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Biographien von Personen, nach denen ein Mineral aus Sachsen, Thüringen oder Sachsen-Anhalt benannt wurde


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Torbern Olof Bergman (auch Bergmann) (1735-1784)

Chemiker

Torbern Olof Bergman wurde am 20. März 1735 in Katrineberg (Schweden) geboren. Über seine frühen Jahre ist wenig bekannt. Er studierte an der Universität Uppsala unter Linnaeus.
1758 promovierte Torbern Bergman an der Universität Uppsala. 1767 wurde er zum Professor für Chemie als Nachfolger von Wallerius berufen.
Bergman war einer der talentiertesten und vielseitigsten Wissenschaftler seiner Zeit. Er leistete wesentliche Beiträge zur Chemie, Mineralogie und Geologie. Hervorzuheben ist die Entwicklung der quantitativen Analyse auf dem naßchemischen Weg. Bergamnn war der erste, der Symbole für chemische Reaktionen verwendete. Er beschäftigte sich mit der Chemie der Metalle, besonders Nickel und Wismut. Weitere Arbeiten befassen sich mit Kohlendioxid und Mineralwässern. Zahlreiche frühe Mineralanalysen gehen auf Bergman zurück. Er stellte auch ein Klassifikationsschema der Minerale basierend auf chemischen Charakteristika und äußeren Formen auf. Auf dem Gebiet der Geologie befasste Bergman sich mit der Stratigraphie der Gesteine, speziell in Schweden und Deutschland. Seine neptunistischen Auffassungen von der Entstehung der Gestein beeinflussten andere Wissenschaftler, wie z.B. Abraham Gottlob Werner, sehr stark.
Torbern Olof Bergman starb am 8. Juli 1784 in Medevi (Schweden) an Tuberkulose.

Abraham Gottlob Werner benannte das bis dahin unter dem Namen "Grüner Glimmer" bekannte Kupferuranylphosphat um 1788 nach Torbern Olof Bergman zunächst Torberit. Der Name Torbernit setzte sich erst später durch.


Torbern Olof Bergman





Wilhelm von Braun (1790-1872)

Staatsbeamter

Wilhelm Braun wurde am 1. Oktober 1790 in Thal bei Ruhla, Thüringen, geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Gotha studierte er in Jena und Göttingen die Cameralwissenschaften. Herzog August von Sachsen-Gotha stellte ihm die Mittel zu einer größeren Reise durch Österreich, die Schweiz und Italien zur Verfügung. Hier erwarb er sich reichlich Kenntnisse, speziell auf geologischen Gebiet. Nach seiner Rückkehr nach Gotha trat er in den Staatsdienst ein und wurde Kammer-Assessor. 1830 nahm er das Präsidium der Kammer zu Anhalt-Bernburg an und erwarb sich hier große Verdienste bei der Neuordnung des Berg- und Hüttenwesens, des Forstwesens und der Landwirtschaft. Für seine Verdienste wurde Wilhelm Braun geadelt als von Braun. 1848 wurde er Staatsminister, zog sich jedoch noch im selben Jahr in das Privatleben zurück und widmete sich der Wissenschaft. Er war ein großer Freund und Förderer der Geologie und Mineralogie. Wilhelm von Braun starb am 6. Februar 1872 in Gotha.

Wilhelm Haidinger benannte 1828 den Braunit, ein Manganoxid von Oehrenstock und Elgersburg in Thüringen und anderen Fundorten, nach Wilhelm von Braun, der das Untersuchungsmaterial zur Verfügung stellte.






Robert Wilhelm Eberhard Bunsen (1811-1899)

Chemiker

Robert Bunsen wurde am 30. 3. 1811 in Göttingen geboren. Er studierte Chemie bei Friedrich Stromeyer in Göttingen und promovierte 1831 über Hygrometer. Es folgen ausgedehnte Reisen durch Europa, wobei er u.a. auch eine geologische Reise durch die Eifel unternahm. Bunsen habilitierte 1833 über organometallische Verbindungen. 1836 wurde er Lehrer an der Gewerbeschule in Kassel als Nachfolger von Friedrich Wöhler. 1839 erhielt Bunsen eine Professur am Chemischen Institut der Universität Marburg, wo er sich u.a. mit Arsenverbindungen und Gasanalysen beschäftigte. Hier entwickelte er auch das Bunsenelement, eine Zink-Kohle-Batterie. 1845 unternahm er eine geologische Reise nach Island und untersuchte hier vulkanische Gase und Geysire. Im Jahre 1851 ging er nach Breslau, wo er Gustav Kirchoff kennen lernte. 1852 wurde Bunsen Nachfolger von Leopold Gmelin als Professur für Chemie an der Universität Heidelberg. Hier war Bunsen an der Konstruktion des Bunsenbrenners beteiligt. Zusammen mit G. R. Kirchoff entwickelte er ab 1859 die Spektralanalyse, die zur Entdeckung der chemischen Elemente Cäsium (1860) und Rubidium (1861) führete, ebenfalls gemeinsam mit Kirchoff. 1889 ging Bunsen in den Ruhestand. Er starb am 16. 8. 1899 in Heidelberg.

James Dwight Dana benannte 1868 den Bunsenit, ein Nickeloxid von Johanngeorgenstadt, Erzgebirge, Sachsen, nach Robert Wilhelm Eberhard Bunsen, nachdem C. Bergemann das Mineral bereits 1858 als Nickeloxydul beschrieben hatte.



Robert Wilhelm Eberhard Bunsen. Foto von Eduard Schultze, 25.12.1891.

Gustav Kirchoff (links) und Robert Wilhelm Eberhard Bunsen.




Rudolph von Carnall (1804-1874)

Bergbeamter, Geologe

Rudolph von Carnall wurde am 9. Februar 1804 in Glatz (Schlesien, heute Polen) geboren. Den praktischen Bergbau erlernte er in den Neuroder und Waldenburger Revieren, 1823 – 1824 studierte er in Berlin. Danach wurde er beim Bergamt Tarnowitz beschäftigt. Ab 1830 leitete er als Obereinfahrer bei der Friedrichsgrube den Betrieb des fiskalischen Blei- und Silberbergwerks und der damals in der Entwicklung begriffenen Galmeibergwerke. 1839 wurde er zum Oberbergmeister ernannt. 1843 – 1847 gab Carnall das Bergmännische Taschenbuch heraus, z.T. zusammen mit Krug von Nidda. 1844 wurde er als Oberbergamtsassessor nach Bonn versetzt, aber schon 1847 nach Berlin berufen und zum Geheimen Oberbergrat und vortragenden Rat im Handelsministerium ernannt. 1848 begründete er zusammen mit Leopold von Buch sowie Gustav und Heinrich Rose die Deutsche Geologische Gesellschaft. Von 1849 – 1855 las er an der Universität über Bergbaukunde. Zur Unterstützung der reformatorischen Bestrebungen im Gebiet der Montanindustrie schuf er die "Zeitschrift für Berg-, Hütten- und Salinenwesen". 1855 wurde Rudolph von Carnall als Berghauptmann an das Oberbergamt Breslau versetzt. 1857 schuf er eine geognostische Karte Oberschlesiens. 1861 trat er aus dem Staatsdienst aus und starb am 17. November 1874 in Breslau.
(nach Meyers Konversationslexicon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, 4. Aufl., 1885-1892)

Heinrich Rose benannte 1856 ein neues Kalium-Magnesium-Chlorid aus Stassfurt Carnallit nach Rudolph von Carnall.





Johann Carl Freiesleben (1774-1846)

sächsischer Oberberghauptmann

Johann Carl Freiesleben wurde am 14.06. 1774 in Freiberg, Sachsen geboren. Er entstammte einer Bergmannsfamilie aus Freiberg und fuhr bereits als Gymnasiast seine ersten Häuerschichten. Nach Abschluss des Gymnasiums besuchte er von 1790 bis 1792 die Bergakademie seiner Heimatstadt, wo er von Abraham Gottlob Werner gefördert wurde. An der Bergakademie lernte er auch von Humboldt, Christian Leopold von Buch und Ernst Friedrich von Schlotheim kennen, mit denen er gemeinsam mehrere Bildungsreisen unternahm. Mit Alexander von Humboldt blieb Freiesleben das ganze Leben befreundet. Von 1792 bis 1795 studierte Freiesleben Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig. Von dort aus unternahm er Erkundungen im Harz (Mittelgebirge). Nach Abschluss des Studium trat er mit Humboldt eine Reise nach Savoyen und in die Schweiz an. Nach der Rückkehr von dieser erhielt er 1796 eine Anstellung als Bergamtsassessor in Marienberg und 1799 als Bergmeister in Johanngeorgenstadt. 1800 wurde er als Bergkommissionsrat und Direktor der mansfeldischen Bergwerke nach Eisleben berufen. Hier legte er mehrere Publikationen zur Verbesserung des Kupferschieferbergbaus vor. Als 1808 im benachbarten Preußen das Königreich Westfalen errichtet wurde, kehrte er 1808 nach Freiberg zurück und wurde Beisitzer des dortigen Oberberg- und Hüttenamtes. Er wurde später zum Bergrat befördert und nach dem Tod des Oberberghauptmanns von Herder 1838 übernahm es bis 1842 diesen Posten. Die Universität Marburg verlieh ihm 1817 den Doktortitel und die Akademie der Wissenschaften in Berlin ernannte ihn 1828 zum korrespondierenden Mitglied. Freiesleben starb am 20.03. 1846 auf einer Geschäftsreise auf dem Messingwerk Niederauerbach im Vogtland. Freiesleben verfasste u.a. ein mehrbändiges Werk über die Minerale Sachsens und stratigrafische Arbeiten.
(Text nach: Wikipedia)

Johann Carl Freiesleben beschrieb 1817 das "Schilfglaserz", das Wilhelm Haidinger 1845 ihm zu Ehren "Freieslebenit" benannte.





Karl Julius Fritzsche (1808-1871)

Chemiker

Karl Julius Fritzsche wurde am 17. Oktober 1808 in Neustadt bei Stolpen, Sachsen, geboren. Bereits im Alter von 14 widmete er sich der Pharmazie. 1830 wurde er Assistent des Chemikers E. Mitscherlich in Berlin. Fritzsche siedelte 1834 nach St. Petersburg in Russland über und wirkte an der dortigen Akademie der Wissenschaften. In seiner Dissertation beschäftigte er sich noch mit einem botanischen Thema. In der Folgezeit widmete er sich jedoch ganz der Chemie. Der Schwerpunkt seiner Arbeiten lag dabei auf dem Gebiet der organischen Chemie. Seine Untersuchungen befassen sich unter anderem mit organischen Farbstoffen, Anthracen und der Pikrinsäure. Er entdeckte jedoch auch die Modifikationsänderung des Zinns bei tiefen Temperaturen. 1844 wurde Fritzsche außerordentlicher und 1852 ordentlicher Akademiker in St. Petersburg. Er starb am 8. Juni 1871.

August Breithaupt benannte 1865 den Fritzscheit, ein Mangan-Uranyl-Vanadat von der Grube Georg Wagsfort, Johanngeorgenstadt, Erzgebirge, Sachsen, nach Karl Julius Fritsche.





Siegmund August Wolfgang von Herder (1776-1838)

Bergbeamter, Geologe, Mineraloge

Siegmund August Wolfgang Freiherr von Herder wurde am 18. August 1776 in Bückeburg als zweiter Sohn des bekannten Schriftstellers und Dichters Johann Gottfried von Herder geboren. Zu den Paten gehörte Johann Wolfgang von Goethe. In den Jugendjahren begleitete Herder ihn dann auch auf Dienst- und Studienreisen. Herder studierte1795 in Jena, 1796 in Göttingen, seit 1797 in Freiberg bei Abraham Gottlob Werner die Mineralogie, Chemie und Mathematik und dann noch in Wittenberg die Rechte. 1802 promovierte er zum Dr. phil und wurde im gleichen Jahr Bergamtsassessor zu Marienberg, Geyer und Ehrenfriedersdorf, 1803 in Schneeberg und 1804 Oberbergamtsassessor und Bergkommissionsrat in Freiberg. 1806 erhielt er die Aufsicht über die Blaufarbenwerke. Mit der Verbesserung des Betriebes des Eisenhüttenwerks Panki und der Salzwerke von Wieliczka beauftragt, verweilte er mehrere Jahre teils in Warschau, teils in Wien. Vom König von Sachsen wurde Herder 1811 in den Freiherrenstand erhoben. 1821 wurde er zum Berghauptmann und 1826 zum Oberberghauptmann ernannt. Herder setzte sich für die Einführung von Maschinen im Bergbau und die Verwendung von Steinkohle im Hüttenwesen ein. Erst nach seinem Tod wurde mit dem Bau des von ihm entworfenen „Tiefen Meißner Erbstolln“ (der Rothschönberger Stolln) begonnen. Auf Veranlassung des Fürsten Milosch machte er 1835 eine Reise nach Serbien, um den Bergbau dieses Landes zu fördern. Er starb am 29. Januar 1838 in Dresden. Er wurde auf der Halde der Grube „Heilige Drei Könige“ bei Freiberg beigesetzt.
(nach Meyers Konversationslexicon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, 4. Aufl., 1885-1892 - Text; Wikipedia - Text und Bild)

1828 benannte W. Haidinger ein Calcium-Beryllium-Phosphat von Ehrenfriedersdorf Herderit nach Siegmund August Wolfgang Freiherr von Herder.



Siegmund August Wolfgang Freiherr von Herder.




Otto Köttig (1824-?)

Chemiker

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Gustav Rose (1798-1873)

Mineraloge

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Erzherzog Victor Stephan von Österreich (1817-1867)

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© by Stollentroll / Thomas Witzke

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