januar 1864 in Berlin.

Heinrich Rose entdeckte 1856 das Mineral Carnallit.





Viktor Leopold Ritter von Zepharovich (1830-1890)

Mineraloge

Viktor Leopold Ritter von Zepharovich wurde am 19. 4. 1830 in Wien geboren. Er studierte an der Bergakademie Schemnitz (Banska Štiavnica, Slovakei). 1851 wurde er Volontär am Hof-Mineralien-Kabinett im Wien und ab 1852 arbeitete er als Geologe in der Geologischen Reichsanstalt in Wien. Von 1857 – 1861 hatte er eine Universitäts-Professur für Mineralogie in Krakau inne. Am 1. 10. 1861 wurde Zepharovich als Mineralogie-Professor an die Universität Graz berufen. 1864 wechselte er an der Universität Prag, wo er 1880 ein Mineralogisches Institut errichtete. Zepharovich starb am 24. 2. 1890 in Prag. Er verfasste zahlreiche mineralogische und kristallografische Arbeiten zu verschiedenen Mineralen. Sein wichtigstes Werk ist das Mineralogisches Lexikon für das Kaiserthum Oesterreich, erschienen 1859 in Wien.
(nach Meyers Konversationslexikon, 1885-1892, und Österreich Lexikon, TU Graz).

Viktor Leopold Ritter von Zepharovich beschrieb 1871 als erster den Diaphorit von Pribram, Böhmen und Freiberg, Sachsen.





Johann Ludwig Carl Zincken (1791-1862)

Bergbeamter und Mineraloge

Johann Ludwig Carl Zincken wurde am 13. Juni 1791 in Seesen als Sohn des Carl Friedrich Wilhelm Zincken aus zweiter Ehe geboren. Er besuchte die u.a. von seinem Vater gegründete israelitische Reformschule Jacobson-Schule in Seesen, danach das Gymnasium in Holzminden. Von 1809 bis 1813 absolvierte er eine Ausbildung als Berg- und Hüttenmann in Clausthal im Oberharz und wurde dann Eleve auf der Königshütte in Lauterberg. 1811 findet man seinen Namen in der ersten Matrikel der Bergschule Clausthal. 1813 heiratete er in Lauterberg die Schwester des dortigen Pastors Schleiter und wurde 1814 Bergrevisor in Blankenburg. Er korrespondierte mit Baron Wilhelm Ludwig von Eschwege (Brasiliens erstem geologischen Forscher) und verfasst erste Publikationen. Als Bergrat wurde er am 1. Januar 1821 Direktor der "Anhalt-Bernburgischen Berg- und Hüttenwerke" in Mägdesprung und legte für Herzog Alexius von Anhalt-Bernburg eine bedeutende Mineralsammlung an. Reste dieser Sammlung, die vor allem Minerale aus dem Herzogtum Anhalt umfasst, befinden sich heute im Museum Schloss Bernburg. Auf Zincken gehen mehrere Erstfunde von Mineralen im Harz, aber auch die Entdeckung mehrerer neuer Minerale, u.a. Plagionit, zurück; eines davon erhielt seinen Namen Zinkenit. Auch veranlasste er als Bergrat die erste Darstellung von elementarem Selen. 1848 wurde er wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch vom Dienst suspendiert, dann 1850 rehabilitiert. Danach arbeitete er in Bernburg als Ministerialrat für Berg- und Hüttenwesen. Er starb am 19. März 1862 im Haus Carlsplatz 11 in Bernburg. Seine Grabstelle wurde 1974 beim Bau der Anlage eines Stadtparks vernichtet.
Zincken schrieb seinen Namen nicht einheitlich, speziell bei den älteren Veröffentlichungen findet er sich in der Schreibweise "Zinken".
(Text nach: Wikipedia)







© Thomas Witzke / Stollentroll

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